Hat Europa Schutzpatrone?
Unser Kontinent steht unter guten Sternen
In Zeiten wie diesen, die befürchten lassen, dass der russische Überfall auf die Ukraine eskaliert, ist es wichtig, auf Europas Zusammenhalt und seine Schutzpatrone zu schauen.
Ja – es gibt weltweit Verunsicherung und Angst. Es gibt Kräfte außerhalb Europas, die wollen, dass Europa auseinanderdriftet. Sie legen es darauf an, dass das selbstverständliche Miteinander von Nord und Süd, von Ost und West, ein Miteinander, das in den letzten sieben Jahrzehnten gewachsen ist, auseinanderfällt.
Viel ist von den jeweiligen europäischen Staaten, wie auch von der NATO und insbesondere auch von den Vereinigten Staaten und deren vielfältigen Bemühungen, den Weltfrieden aufrecht zu erhalten, die Rede. Völlig aus dem Blick geraten sind in diesem Zusammenhang aber die Schutzpatrone, die Schutzheiligen Europas. Ja - es gibt sie und es ist Zeit, auch an sie zu erinnern:
Papst Paul VI. (1963-1978) war es, der als erster die Idee hatte und den Mönchsvater Benedikt zum Patron Europas ernannte. „Benedikt ist ein Botschafter des Friedens, Bringer der Einheit, Lehrmeister der Kultur, Herold des Christentums und Gründer des monastischen Lebens im Abendland“, so Papst Paul VI. im Oktober 1964.
Unter Papst Johannes Paul II. (1978-2005) folgten dann fünf weitere Persönlichkeiten. Es sind die Slawenapostel Cyrill und Methodius, Katharina von Siena, Brigitta von Schweden und Edith Stein aus Deutschland.
Drei Frauen und drei Männer, allesamt Persönlichkeiten mit entsprechender Wirkungsgeschichte in unserem Kontinent. Sicherlich war beiden Päpsten bewusst, dass die eigentliche Patronin Europas die Mutter Jesu ist. Die Heilige Maria erfährt in ganz Europa höchste Verehrung und es ist keine Überraschung, dass sie nicht nur die „Herzogin des Frankenlandes”, sondern auch die „Patrona Bavariae“ ist.
Dass Maria und Europa zusammengehören, zeigt deutlich die Europafahne. Azurblauer Himmel. Zwölf goldene Sterne. Und: Wie heißt es so treffend in der Offenbarung des Johannes: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“(Off.12,1)
Bei allen Irritationen und Ängsten dürfen wir Christen die Hoffnung haben - insbesondere mit Blick auf Maria und die sechs Patrone Europas - dass unser Kontinent unter guten Sternen steht.
Doch Hoffnung ist das eine - das andere ist der persönliche Einsatz von jedem von uns, sich für den Frieden einzusetzen, darum zu bitten und zu beten
Christoph Goppel (Erw)
