KVer engagieren sich im Kampf gegen Erblindung – weltweit!

Im Jahr 2012 gründete das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V. (DKVB) - ein Zusammenschluss engagierter Augenärztinnen und -ärzte sowie zahlreicher Bürgerinnen und Bürger - die Stiftung Augenlicht. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen vor Erblindung zu bewahren oder ihnen, wenn möglich, das Augenlicht zurückzugeben. 2017 stellte sich die Stiftung neu auf und wählte die Kartellbrüder Christian Enders (Gm) und Friedrich Quante (Gm, Sbg, Smn) in den Vorstand. Zusammen mit dem DKVB und deren Vorsitzenden, Dr. med. Raimund Balmes, Augenarzt aus Ahlen, unterstützt die Stiftung Augenlicht Projekte in der ganzen Welt. Der folgende Artikel skizziert die aktuelle, weltweite Situation im Kampf gegen die Blindheit und berichtet über das Projekt der Stiftung Augenlicht in Sumbawanga, Tansania. Der Text ist eine Umschrift der Festrede von Dr. Raimund Balmes, die er anlässlich des 154. Stiftungsfestes des KStV Germania im KV zu Münster am 2. Juni 2018 gehalten hat.

„Sehen oder nicht sehen“:

Sumbawanga, Tansania Heraklit von Ephesos sagte: „Augen sind genauere Zeugen als die Ohren“, „Die Augen sind die Fenster zur Seele“, meinte Hildegard von Bingen,     „Denn es ist besser mit eigenen Augen zu sehen, als mit fremden“, hat es Martin Luther ausgedrückt, „Das Auge war vor allem das Organ, womit ich die Welt fasste“, sagte Johann Wolfgang von Goethe. „Erst das Auge erschafft die Welt“, fand Christian Morgenstern.

All diese Zitate zeigen, wie wichtig die Sehfähigkeit für die Wahrnehmung der Welt ist. Das Sehen ist der wichtigste Sinn des Menschen. Ich bin mein Leben lang froh darüber, als Augenarzt an der Erhaltung der Sehfähigkeit mitwirken zu können. Nur - wie sieht es aus, wenn man das Augenlicht nicht mehr hat, wenn man blind ist oder hochgradig sehbehindert?

Im Folgenden berichte ich über die Kampagne „Vision 2020 - Das Recht auf Augenlicht“ der WHO und anderer Organisationen und möchte das Thema am Beispiel einer Region in Tansania in Ostafrika verdeutlichen.

Alle fünf Sekunden erblindet ein Erwachsener auf der Welt und jede Minute ein Kind. Ein bis zwei Millionen neue Erblindungen kommen weltweit pro Jahr dazu. Davon sind sechzig Prozent behandelbar und zwanzig Prozent verhütbar, d.h., wir haben es mit achtzig Prozent vermeid-barer Blindheit zu tun. Man könnte also von diesen zwei Millionen im Jahr ca. 1,6 Millionen verhindern, wenn man früh genug zu den Patienten käme. Das Problem ist: ein Blinder geht nicht zum Arzt - folglich müssen wir zu ihm gehen.

Wo finden wir nun die Blindheit?

Festzuhalten ist zunächst, dass die Blindheit sehr ungleich verteilt ist auf der Erde. Gerade in den südlichen Ländern Afrikas, aber auch im pazifischen Raum und in Indien gibt es Regionen, wo ein Prozent und mehr der Bevölkerung blind sind; in den entwickelten Ländern Europas und Amerikas liegt die Erblindungsrate dagegen nur bei 0,4 Prozent.

Über die Hälfte der Blinden leben in Asien und der Western Pacific Region, zehn Prozent der Blindheit findet sich in Afrika, ungefähr zehn Prozent in Europa und neun bis zehn Prozent in Amerika. Daraus wird deutlich, dass das Hauptproblem in den Ländern liegt, wo die medizinische Versorgung schlecht ist.

„VISION 2020“

Ende der 90er Jahre haben sich verschiedene Experten der WHO und der International Agency for the Prevention of Blindness zusammengesetzt und überlegt, welche globalen Trends es in den nächsten fünfundzwanzig Jahren geben wird: zunächst die Zunahme der Weltbevölkerung von sechs auf acht Milliarden bis zum Jahr 2020, parallel die Zunahme des Lebensalters in allen Ländern. Gleichzeitig gibt es weniger Geld von Regierungen für die Gesundheit, der Kampf um die Ressourcen nimmt zu. Das war der Zeitpunkt zur Gründung  der Initiative „Vision 2020“, ein Wortspiel, das zum einen die Vision als Ziel hat, bis 2020 die ophthalmologische  Situation weltweit zu verbessern, zum anderen ist Vision 2020 auch die amerikanische Ausdrucksweise von hundertprozentiger Sehschärfe - in Deutschland Visus 1,0.
Es gab eine Berechnung, dass, ausgehend von vierzig Millionen Blinden im Jahr 1995, wenn es keine Änderung gibt und die medizinische Versorgung im augenmedizinischen Bereich sich nicht deutlich bessert, die Zahl der Blinden bis 2020 auf einhundert Millionen ansteigen würde. Das Ziel der Initiative Vision 2020 war es, diese Zahl zu halbieren, von vierzig auf ca. zwanzig Millionen. Das Programm der Kampagne Vision 2020 besteht aus:

1. Krankheitskontrolle: in der erstenPhase sollte der graue Star (Katarakt), das Trachom, die Onchozerkose und die Kinderblindheit, in der zweiten Phase der grüne Star (Glaukom) und die diabetische Retinopathie behandelt werden.

2. Entwicklung der medizinischen Infrastruktur

3. Ausbildung von Fachpersonal: in Afrika stehen 0,5 bis ein Augenarzt für eine Million Einwohner zur Verfügung, in Deutschlands ca. einhundert Augenärzte auf eine Million Einwohner.

Welches sind die Ursachen der Blindheit?

Zu über fünfzig Prozent verursacht die Katarakt die Blindheit, gefolgt vom Glaukom, das für acht Prozent der Erblindung Ursache ist. Aber auch die Kinderblindheit macht vier Prozent aus. Die diabetische Retinopathie machte 1995 ein Prozent der weltweiten Blindheit aus, das Trachom um drei Prozent und die bei uns im Vordergrund stehende Erblindungsursache, die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), belief sich auf ungefähr fünf Prozent.

Die Programme der Kampagne Vision 2020 waren zum einen ein Präventionsprogramm, d.h. Trachom (ägyptische Körnerkrankheit), Onchozerkose und der Vitamin-A-Mangel bei Kindern sollten in jedem Dorf behandelt werden, zum anderen ein Therapieprogramm. Das Ziel war, die Katarakt, das Glaukom und die diabetische Retinopathie in jedem Krankenhaus behandeln zu können.
Partner dieser Kampagne waren Fachpersonal, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationen, wie die WHO und die IAPB, die International Agency for the Prevention of Blindness.

Haupterblindungsursachen

1. Die Katarakt („grauer Star“), uns allen bekannt als eine Sehbehinderung im höheren Alter, tritt in den Ländern, in denen die Erblindungszahlen höher sind, also Indien, Afrika, China deutlich früher auf, wir sprechen von der blinding Cataract. Hier geht es nicht mehr darum, dass man ein Fahrzeug nicht mehr führen kann, weil man schlechter sieht, sondern dass Menschen zumOperieren kommen, wenn sie blind sind. Ziel dieser Kampagne ist, die Cataract Surgical Rate (Anzahl OPs pro einer Million Einwohner) zu erhöhen. In der USA sind es 5.500 Operationen, in vielen Ländern Afrikas 100 bis 200. Ziel ist es also, ein flächendeckendes System von Augenkliniken aufzubauen und die Zahl der Kataraktoperationen deutlich zu erhöhen.

2. Trachom, die sog. ägyptische Körnerkrankheit, ist eine Infektionskrankheit der Bindehaut, die typischerweise unter schlechten hygienischen Bedingungen und in Wassermangelgebieten auftritt. Hier ist die Behandlung mit Antibiotika und im fortgeschrittenem Stadium eine operative Lidkorrektur notwendig, wesentlich ist aber die Verbesserung der hygienischen Bedingungen, die Versorgung mit sauberem Wasser, Bekämpfung von Fliegen und besonders die Kinder und Mütter im Fokus zu haben, weil sie sich am häufigsten infizieren.

3. Onchozerkose, die afrikanische Flussblindheit, ist typischerweise entlang schnellfließender Flüsse in Westafrika verbreitet. Hier gibt es auch eine medikamentöse Therapie, Ivermectin, das - wenn es flächendeckend einmal im Jahr verteilt wird - die Krankheit ausrotten kann. Zusätzlich versucht man, durch Staustufen die schnellfließenden Flüsse zu regulieren und im Notfall Chemikalien einzusetzen. Gerade bei den letzten beiden Krankheiten kann man davon aus-gehen, dass sie bis 2020 fast flächendeckend ausgerottet sein werden.

4. Kinderblindheit. Diese kann sehr verschiedenartige Ursachen haben: angeborener grauer Star, Eiweißmangelernährung, Vitamin-A-Mangel und Unwissenheit über Heilungsmöglichkeiten. Aber auch schwere Augenverletzungen bei den Kindern, angeborener grüner Star und falsche Behandlung durch traditionelle Heiler können Ursache von Blindheit sein. Häufig fehlt es auch nur an der passenden Brille, wenn Kinder in der Blindenschule anstatt mit einer Brille in der normalen Schule unterrichtet werden.

5. Glaukom („grüner Star“). Hierbei muss medikamentös und operativ vorgegangen werden. Wichtig ist eine lebenslange Kontrolle, was unter den Bedingungen in vielen Ländern schwierig ist.

6. Diabetische Retinopathie. Hier ist die Einstellung des Blutzuckers und die jährliche Kontrolle der Netzhaut notwendig sowie eine Lasertherapie, wenn diabetische Netzhautschäden auftreten.

7. Was wird uns in Zukunft noch begegnen? Nun, die Myopia Epidemics, durch die massive Zunahme von Naharbeit am Handy, am Laptop etc. und einer dabei ständigen Fixierung auf die Nähe, werden wir eine rasante Zunahme der Kurzsichtigkeit haben: während 2000 noch ca. einundzwanzig Millionen weltweit kurzsichtig waren, sind es jetzt schon dreiunddreißig Millionen Menschen, man erwartet einen Anstieg auf ca. zweiundfünfzig Millionen bis zum Jahr 2050. 

Eine Studie hat die Zahlen der schweren Sehbehinderung von 1990 und 2010 verglichen und festgestellt, dass sich die Situation durch die Kampagne verändert hat: nachdem „Vision 2020“ bereits zehn Jahre gelaufen war, sah man eine deutliche Reduktion der Erblindungsursache durch die Katarakt. Andere Ursachen haben dagegen zugenommen, besonders die Makuladegeneration, das Glaukom und die diabetische Retinopathie. Letztere nimmt massiv zu durch veränderte Lebensbedingungen in Schwellenländern.

Insgesamt haben absolut gesehen die Zahlen der Erblindungen zugenommen, da die Weltbevölkerung deutlich gewachsen und gealtert ist. Das Ziel war, eine Trendwende zu schaffen. Es ist zwar nicht gelungen, die Zahlen von anfänglich vierzig Millionen Blinden auf zwanzig Millionen zu reduzieren, aber man hat es geschafft, sie auf ca. fünfunddreißig Millionen zu reduzieren. Und das ist dennoch ein großer Erfolg: ohne die Kampagne Vision 2020 hätten wir heute über einhundert Millionen Blinde.

Blindheitsursachen im Vergleich

In low and middle income countries sind bei jüngeren Menschen Infektionskrankheiten die Hauptursache der Erblindung zusammen mit der Katarakt, d.h. achtzig Prozent der Fälle wären verhütbar oder therapierbar bei entsprechenden Ressourcen.

Dagegen sieht es in den high income countries ganz anders aus: Die Erblindung findet im höheren Alter statt und es sind degenerative Erkrankungen wie die vorher schon erwähnte altersabhängige Makuladegeneration, Katarakt ist als Erblindungsursache selten. Bei uns wird meistens operiert, wenn die Patienten noch eine Sehschärfe von ca. sechzig Prozent haben.

Noch ein Vergleich bei den Kosten: in Afrika kann man für die Operation einer beidseitigen Katarakt bei Erwachsenen mit ca. sechzig Euro rechnen, bei Kindern mit zweihundertvierzig Euro. In Deutschland kostet die Behandlung einer beidseitigen AMD pro Jahr ca. 30.000 Euro.

Die Bekämpfung der vermeidbaren Blindheit ist nicht nur eine medizinische Notwendigkeit, sondern es ist auch ein moralischer Auftrag, den Menschen das Sehen zu erhalten oder, wie es in der Bibel geschrieben steht: Blinde wieder sehend zu machen.

Es gibt einige Kampagnen von Ländern, die diesen Auftrag angenommen haben: in Indien hat man in den Jahren 2008 bis 2012 265 Millionen US Dollar aus Steuermitteln aufgewendet, um ein flächendeckendes System aufzubauen, die Katarakt zu behandeln und Augenkliniken aufzubauen. Pakistan investierte 50 Millionen US Dollar in ein ähnliches Programm. Australien hat ein Programm mit über 45 Millionen Australien Dollar aufgelegt, speziell für die Aborigines und die Western Pacific Region.

Perspektiven

Wenn man die Zahlen von 1990 und 2015 vergleicht, hat sich der Prozentsatz der Sehbehinderten deutlich reduziert: in 1990 war noch 4,6 Prozent der Weltbevölkerung sehbehindert; in 2015 nur noch 3,4 Prozent dank der besseren wirtschaftlichen Entwicklung von vielen Ländern, diverser Gesundheitsprogramme und besserem Zugang zum Gesundheitssystem. Das sind die guten Nachrichten. Für 2050 erwartet man allerdings, dass 115 Millionen Blinde (z.Zt. 36 Millionen) und 588 Millionen hochgradig Sehbehinderte (z.Zt. 217 Millionen) auf der Welt leben werden. Die Gründe: Zunahme der Weltbevölkerung bei gleichzeitiger Zunahme des Lebensalters.

Das Projekt in Sumbawanga, Tansania

Ich möchte Sie jetzt mitnehmen in den Südwesten Tansanias in den am Lake Tanganjika gelegenen Rukwa Distrikt. Eine arme Region, wo die Häuser noch teilweise strohgedeckt sind, die Felder noch mit dem Ochsenpflug bestellt werden und das Haupttransportmittel das Fahrrad ist. Der ganze Distrikt hat nur eine Asphaltstraße, die vor fünf Jahren fertig geworden ist und die Distrikthauptstadt mit der Außenwelt verbindet. Die Leute kochen noch auf dem offenen Feuer. Das Wasser wird von weit her mit Eimern auf dem Kopf geholt.

Wie sieht dort die augenärztliche Versorgung aus? Der Rukwa Distrikt hat auf ca. 1,5 Millionen Einwohner einen (!) Cataract Surgeon - das ist ein in der Operation des grauen Stars weitergebildeter Krankenpfleger - einen Optiker und zwei Augen-Krankenschwestern. Die übergeordnete Mbeya Region hat für ca. fünf Millionen Einwohner zwei Augenärzte, zwei Cataract Surgeons, zwei Optiker und ca. zehn Augen-Krankenschwestern.

Das DKVB und die Stiftung Augenlicht haben sich daher vor ca. fünf Jahren entschieden, in dieser Region eine augenmedizinische Versorgung aufzubauen und zwar durch personelle - deutsche Augenärzte behandeln und operieren zweimal im Jahr für jeweils zwei Wochen vor Ort - und materielle Hilfe in Form von augenmedizinischen Geräten, Operationsmaterialien, Intraokularlinsen sowie Verbrauchsgütern.

In Zusammenarbeit mit dem lokalen kirchlichen Krankenhaus führen wir zweimal im Jahr dort ein sog. Eye-Camp durch. Angekündigt im Radio, über Aushänge an Bäumen und Bekanntmachung in der Kirche werden die Augenkranken eingeladen, dorthin zu kommen. Die Menschen nehmen weite Reisen unter teils abenteuerlichen Bedingungen auf sich, z.B. zwei Tage auf der Ladefläche eines Lkw, um dort hinzukommen, meistens begleitet von einem Angehörigen; denn viele Patienten, die kommen, sind blind und müssen geführt werden. Wir richten dann dort eine provisorische Ambulanz ein, wo pro Arbeitstag bis zu zweihundert Patienten angesehen und dann sortiert werden: Wer muss operiert werden, bei wem ist es leider zu spät oder wer braucht nur eine Brille oder Augenmedikamente?

In solch einem Camp sehen wir ca. 1.200 Patienten in zwei Wochen, zweihundert Operationen werden unter sehr einfachen Bedingungen, aber qualitativ hochwertig durchgeführt. Ziel ist es, dauerhaft eine Infrastruktur aufzubauen, die nachhaltig die Situation in der Region verbessert. Aus diesem Grund haben wir in den letzten zwei Jahren fünfzehn Krankenschwestern zu Augen-Krankenschwestern weiterbilden lassen, drei Krankenschwestern befinden sich in einer zweijährigen Ausbildung zu Cataract- Surgeons, und einen jungen Arzt haben wir zur Weiterbildung zum Augenarzt nach Dar es Salam geschickt. Die provisorische Ambulanz ist inzwischen in eine kleine Augen-Ambulanz als ständige Einrichtung umgewandelt worden, das Krankenhaus selbst hat einen Optiker eingestellt, der das ganze Jahr über Patienten mit Brillen versorgt, und uns ist ein Bauplatz innerhalb des Krankenhauses bereitgestellt worden, wo wir - wenn die Finanzierung von 300.000 Euro steht - eine Augenklinik bauen wollen. Dann können die von uns ausgebildeten Kräfte das ganze Jahr über die Patienten behandeln.

Schwerwiegende Krankheitsbilder

Wenn man im Camp arbeitet, sieht man, verglichen mit einer deutschen Augenarztpraxis, viel Leid, sinnlose Erblindung durch fortgeschrittene Glaukome, durch Tumore, die das Auge zerstört haben, durch perforierende Verletzungen Jahre zu spät, aber auch viele Kinder, denen einfach nur die Brille fehlt, um am Schulbesuch teilzunehmen. Erschreck-end ist das Fehlen einer augenmedizinischen Versorgung auch in Bezug auf den grauen Star: wir sehen oft 40-50jährige, die fünf Jahre mit ihrem grauen Star zu kämpfen haben, keiner Berufstätigkeit mehr nachgehen können, denen man aber mit einer zehnminütigen Operation das Sehen wiedergeben kann und damit die Lebensqualität. Blindheit hat auch andere Auswirkungen als bei uns: wenn der Vater nicht mehr die Felder bestellen kann, weil er kataraktblind ist, müssen die Kinder die Arbeit übernehmen. Die Kinder gehen nicht mehr zur Schule und nach fünf Jahren ist deren Schicksal vorbestimmt, nämlich dass sie keine höhere Bildung mehr erlangen können. Erschreckend und bewegend zugleich sind auch Fälle von Kindern, die mit einem angeborenen grauen Star zur Welt gekommen sind, mit fünf oder sechs Jahren von uns operiert werden und nach der Operation zum ersten Mal ihre Eltern sehen.

Viel Elend begegnet uns, das man aber mit entsprechenden Maßnahmen und überschaubaren finanziellen Mitteln abwenden kann. Deswegen ist es uns ein moralischer Auftrag, dieses Projekt durch die Stiftung Augenlicht und durch das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit weiter voran zu treiben und uns möglichst bald überflüssig zu machen: damit die Versorgung der Augenkranken dort lokal und dauerhaft stattfinden kann.

Dr. Raimund Balmes

Liebe Kartellbrüder,

wenn Ihr die Arbeit der Stiftung Augenlicht unterstützen möchtet, beachtet bitte auch den
beigelegten Flyer oder besucht uns auf unserer Homepage: www.stiftung-augenlicht.org.
Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und Hilfe!

Christian Enders (Gm) und Friedrich Quante (Gm, Sbg, Smn)