Winfried Löffler prägte die Stadt Rottenburg nachhaltig
Zur Erinnerung an Kb Oberbürgermeister a.d. Dr. Winfried Löffler, Al
(* 24. Juni 1930, † 11. August 2022)
Am 11. August 2022 verstarb Dr. Winfried Löffler im Alter von 92 Jahren. „In te, domine, speravi: non confundar in aeternum“ – Auf dich, Herr, habe ich gehofft, nie werde ich zu Schanden in Ewigkeit. Diesen letzten Vers des Te Deums über seine Todesanzeige zu setzen, hat Dr. Winfried Löffler selbst noch verfügt. Zeitlebens war er geprägt und tief verwurzelt im christlichen Glauben.
Aufgewachsen mit fünf Geschwistern in Rottenburg am Neckar machte er 1950 sein Abitur in Tübingen. Es folgte das Jurastudium in Tübingen und Bonn bis zum Zweiten Juristischen Staatsexamen Ende 1958. Der Promotion in Tübingen folgte eine zehnjährige Tätigkeit als Syndikus in einem großen Textilunternehmen in Weingarten und Ravensburg bis 1969, der sich ein weiteres Jahrzehnt als Rechtsanwalt in Friedrichshafen anschloss.
1979 kehrte Dr. Winfried Löffler als Oberbürgermeister in seine Heimatstadt zurück, wo er sich bei der Wahl gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt hatte. Nun folgten sechzehn Jahre engagierter Kommunalpolitik bis zu seinem Ruhestand 1995. In dieser Zeit hat Rottenburg dank einer umsichtigen und vorausplanenden Politik sein Erscheinungsbild in weitem Umfang auch in den siebzehn Stadtteilen erheblich verbessert.
Dr. Löfflers politischer Einsatz und Einfluss reichte durch seine Mitwirkung in zahlreichen regionalen und überregionalen Gremien und Institutionen weit über Rottenburg hinaus. Die Würde eines Ehren- bürgers von Rottenburg und das Bundesverdienstkreuz sind Ausdruck für die hohe Anerkennung, die er für sein erfolgreiches Wirken genoss. Und bei all dem politischen Engagement fand er Zeit, fünfzehn Jahre lang als Organist und danach jahrelang als Sänger im Domchor seiner Liebe zur Musik Raum zu geben.
Im Jahre 1959 heiratete er seine liebe Frau Gabriele, mit der er zwei Söhne und drei Töchter hatte, die ihm wiederum elf Enkelkinder schenkten. Seine Familie war sein ganzer Stolz und es war ihm stets ein Anliegen, trotz aller beruflichen Gebundenheit Zeit für das Zusammensein im familiären Kreis zu finden.
Der Eintritt in die K.St.V. Alamannia war kein Zufall. Schon sein Vater, Dr. Karl Löffler, Oberstudiendirektor in Rottenburg, und sein Onkel, der damalige Staatspräsident Dr. Gebhard Müller, gehörten bereits seit dem Ende der Weimarer Republik als Mitglieder zu Alamannia. Winfried Löffler hat sich in unserem Bund als verlässlicher und in seiner Haltung vorbildlicher Bundesbruder eingebracht. Immer wieder besuchte er Veranstaltungen auf dem Haus und regelmäßig auch beim KV-Zirkel Rottenburg.
Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, würdigte in einem Nachruf das christliche Engagement des Verstorbenen. Dort hieß es: „Winfried Löffler hat nicht nur fünf Bischöfe begleitet in seiner Geburtsstadt Rottenburg – er brachte den hiesigen Kirchengemeinden immer großes Wohlwollen entgegen und war als Christ und praktizierender Katholik bis ins hohe Alter stets Teil der Kirche am Ort.”
Der persönliche Kontakt zum Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll, bei dem er als Ministrant und Stabträger fungierte, habe Winfried Löffler sein Leben lang geprägt. Dabei habe er über seine zwei Amtsperioden als Oberbürgermeister hinweg gezeigt, dass „christliches Engagement und politisches Wirken einander bedingen, und dass aus dem Glauben gerechtes Handeln erwachsen muss“.
Wir werden unserem Bundesbruder Dr. Winfried Löffler stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Für die K.St.V. Alamannia
Dr. Franz Ackermann, Philistersenior