Ein Dienst für Gott und den Menschen: Feierlich wurde Kb Christoph J. Bergmann in Köln zum Priester geweiht

„Ihr werdet meine Zeugen sein, bis an die Grenzen der Erde” (Apg 1,8)

Am 24. April 2021 wurde Kb P. Christoph J. Bergmann OP (Nm) durch Weihbischof Rolf Steinhäuser in der Dominikanerkirche Heilig Kreuz in Köln durch Handauflegung und Gebet zum Priester geweiht.

Aufgrund geltender Corona-Bestimmungen konnte die Weihe des Kartellbruders und Dominikaners nur in einem kleineren und schlichteren Rahmen stattfinden. Dies beeinträchtigte keineswegs die Feierlichkeit des Anlasses, schaffte es Weihbischof Steinhäuser und alle Beteiligten doch dem Gottesdienst trotz oder gerade wegen seiner Schlichtheit eine besonders festliche Note zu verleihen. Außerdem wurde der Gottesdienst im Internet live gestreamt, sodass auch alle mitfeiern konnten, die nicht die Möglichkeit hatten, die Weiheliturgie präsentisch mitzufeiern.

Ein Fest der Hoffnung

Die Priesterweihe war nicht die erste Feierlichkeit, bei der Kb P. Christoph durch die geltenden Coronabestimmungen – zumindest teilweise – ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde: So fand seine feierliche Profess im März letzten Jahres im sehr kleinen Rahmen der Mitglieder des Wormser Dominikanerkonvents statt. Und auch die Diakonenweihe im Oktober vergangenen Jahres konnte nur mit begrenzter Teilnehmerzahl und fest zugewiesener Platzwahl im Wormser Dom durchgeführt werden.

Und nun schlugen die Corona-Bestimmungen bei der Priesterweihe erneut zu: Der Gottesdienst musste im kleineren Rahmen stattfinden und der ursprüngliche Weihespender, Bischof Dominik Kardinal Duka OP, konnte aufgrund der drama-tischen Corona-Lage nicht anreisen. Und so kam es zu einer beidseitigen Premiere, wie P. Christoph es im Anschluss an die Weihe in seinen Dankesworten an Weihbischof Steinhäuser formulierte: „Diese Weihe war für uns beide eine Premiere: Für Sie als Weihenden und für mich als von Ihnen Geweihten“.

P. Christoph ist bekannt für seinen Humor und seine Lebensfreude, gleichzeitig aber auch für seine tiefgründigen Gedanken. Der Glaube führte ihn über einige Umwege schließlich zu den Dominikanern und dadurch ins Studentat nach Mainz, wo er seinen Magister in Theologie und Philosophie machte und er schließlich auch Normanne wurde. Auch für diese Zeitschrift hat er eine Abhandlung zu den Prinzipien unseres Verbandes verfasst, die vor einiger Zeit in den AM erschien.

Keine kirchliche Sonderwelt

In seiner Predigt ging Weihbischof Steinhäuser auf die Bedeutung des Priestertums ein: „Priester ist man nicht primär für sich, […] sondern um in Predigt, Verkündigung und Seelsorge den Menschen in der Kirche zu dienen“ so Steinhäuser. Christsein sei für viele Menschen unserer Gesellschaft zwar etwas „schräg, aber akzeptabel“, ganz nach dem Motto: „Der eine isst gern Leberwurst, der andere glaubt halt an die Auferstehung – soll er doch.“ Beim Priestersein sähe es da schon ganz anders aus. Für viele schwinge etwas mit von „etwas Besseres sein zu wollen, einer besonderen Kaste angehören wollen.“ Und so werde, wer heute Priester werden will, häufig direkt unter Generalverdacht gestellt.

Ferner ging Weihbischof Steinhäuser auf das Priestertum ein, denn Priester seien ein Zeichen der Gegenwart Christi, ein Symbol, dass Gott bei den Menschen sei, dass er handle und wirke, auch unabhängig von den Fähigkeiten, Begabungen und guten Willen der Menschen: Mit der Priesterweihe nimmt Christus einen konkreten Menschen objektiv in seinen Dienst der Heiligung und Rettung der Menschen mit hinein und gerade in seiner Schwäche und Sünde wird er zum Hinweis auf Gottes Kraft und Treue.“ Dies sei allerdings nur im Glauben zu fassen, da unsere konkreten Erfahrungen mit sündigen und schwachen Priestern dagegen zu sprechen scheine. „Aber genau so handelt Gott“, so Weihbischof Steinhäuser. Mit Blick auf das gelesene Evangelium (Joh 21,1-18), in welchem Petrus dreimal auf für ihn sicher recht unangenehme Weise durch den auferstandenen Christus befragt wird: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ unterstreicht er diese Aussage. Nachdem Petrus nach Jesu Festnahme ihn dreimal verleugnete, erhielt er nun nach dieser dreimaligen Befragung den Auftrag: „Weide meine Schafe“. „Gleich werden Sie“, so Steinhäuser zu P. Christoph „im Herzen sagen: Ja Herr, ich bin schwach, ich bin ein Sünder, aber ich liebe dich. Und er wird Sie senden und segnen.“

Aus der Tiefe des Glaubens leben

Im Anschluss an die Predigt folgte das Weiheversprechen, die Bereitschaft, als zuverlässiger Mitarbeiter des Bischofs  Priester zu sein, in der Verkündigung des Evangeliums treu und gewissenhaft zu sein, die Mysterien Christi und Sakramente zum Lobe Gottes ehrfürchtig zu feiern, den Armen und Kranken beizustehen und sich Christus den Herrn von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben. Darauf folgte das Treueversprechen an Bischof und Obere und nach der Allerheiligenlitanei die eigentliche Weihehandlung: Der Bischof und alle anwesenden Priester legten ihm die Hände auf, worauf das gesungene Weihegebet des Bischofs folgte und vom ganzen Volk Gottes - die versammelte Kirche – mit dem Amen bekräftigt wurde.

Nach dem Anlegen der priesterlichen Gewänder, der Salbung der Hände mit dem heiligen Chrisamöl und der symbolischen Überreichung von Kelch und Schale, als Ausdrucks seines Auftrags des Sakraments der Eucharistie, wurde die Priesterweihe durch die Eucharistiefeier, die Weihbischof Steinhäuser als Hauptzelebrant in der P. Christoph das erste Mal konzelebrierte, vollendet.

In seinen Abschlussworten sprach Kb P. Christoph von seiner Dankbarkeit an Gott, dass er so leben könne wie er es tut und er seiner Berufung folgen könne, dass er ihn durch zahlreiche Höhen und vereinzelte Tiefen geführt habe und ihn habe spüren lassen: „Ich bin da!“

Weiterhin dankte P. Christoph seinen Eltern, seinen Ordensbrüdern und -schwestern, seinen akademischen Lehrern und besonders den vielen Freunden und Wegbegleitern, von denen einige vor Ort waren, viele aber auch über Livestream dabei sein konnten.

Unterwegs in Gottes Auftrag

Es war ein sehr feierlicher Gottesdienst, in dessen Anschluss leider keine weiteren Feierlichkeiten stattfinden konnten. Dennoch gab es die Möglichkeit beim Verlassen der Kirche dem Neugeweihten zu gratulieren und ihm die besten Wünsche auszusprechen.

Genau eine Woche später, am 1. Mai 2021, durfte Kb P. Christoph im Dom zu Worms seine feierliche Primizmesse halten. Viele seiner Freunde und Wegbegleiter durften ihn an diesem Tag in seinem Element erleben. In seiner Predigt schaffte es Primizprediger Stephan Komischke aus Berlin P. Christophs Charakter auf unterhaltsame und ehr-liche Weise darzustellen. Im Anschluss an den Gottesdienst spendete P. Christoph den Anwesenden den Primizsegen.

Zu seinem Primizspruch erwählte er einen Absatz aus der Apostelgeschichte, indem der Auferstandene Christus zu seinen versammelten Jüngern vor seiner Himmelfahrt ermutigend spricht: „Ihr werdet meine Zeugen sein, […] bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,8)

Wir gratulieren unserem lb Bb P. Christoph zu seiner Weihe und wünschen ihm Gottes Segen für seinen Dienst am Altar und als Seelsorger, als Zeuge Gottes bis an die Grenzen der Erde!  <<

Kb Steffen Brödel (Nm), Kb Marc Lenzke (Nm)