Gesprächsrunde zu 25 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs

EU-Abgeordneter EKV-x Lukas Mandl (KRW, Rt-D et al., 2.v.r.) hatte anlässlich der 25jährigen EU-Mitgliedschaft Österreichs zur Gesprächsrunde der beiden 25jährigen Kartellgeschwister Lissa-Katharina Heinrich (Nc Nova; 2.v.l.) und Felix Geyer (BbW, li.) mit Franz Fischler (SKH, Mitte) eingeladen. Rechts: EKV-xx Peter Petrus (Merk!).
Franz Fischler (SKH, 2.v.l.) bei der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum.

„Gerade die jüngere Generation muss Farbe bekennen“, betonte Kbr. Franz Fischler (SKH et al.) im Gespräch mit zwei jungen Kartellgeschwistern im EKV anlässlich des 25jährigen Jubiläums der EU-Mitgliedschaft Österreichs.

Auf Einladung von EKV-Präsident Lukas Mandl (KRW, Rt-D et al.) in seiner Funktion als österreichischer Abgeordneter zum Europäischen Parlament fand Ende Februar eine ganz besondere Gesprächsrunde statt: Im Haus der Europäischen Union in Wien war der ehemalige Verhandler Österreichs um die EU-Mitgliedschaft der Alpenrepublik, Franz Fischler (SKH et al.), im Gespräch mit Lissa-Katharina Heinrich (Nc Nova) und Felix Geyer (BbW). Die beiden jungen Kartellgeschwister sind exakt so alt wie die EU-Mitgliedschaft Österreichs: 25 Jahre.

Das Jubiläum der Mitgliedschaft war der Anlass für die Gesprächsrunde, zu der rund 50 Gäste aus den EKV-Mitgliedsverbänden sowie aus der freien Kurie – und auch von außerhalb – gekommen waren, der sich auch als Teil des Veranstaltungsreigens im Vorfeld der Rudolfina Redoute verstand. Dieser größte Couleurball stand in diesem Jubiläumsjahr unter dem passenden Motto „Unser Herz schlägt für Europa“.

Mandl: „Geschichte in Form von Geschichten“

Franz Fischler, der auch Österreichs erster EU-Kommissar war und mit dem Landwirtschaftsbudget den weitaus größten Teil des EU-Budgets zu verantworten hatte, „erzählte Geschichte in Form von Geschichten“, wie Kbr. Mandl es formulierte.

Auf den Hinweis von Ksr. Heinrich, dass Österreich bei den Beitrittsverhandlungen nicht nur Unterstützung hatte, sondern auch Widerstände, erklärte Kbr. Fischler etwa: „Unter anderen Deutschland war eine große Unterstützung in den Verhandlungen. Und der damalige Kommissionspräsident Jaques Delors hat uns dann auf einem kleinen Zettel skizziert, wie wir jene, die uns skeptisch gegenüberstanden, überzeugen könnten. Das ist dann in den letzten 15 Minuten gelungen, nicht früher.“

Die Frage von Kbr. Geyer danach, ob der positive Ausgang der Volksabstimmung über Österreichs Beitritt am 12. Juni 1994 von Beginn an festgestanden war, beantwortete Kbr. Fischler mit dem Hinweis darauf, dass der Ausgang keinesfalls klar gewesen sei. Er räumte auch ein: „Die Medien spielten eine entscheidende Rolle und waren eine große Hilfe, um die Bevölkerung sachlich und umfassend zu informieren.“

Für großes „Aha!“ sorgte Fischlers Bericht, dass ein hochrangiger Verhandler nach einigen enttäuschenden Verhandlungsmomenten einem großen österreichischen Fernsehsender ein Interview gegeben hatte, in dem der Abbruch der Verhandlungen seitens Österreichs angekündigt worden war. Mit vereinten Kräften sei die Ausstrahlung dieses Interviews zugunsten eines Durchstartens und schließlich eines erfolgreichen Abschlusses der Verhandlungen verhindert worden.

Kbr. Mandl ging in seinen Abschlussworten auf die Lehren aus der Geschichte im Hinblick auf zukünftige Erweiterungen der Europäischen Union ein. „Die Verletzlichkeit Europas wurde durch den Brexit erhöht. Das müssen wir kitten. Die größte Verletzlichkeit Europas besteht derzeit aber am Westbalkan. Wenn es der EU nicht bald gelingt, die sechs Staaten des Westbalkan nachhaltig zu binden, öffnen wir Tür und Tor für antieuropäische Interessen und erweisen auch den europäischen Werten einen Bärendienst. Für diese Werte – jene der Menschenwürde und der Freiheitsrechte – sollte Europa sich auf der Welt stark machen“, so der EU-Abgeordnete.

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