Besonderer Geburtstag in Freising
Bericht vom 100. Stiftungsfest der K.St.V. Isaria im KV zu Freising-Weihenstephan
Es war ein großes Wiedersehen mit Bundesbrüdern, die man oft ein Jahrzehnt oder länger nicht mehr gesehen hatte. Mehr als 230 Isaren und ihre Angehörigen kamen am letzten Septemberwochenende 2021 bei strahlendem Spätsommerwetter in Freising zusammen.
Zum Gedenken an die verstorbenen Bundesbrüder versammelten sich die Isaren bereits am Samstagvormittag zu einer Andacht, die Pfarrer Ulrich Kampe aus Oberschleißheim gestaltete. Vier Gedanken gab er den Isaren auf den Weg:
- Es gehe heute ums „Danke sagen“ bei denen, die vor hundert Jahren Isaria gegründet und die Wurzel für heute gelegt haben.
- Seit hundert Jahren sei Isaria ein Netz, das von allen getragen werde und das wiederum jeden einzelnen trage: Ein Netz in dem alle miteinander verbunden und füreinander da seien. Besonders der Glaube verbinde in der Isaria Alt und Jung.
- Die Verbindung sei ein Ort, sich mit seinen Talenten zu erfahren – für sich und für die Gemeinschaft.
- Was vor hundert Jahren gesät worden sei, sei aufgegangen. Es sei Aufgabe jeder Generation, Sorge zu tragen für die folgenden Generationen.
Nach den verschiedenen Conventen und einem gemeinsamen Abendessen startete der Festkommers zum 100. Stiftungsfest unter Leitung des Aktivenseniors Tobias Koller. Auf Grundlage einer 3G-Plus-Regelung und zahlreicher weiterer Vorsichtsmaßnahmen konnte in der gut gefüllten Stadthalle ungezwungen gefeiert werden. Bereits der Einzug der zahlreichen Chargenabordnungen, begleitet von der Isaren-Blaskapelle unter Leitung von Bb Sebastian Kappler, wurde zu einem Fest für Augen und Ohren. So konnte der Senior zahlreiche Gastverbindungen als Chargenabordnung oder in Salonwichs begrüßen: Dazu gehörten die Akademische Damenverbindung Carolina Wilhelmina Ansbach und die Wissenschaftliche Verbindung Palladia zu München. Es folgten T.C. Bund Balduria zu Weihenstephan, A.V. Agraria zu München Weihenstephan und die Akademische Damenverbindung Destina Magna zu Freising-Weihenstephan, C.St.V. Lichtenstein Weihenstephan zu Freising, K.D.St.V. Agilolfia Freising-Weihenstephan, K.St.V. Alania-Breslau, K.St.V. Agilolfia zu Regensburg, K.St.V. Ludovicia Augsburg, K.St.V. Albertia München, K.St.V. Erwinia München, K.S.St.V. Alemannia München, sowie K.St.V. Ottonia zu München.
Darüber hinaus gaben sich die Ehre: der Vorsitzende des KV-Altherrenbund-Vorstandes Dr. Markus Wittenberg, der Philistersenior der K.St.V. Erwinia, Christian Seiler, der Philistersenior der K.S.St.V. Alemannia Norbert Kilian sowie der Philistersenior der K.St.V. Ottonia Theo Säugling.
Besonders herzlich begrüßte Bundesbruder Tobias Koller den Festredner des Abends, Isarias Ehrenmitglied, Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger. In seiner Festrede beschäftigte dieser sich mit dem aktuellen Thema „Krisen – Hilft der Glaube zu ihrer Bewältigung?“ Als Krise definierte Dr. Haßlberger zunächst den Höhepunkt einer Entwicklung, in der eine Entscheidung falle oder notwendig werde. Ein Punkt, an dem sich entscheide, ob es gut werde oder nicht. Ehrenmitglied Dr. Haßlberger stellte zu Beginn seiner Rede aber auch klar, dass der Glaube kein Patentrezept sei, wie Krisen gelöst werden könnten. Ein Blick in die Bibel könne aber helfen zu verstehen, wie Menschen zu früheren Zeiten in ihrer Beziehung zu Gott mit Krisen umgegangen seien. Als „Alttestamentler“ lenkte Weihbischof Dr. Haßlberger dazu den Blick auf eine existentielle Krise des Volkes Israel vor rund 2500 Jahren, als es in die babylonische Gefangenschaft verschleppt wurde. Psalmen erzählten von dieser fundamentalen Krise, aus der es keinen Ausweg zu geben schien. Aber nicht alle seien damals in Lethargie versunken. Vielmehr habe Israel in dieser Zeit begonnen, die bisher mündlichen Überlieferungen zu sammeln und zu verschriftlichen. Dabei hätten sich die Menschen an ähnliche frühere Krisen erinnert. Zwei „rote Fäden“ seien im Alten Testament erkennbar:
1. Israel erinnert sich an den Weg, den es bisher mit Gott gegangen ist. Im Auf und Ab des Lebens. Insbesondere der Auszug aus Ägypten beinhaltet viele Bilder, welche Hoffnung geben, auch aus der jetzigen Krise wieder herauszukommen.
2. Israel erinnert sich an seinen Auftrag, für Gerechtigkeit zu sorgen, damit ein zukünftiger Weg auch ein guter Weg wird, so dass alle menschenwürdig leben können.
Weihbischof Dr. Haßlberger schloss daraus, dass das „sich Erinnern“ ein wesentlicher Schritt sei, um eine Krise (in der es eine Entscheidung braucht) bewältigen zu können. Es sei wichtig, sich für schwierige Zeiten ein „Schatzkästchen“ von Erinnerungen zu sammeln, wo wir in unserem Leben schon Gott erfahren haben. Das helfe nicht per se, sondern helfe den richtigen Weg zu finden und zu gehen. Dieses aus Erfahrungen gesammelte Vertrauen, getragen zu sein, führe zur notwendigen Gelassenheit. Ein klarer Kopf, nicht Panik und Angst führten zu vernünftigen Entscheidungen. Dieses Vertrauen könne helfen in Ruhe und mit dem notwendigen Engagement gemeinsam zu überlegen, wie eine Krise gelöst werden könne.
Nach der Festrede als erstem Höhepunkt des Kommerses konnte Senior Tobias Koller in einem weiteren Höhepunkt insgesamt zehn Fuxen zu Burschen ernennen. Mit dem Salamander endeten der festliche Kommers und ein rundum gelungenes hundertstes Stiftungsfest.
Norbert Bäuml (Is)
