Kartellbruder von hoher Kompetenz, Klarheit und Verlässlichkeit

Nach fünfundzwanzig Jahren hat Kb Reinhard Elzer (Rhein) das Staffelholz des Philisterseniors weiter gereicht

Mit sonorer Stimme verschafft er sich Gehör. Durch und durch Jurist kennt er sich in der Geschäftsordnung aus wie in seiner Westentasche. Elf VVen und Hauptausschüsse hat er als Tagungspräsident geleitet. Schon das hat Reinhard Elzer im ganzen KV bekannt gemacht. Doch bereits als Student hat er sich in den Verband eingebracht, etwa als stellvertretender Vorsitzender des Satzungsausschusses oder studentisches Mitglied des Kartellgerichts. Und seinen KV-Verein, den KStV Rheinpfalz, hat er mehr als fünfundzwanzig Jahre, seit dem 18. November 1995, als Philistersenior geleitet. Anfang Juli hat er dieses Amt an seinen Bundesbruder Gregor Selbach weitergereicht.

Die „Rheinschiene” hat im KV viel Gewicht. Hier leben viele Kartellbrüder, hier gibt es viele traditionsreiche Bünde und hier hat auch Reinhard Elzer seine Wurzeln: An der Universität zu Köln studierte er Rechtswissenschaften, wurde bei der Rheinpfalz aktiv und schloss sein Studium nach dem Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen ab. Heute wohnt er in Bergisch Gladbach, der kleinen Großstadt vor den Toren Kölns.

Zweieinhalb Jahre arbeitete er als Rechtsanwalt, dann trat er in den Dienst des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), einem der beiden großen Kommunalverbände in Nordrhein-Westfalen. 1979 begann er dort als Jurist im Sozialdezernat, arbeitete in unterschiedlichen Abteilungen und wurde 1994 von der Landschaftsversammlung Rheinland zum Landesrat für Jugend und Schulen gewählt.    

Als Landesrat bekleidete Reinhard Elzer verschiedene Positionen: Ab 1996 war er der letzte amtierende Landesrat für Straßen und Verkehrswesen, ehe diese Aufgabe von den Landschaftsverbänden auf den Landesbetrieb Straßen NRW überging. Im Jahr 2000 wurde er Personaldezernent, ab 2001 amtierte er, parallel zu seinen Aufgaben als Landesrat, als Geschäftsführer der Rheinischen Versorgungskassen (RVK), einer Altersvorsorgeeinrichtung für Bedienstete und Beamte der Kommunen in der ehemaligen preußischen Rheinprovinz, die den rheinischen Teil des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die ehemaligen Regierungsbezirke Koblenz und Trier in Rheinland-Pfalz umfasst.

Philistersenior zu sein ist Aufgabe, Ehre und Arbeit zugleich

Eine Vielfalt an beruflichen Aufgaben, die jemanden eigentlich völlig beanspruchen und ausfüllen müsste. Aber Reinhard Elzer gelingt es vielfältig tätig zu sein, und dabei ist er in jedem Bereich kompetent und verlässlich. Und so übernahm er ab 1995 das Amt des Philisterseniors der Kölner Rheinpfalz. Die nötige Erfahrung hatte er zuvor zehn Jahre lang als AH Vx unter den Philistersenioren Dr. Hans Custodis (1985-1990) und Dr. Goswin Lörken (1990-1995) gesammelt. „So wusste ich, Philistersenior zu sein ist Aufgabe, Ehre und Arbeit zugleich, jedoch auch die Chance, den Gesamtverein lebendig zu erhalten und ihm eine Perspektive zu geben”, hat er seinen Bundesbrüdern in einem Rückblick auf sein Amt geschrieben. „Dazu bedurfte es immer wieder neuer Ideen und Impulse sowie der Suche und Pflege persönlicher Kontakte. Bei fast zweihundert Ansprechpartnern war das eine Herausforderung.”        

Aber neben seinem Amt als Philistersenior brachte er sich auch in den KV und den Ortszirkel ein: als Vorsitzender des Ortszirkels „Bergisch Hüs´chen” zu Bergisch Gladbach (seit März 2006), als Mitglied im KV-Hauptausschuss von 2007-2012, als Tagungspräsident und in manchen weiteren Funktionen.

In seinen fünfundzwanzig Jahren Philisterseniorat hat Reinhard Elzer viel für die Rheinpfalz auf den Weg gebracht, angefangen bei den Rheinpfalz-Reisen, mit deren Organisation er 1985, weit vor seinem Amtsantritt als Philistersenior, begann. Im Laufe der Jahre sind 21 Reisen zusammengekommen: zu den Wurzeln des KStV Rheinpfalz im Elsass, aber auch in Form von Kunst- und Kulturreisen in Deutschland. Zum neunzigsten Stiftungsfest der Rheinpfalz im Jahr 2000 erschien eine Festschrift, das hundertste Stiftungsjubiläum 2010 konnte in großem Rahmen gefeiert werden: mit einem Festgottesdienst in St. Maria im Kapitol, einem Festkommers im Kölner Gürzenich, mit Tanz auf den Rheinterassen, einem Exbummel als Fahrt quer durch Köln mit der Straßenbahn „Colonia-Express“ - und das alles bei herrlichem Pfingst-Sonnenwetter.   

Als Festredner des hundertsten Stiftungsfestes hatte der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach zugesagt. Leider musste der bekannte CDU-Politiker kurzfristig absagen (wie sich später herausstellte, aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen). Was tun? Reinhard Elzer baute seine eigene Ansprache als Philistersenior etwas aus und kompensierte so die fehlende Festrede - was durchaus gelang - „da meines Wissens im Nachhinein niemand die Festrede vermisst hat”, berichtete Kb Gregor Selbach.   

Viel Augenmerk hat Reinhard Elzer auf die Kommunikation bei der Rheinpfalz gelegt. Schon 1975 hatte er - in Nachfolge der Rheinpfalzblätter - die kürzeren Informationsbriefe „Rheinpfalz aktuell“ ins Leben gerufen und diese lange als Redakteur betreut. Und er hat bei der Rheinpfalz für digitalen Wandel gesorgt: Heute erhält die Mehrheit der Bundesbrüder (89 Prozent) Rundschreiben, aktuelle Informationen und neuerdings auch das Semesterprogramm nur noch digital - und schnell - via Mail.

Freundschaftlich verbunden

Das persönliche Gespräch ist darüber natürlich nicht verschwunden. Denn Anregungen und Initiativen waren gefragt, auch um Anreize zu geben, um sich treffen und wiedersehen zu können: zu Stiftungsfesten, Ausflügen oder Reisen. Dabei, schrieb er seinen Bundesbrüdern, „konnte ich zu vielen von Euch in Kontakt treten, habe manches über frühere Zeiten der Rheinpfalz und auch über Euch persönlich erfahren und habe dabei viele freundschaftliche Gespräche führen dürfen. Vor allem bei Kollegen im Vorstand und Teilnehmern der Reisen hat das zu besonderer Verbundenheit geführt.”   

Außerdem hat Reinhard Elzer dafür gesorgt, dass der CC 2019 Rheinpfalz´ Satzung und Geschäftsordnung auf den neuesten Stand brachte. Die früheren Regelungen hatten gut fünfzig Jahre Bestand. „Unsere Rheinpfalz ist lebendig und für manche Herausforderungen der Zukunft gerüstet” - dieses Fazit hat Reinhard Elzer am Ende seines Briefes gezogen.    

Man darf wohl davon ausgehen, dass er sich nicht zurückzieht, sondern, vielfältig interessiert, auch künftig im „Un-Ruhestand” lebt. So wurde er, als Freund der „Spaß an der Freud”,  2018 Geschäftsführer der Karnevalsgesellschaft Bürgergarde Bergisch Gladbach, die er zusammen mit seiner Frau gegründet hat. Überflüssig darauf hinzuweisen, wer die Satzung der Bürgergarde ersonnen hat: der gelernte Jurist Reinhard Elzer.

R.N.