Propst Dr. Ewald Vienken: Ein engagiertes Priesterleben hat sich erfüllt

Propst Dr. Ewald Vienken (Flg, E d Pr) zum Gedächtnis
geb. 20. Juli 1946, gest. 11. Dezember 2020

Die Pfarrkirche St. Kornelius im heutigen Aachener Stadtteil Kornelimünster geht auf das von Ludwig dem Frommen Anfang des 9. Jahrhunderts gegründete Benediktinerkloster zurück. Im jetzigen Bistum Aachen wird sie wegen ihrer großen historischen Bedeutung besonders hervorgehoben und dem jeweiligen Pfarrer der Titel Propst verliehen. So auch Kb Ewald Vienken, der dieses Amt seit 2003 bis zu seinem Tod am 11. Dezember 2020 ausübte. Aber in den Zeiten des starken Priestermangels blieb es nicht bei einer Pfarre. Stattdessen musste Kb Vienken im Laufe seines seelsorgerischen Wirkens in Aachen die Leitung von immer mehr Pfarren übernehmen. Zuletzt war er verantwortlich für die Gemeinschaft der Gemeinden Aachen-Kornelimünster/Roetgen, die 14 Dörfer, 11 Kirchen und neun Pfarren umfasst und sich heute nach der in die Eifel führenden im Volksmund so genannten Bundesstraße B 2548 „Katholische Kirche an der Himmelsleiter“ nennt. Für diese Verbindung zwischen den Menschen auf Erden und dem Reich Gottes im Himmel zeichnete Kb Vienken verantwortlich, eine gewaltige Aufgabe.  

Kb Vienken stammte aus Bottrop, wo er am 20. Juli 1946 geboren worden war. Sein Theologiestudium nahm er in Bonn auf und promovierte bei Kb Klaus Hemmerle (Bv, E d Arm), dem späteren Bischof von Aachen. Sein Doktorvater hat ihn stark geprägt. Über diesen charismatischen Theologen konnte er beeindruckende Vorträge halten und seine Zuhörer begeistern. Nach seiner Priesterweihe in Aachen am 6. März 1976 wurde Kb Vienken zum Kaplan an St. Marien in Mönchengladbach-Rheydt ernannt und versah dort von 1978 bis 1980 zugleich mit großer Begeisterung das Amt des Dekanatsjugendseelsorgers. Auch nach seinem Wechsel als Kaplan nach Eschweiler 1980 wirkte er ebenso dort als Jugendseelsorger. Seine erwiesene Fähigkeit, jungen Menschen den Glauben zu verkündigen, führte dazu, dass er zunächst Mitarbeiter und dann von 1984 bis 2003 Leiter des 1978 ins Leben gerufenen Jugendbildungshauses „Haus Eich“ in Aachen wurde. Er machte es zu einem vielbeachteten Zentrum der katholischen Jugendarbeit. Hier bildete er auch Pastoral- und Gemeindeassistenten und -assistentinnen aus. Es fiel ihm nicht leicht, diese ihn ganz erfüllende Tätigkeit wegen der Umstrukturierung des Bistums aufgeben zu müssen.

Als Pfarrer in Kornelimünster engagierte Kb Vienken sich besonders bei der jährlich stattfindenden Korneliusoktav und bei der Gestaltung der sogenannten Heiligtumsfahrt, bei der in Aachen, Kornelimünster und Mönchengladbach alle sieben Jahre Reliquien gezeigt werden, die symbolisch auf die biblischen Erzählungen des Lebens Jesu und seiner Mutter Maria verweisen.

Kb Vienken bekannte sich zu den Idealen unseres Verbandes und war gern gesehener Gast bei der Pruthenia in Aachen, deren Ehrenphilister er war. R. i. p. 

W. L.