Ein KVer ist Vorsitzender des BR-Rundfunkrats

Der Rundfunkrat, das Aufsichtsgremium des Bayerischen Rundfunks (BR), hat eine neue Leitung: In seiner Sitzung am 12. Mai wählte das Gremium mit 37 von 46 abgegebenen Stimmen Kb Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert (E d Ma) zu seinem neuen Vorsitzenden. In dieser Eigenschaft ist er auch Mitglied der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz. Ruppert wurde von den Bayerischen Hochschulen 2010 in den Rundfunkrat entsandt.

Der 68-jährige Bamberger Professor für Religionspädagogik und Vorsitzende der Virtuellen Hochschule Bayern wird damit Nachfolger von Prälat Lorenz Wolf, der dem Gremium nicht mehr angehört. Auf Kb Prof. Ruppert entfielen bei der ersten Sitzung der neuen Amtszeit des Rundfunkrats 37 von 46 abgegebenen Stimmen. Zu seiner Stellvertreterin wurde die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, mit ebenfalls 37-Ja-Stimmen gewählt. Zur Schriftführerin wurde Luise Klemens, Vertreterin der Gewerkschaft Verdi, gewählt. Gemeinsam bilden sie das Präsidium des Rundfunkrates.

Der Rundfunkrat soll kontrollieren, ob der Programmauftrag des BR erfüllt wird, die Intendantin oder den Intendanten wählen und beraten, insbesondere in Programmfragen. Dabei geht es nicht um vorgelagerte Zensur – der Rundfunkrat hat keinen Einfluss darauf, was gesendet wird und was nicht -, sondern um eine nachgelagerte Kontrolle, etwa bei Publikumsbeschwerden.

Auf verändertes Nutzerverhalten zu reagieren, sehe er als eine der Herausforderungen für den BR in Zukunft, sagte Kb Prof. Ruppert bei seiner Vorstellung. „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk endet nicht im linearen Fernsehen.” Außerdem sprach er sich dafür aus, einen „sauberen und verantwortlichen Journalismus” zu betonen. Auch müsse der Rundfunkrat seine Strukturen deutlich machen. „Bei der Transparenz in der Öffentlichkeit haben wir Nachholbedarf.”    

Rupperts Vorgänger Lorenz Wolf (66) war nach dem Erscheinen des Münchner Missbrauchsgutachtens im Januar in die Kritik geraten. Ihm wurde vorgeworfen, in mehreren Fällen wesentlich dazu beigetragen zu haben, Missbrauchsdelikte zu vertuschen und zu verharmlosen. Wolf hatte daraufhin mitgeteilt, dass er alle seine Ämter und Aufgaben ruhen lasse. Dazu zählten sein Amt als Offizial (oberster Kirchenrichter), des Domdekans, des Leiters des Katholischen Büros in Bayern - und auch der Vorsitz im BR-Rundfunkrat.

BR