Er hat der Rheinpfalz gut getan
Zwei Tage vor Vollendung seines 83. Lebensjahres ist Lambert Watrin LL.M. verstorben. Kb Watrin trat der Rheinpfalz im Sommersemester 1958 bei. Schon bald engagierte er sich in der Aktivitas und übernahm im Wintersemester 1959/60 die Charge des Kassenwarts (xxx) sowie im Sommersemester 1960 die des Fuchsmajors (FM).
Im Rahmen seines Studiums der Rechtswissenschaften wechselte er von der Universität zu Köln zunächst nach Berlin und trat dort der KStV Tannenberg-Königsberg-Berlin (Ta) bei. Für ein Studienjahr ging Lambert als Stipendiat der Fulbright-Stiftung auch an die US-University nach Berkeley, wo er die international anerkannte Zusatzqualifikation „Master of Laws“ (LL.M.) erwarb. Nach Ablegung der juristischen Staatsexamina trat er als A-Philister in den Altherrenverein der Rheinpfalz und als B-Philister in den der Tannenberg über.
Beruflich engagierte er sich zunächst in der Rechtsanwaltskanzlei seines Vaters Karl, entschloss sich alsbald aber zu einem Wechsel in die Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen. Hier konnte er durch Tätigkeiten in mehreren Finanzämtern und in verantwortlichen Funktionen ein fundiertes Wissen aufbauen. So war er gut befähigt, nach der Wende in der ehemaligen DDR beim Aufbau einer Finanzverwaltung nach bundesrepublikanischem Muster zu wirken. Das hat er mehrere Monate lang getan, musste dabei allerdings in bescheidensten Verhältnissen wohnen. Das hat ihn, obwohl er ohnehin ein eher bescheidener Mensch war, nachhaltig geprägt. Seine berufliche Laufbahn führte ihn schließlich in seine Vaterstadt Köln zurück. Dort wirkte er als Vorsteher des Finanzamtes Köln-Ost in Deutz, also auf der sprichwörtlichen „Schäl Sick“, was ihm aber einen guten Blick auf den Dom gewährte.
Nach seinem Eintritt in den Ruhestand ist er der Bitte des damaligen Philisterseniors Reinhard Elzer gefolgt und hat im Mai 2003 im Vorstand des Altherrenvereins die Charge des Conseniors übernommen, zunächst gemeinsam mit Edgar Beitzen (2003-2008), später mit Hans Goost (2008-2015) und mit Gregor Selbach (2015-2016). Dieses Amt hat Lambert im Oktober 2016 aus Krankheitsgründen leider niederlegen müssen. Dreizehneinhalb Jahre war er in seiner ruhigen und überlegt-abwägenden Art ein wichtiger Ratgeber und Mitwirkender im Altherrenvorstand. Er hat der Rheinpfalz gerne und aus Überzeugung gedient - und er hat ihr und den Bundesbrüdern gutgetan.
Neben der Rheinpfalz galt sein Interesse auch seinem Wohnort Pulheim. Dort war er im Brauweiler Geschichtsverein engagiert, ebenso wie einige Jahre auch im Dansweiler Karnevalsverein.
Seine Familie hat ihn bei allen Engagements stets unterstützt. Seine Frau Melitta kannte viele Rheinpfälzer gut und hat immer wieder an Veranstaltungen teilgenommen, auch an den Kunst- und Kulturreisen. Leider ist sie 2014 nach langer Krankheit allzu früh verstorben. Dieser Verlust hat Lambert schwer getroffen und in seiner durch eigene Erkrankung geschwächten Gesundheit weiter beeinträchtigt. Er hat das Haus der Familie in Pulheim-Dansweiler verkauft und ist in eine Einrichtung mit betreutem Wohnen übergesiedelt.
Als im Jahr 2018 auch noch seine Tochter Claudia nach schwerer Krankheit verstarb, sank sein Lebensmut weiter. Zuletzt musste er sogar pflegerisch betreut werden. So kam sein Tod für seine Familie und Freunde nicht völlig unerwartet.
Lambert hat sein Leben nach über acht erfüllten Lebensjahrzehnten in die Hände seines Schöpfers zurückgelegt. Er ist nun frei von allen irdischen Beschwernissen.
Wir wollen seiner in Freundschaft und mit Respekt ehrend gedenken und ihn in unser Gebet einschließen. Unsere herzliche Anteilnahme gilt seiner Familie, insbesondere seiner Tochter Annette.
Reinhard Elzer