Kb Kardinal Arborelius zum Krieg in der Ukraine und zu den Oster-Unruhen in Schweden

„Wir beten für den Heiligen Vater, dass er die Gaben des Heiligen Geistes empfängt, um Versöhnung und Frieden für die Ukraine herbeizuführen.“, sagte der Bischof von Stockholm Kardinal Anders Arborelius (Em d Nm-W) Ende April gegenüber Vatican News. „Natürlich wäre es ein prophetisches Zeichen, wenn der Heilige Vater nach Kiew reisen könnte.

Auf der anderen Seite wissen wir, dass Russland sehr verärgert, sehr wütend sein würde. Ich kann also verstehen, dass es für den Heiligen Vater nicht einfach ist, zu entscheiden, wie er handeln, was er tun und was er sagen soll. Aber wir wissen, dass der Papst all jenen, die unter dem Krieg leiden, sehr nahe steht. Und ich denke, er ist eine der wenigen Personen in der Welt, die einen gewissen Einfluss auf Patriarch Kyrill haben könnte, der diese Position zugunsten des Krieges eingenommen hat.”
Kb Arborelius wurde 1998 der erste aus Schweden stammende römisch-katholische Bischof von Stockholm seit der Reformation. Papst Franziskus nahm ihn 2017 ins Kardinalskollegium auf.

Der Kardinal nahm auch zu den Ausschreitungen in Schweden während der Ostertage Stellung. Offenbar wegen der Ankündigung eines rechtsextremen Politikers, Koran-Exemplare zu verbrennen, war es dort zu gewalttätigen Protesten gekommen. „Die Polizei wurde von jungen Menschen angegriffen, die gegen die Koran-Verbrennungs-Aktion dieses Politikers demonstrieren wollten”, berichtete Kardinal Arborelius. „In einigen Orten kam es zu diesen Unruhen. In einem Ort blieb es allerdings friedlich – und zwar, weil die Menschen die Atmosphäre vorbereitet hatten. Die verschiedenen Glaubensgemeinschaften und andere hatten daran gearbeitet, die Situation zu beruhigen. Und der lutherische Pfarrer hat sogar die Glocken geläutet, als diese Demonstration begann.”

Man müsse den Hintergrund verstehen: dass Menschen, Einwanderer, das Gefühl hätten, außerhalb der Gesellschaft zu stehen und von niemandem respektiert zu werden. „Bei so einem Eindruck ist es unausweichlich, dass es irgendwann zu Gewalt in unseren Vorstädten kommt.” In Schweden müsse ein vertiefter Dialog beginnen. „Aber stattdessen sehen wir zum Beispiel, dass einige der Parteien jetzt konfessionelle Schulen verbieten wollen. Das ist also auch ein Zeichen, das uns heute beunruhigt.“