Mit Heft 31 ihrer Reihe „Hochschulkundliche Arbeitshilfen“ hat die „Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte“ (GDS) jüngst, 2020, eine CD-ROM herausgebracht, die in dieser zeitgemäßen Form ein archivarisches Findbuch darstellt. Das Verzeichnis wurde angelegt von dem ehemaligen Mönchengladbacher Archivdirektor und Verbandsarchivar des KV, Kb Dr. Wolfgang Löhr. Damit ist die hohe fachmännische Qualität dieses Findmittels verbürgt. Die Archivkunde versteht unter einem Findbuch die systematische Verzeichnung eines Bestandes, hier insbesondere die vom KV-Sekretariat angelegten Akten aus der Zeit von 1947 bis 1968 mit einigen Nachträgen bis 1973. Außerdem enthält der Bestand das Schriftgut des Altherrenbunds-Vorsitzenden Bernhard Wielers, das des KV-Ratsvorsitzenden Paul Franken, der Vororte 1949 bis 1968, das anderer KV-Gremien (Rechtsamt, Religiös-weltanschauliches Amt, Ostausschuss), sowie das einzelner Kartellbrüder in Leitungsfunktionen (C. Barzel, Josef Schumacher). Gelegentlich findet man auch eingemischtes Schriftgut aus der Zeit vor dem Verbot des Verbands 1938. Der Bestand mit der Signatur KV 2 umfasst mehr als 400 Einzelnummern und befindet sich heute im KV-Sekretariat in Marl. Die Akten sind in der Regel nach Korrespondenzpartnern geordnet. Die meisten Aktentitel wurden je nach Inhalt neu formuliert und die Zeit, in der sie entstanden sind, hinzugefügt. Hie und da musste der Inhalt noch genauer erschlossen werden, um sich ein Bild machen zu können, was man im Aktenband erwarten kann. Insgesamt vermitteln die Akten einen guten Einblick in die Wiederbegründung des KV, seiner Korporationen und Ortszirkel. Ferner lassen sie erkennen, wie für den KV geworben wurde, wie neue Verbände und Zusammenschlüsse entstanden, welche Vorstellungen man von der Studentenseelsorge und Hochschulpolitik hatte, wie in den 1960er Jahren sich eine Diskussion über eine Reform des Verbandes abzeichnete. Die Liste ließe sich noch stark erweitern, hier sollen nur einige Aspekte Erwähnung finden. Hoch interessant für die Geschichte der einzelnen Korporationen des KV und des ÖKV sind ihre monatlichen Berichte an das KV-Sekretariat, das damals in Beckum angesiedelt war. Das Findbuch ist so angelegt, dass man sich schnell informieren kann, was man im Bestand erwarten kann. Hilfreich ist obendrein das von Siegfried Schieweck-Mauk angelegte Namenregister, das auch die Korporationsnamen berücksichtigt. Wer eine Vereinsgeschichte schreibt, sollte nicht versäumen, in dieses Findbuch zu schauen.


Zu guter Letzt: Für die KVer ist dieses hier vorgestellte Heft mit CD-ROM zum Selbstkostenpreis im KV-Sekretariat in 45757 Marl, Postfach 20 01 31, oder über einen Download im internen Bereich der KV-Homepage kostenlos abzurufen.