2000 Jahre Liturgie und Kirchengeschichte

Messbücher im Wandel der Zeiten

Den Verfasser des in Rede stehenden Buches stellt die Redaktion von „Kürschners Deutscher Gelehrten – Kalender“ von 2007 wie folgt vor: „Mang, Theo, Dr.-Ing., Honorarprofessor RWTH Aachen […] Fachgebiet: Schmierstoffe und Druckübertragungsmedien und ihr Einsatz als Konstruktionselement in fluidtechnischen Maschinen.“

Man sollte nicht meinen, dass dieselbe Person das vorliegende 442-Seiten-Werk verfasst hat: „Messbücher. 2000 Jahre Liturgie- und Kirchengeschichte“. Es ist aber so. Was nicht im „Kürschner‘“ steht: Prof. Dr.-Ing. Theo Mang, Jahrgang 1938, ist Mitglied der Glückauf-Salia zu Clausthal-Zellerfeld im CV und KV.

„2000 Jahre Liturgiegeschichte“ – diesen Teil des Titels fand ich übertrieben. Hatte aus verkaufsfördernden Gründen hier der Verlag dem Verfasser den Titel aufgedrängt? War es nicht erst Papst Gregor d. Gr. (590 - 604), der das erste Messbuch herausbrachte? Demgegenüber konstatiert Mang: „Schon Ende des ersten Jahrhunderts stand die Basisstruktur der Messe fest“: Wortgottesdienst „sowie das eucharistische Ma[h]l“ (p. 12).

Das Buch ist ein Füllhorn wohlverarbeiteten Materials; es kommt einer Lebenssumme gleich. Es gliedert sich in die Einführung und fünf Hauptkapitel, die hier genannt seien:

  • Die liturgischen Bücher
  • Die Geschichte der Eucharistischen Feier
  • Musik in der Messe
  • Der Buchschmuck in Messbüchern
  • Schrift, Beschreibstoff, Abkürzungen und Einbände

Diese fünf Hauptkapitel enthalten (in der obigen Reihenfolge) 2, 14, 10, 4 und wiederum 4 Unterkapitel. Das Ganze ist illustriert mit 198 (!) farbigen Abbildungen. Insgesamt ist der fulminante Band geprägt durch das, was wahre Wissenschaftlichkeit ausmacht: Interdisziplinarität, hier: von Kirchengeschichte, Kirchenmusik und kirchlicher Literatur einer weit über 1500jährigen kulturgeschichtlichen Groß-Epoche des katholischen Christentums – ein Muss für jeden Freund der Hl. Messe, insbesondere der tridentinischen (forma extraordinaria, 1962).

Siegfried Koß (Gro-Lu)