Mensch im Dienst für Menschen
Abschied von Thomas Schmöller (* 9.9.1965, † 6.5.2o22)
Dienstleister am Telefon haben es nicht leicht. Manche Anrufer drucksen herum und müssen förmlich rudern, bis man weiß, was sie auf dem Herzen haben. Andere nutzen den Anruf zum Plauderstündchen, politisieren, schimpfen auf die Schlechtigkeit der Welt oder erzählen den Leuten am anderen Ende der Leitung haarklein von Personen, die diese nicht kennen und wahrscheinlich auch niemals in ihrem Leben kennenlernen werden, geschweige denn wollen. Manche schreien in den Hörer hinein. Andere hören schwer. Am schlimmsten und tragischsten sind jene Anrufer, die schon genervt und aggressiv sind, ehe ihr Gegenüber den Hörer überhaupt abgenommen hat. Diese lassen dann ihre schlechte Laune am Mann am anderen Ende der Leitung aus - und der muss das auch noch ertragen, ob er will oder nicht.
Dies und anderes wird man wohl auch im KV-Sekretariat erlebt haben. Aber wie immer die Anrufe auch waren - Thomas Schmöller blieb freundlich und hilfsbereit. Als die Nachricht vom Tod des am 9. September 1965 in Recklinghausen geborenen Westfalen unter den Kartellbrüdern bekannt wurde, da war durchweg die Rede davon, wie freundlich und konstruktiv er mit jedem kommuniziert hat. Im angeblich so logischen Computer-Labyrinth kann man sich nämlich auch hoffnungslos verlaufen. Aber Thomas Schmöller wusste stets Rat. „Wie hat er mir beim Einrichten des Computers geholfen!” meinte so mancher. Servicewüste Deutschland? Nicht beim KV-Sekretariat.
Gelassenheit muss sein Lebenskonzept gewesen sein: „Glücklich, wer mit den Umständen, wie immer diese sind, zufrieden ist und sich mit seinen Verhältnissen angefreundet hat!” sagte der Philosoph Seneca. Und diese Gelassenheit hat Thomas Schmöller wohl befähigt, flexibel zu sein und sich von den Wechselhaftigkeiten des Lebens nicht überrollen zu lassen.
Fünf Jahre arbeitete er bei der Ruhrkohle als Energieelektroniker, danach drei Jahre bei Rank-Xerox als Kundendiensttechniker für Kopier-Großgeräte. Er bildete sich als IT-Netzwerktechniker weiter und arbeitete in der IT-Technik: bestens geeignet für das KV-Sekretariat mit seiner kleinteiligen Verwaltung und seinen sich verästelnden Ressorts.
Im KV-Sekretariat arbeitete Thomas Schmöller 2005 zunächst im Rahmen eines Praktikums, dann wurde er 2006 fest übernommen. Und weil er so viel Tätigkeiten und Berufe kennengelernt hatte, konnte er im KV-Sekretariat eine Fülle von Tätigkeiten übernehmen: Er suchte Wege, vorhandene Programme zu verknüpfen etwa um die Abläufe in der Buchhaltung zu optimieren, war seit 2012 Datenschutzbeauftragter, und war an vielen Wochenenden unterwegs, um KV-Veranstaltungen zu betreuen.
Ein hochkompetenter Mann, der gern reiste, sich Essen und Trinken schmecken ließ, Freude am Leben und an seiner Familie hatte. Aber die Gesundheit machte nicht mehr mit. Weit schlimmer als die Lücke, die Thomas Schmöller im KV-Sekretariat hinterlässt, ist wohl, dass seiner Frau nun der Partner, seiner Tochter der Vater fehlt.
Ihnen und all seinen Freunden und Verwandten, die nun trauern, gilt unsere ganze Anteilnahme. Der Kartellverband ist sehr traurig. Wir sind dankbar für die Zeit, in der Thomas Schmöller bei uns war.
R.i.P.
Manuel Kirsch (Sv, Rhein, Urb, Smn, Win, E d Nbg)