Anerkennung für ein Lebenswerk

Im November verlieh der Erzbischof von Freiburg, Burger, den päpstlichen Gregoriusorden an Kb Dr. Erwin Vetter (Nm-W)

In einer Feierstunde überreichte der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, Mitte November dem 85 Jahre alten baden-württembergischen Landespolitiker Kb Dr. Erwin Vetter Mitte November 2022 für sein Lebenswerk die hohe päpstliche Ehrung „Ritter des Gregoriusordens“. Der Erzbischof erklärte: „Sie haben sich nicht nur in einem bürgerlichen Sinne mit Schwung und in vorbildlicher Pflichterfüllung große Verdienste um die Allgemeinheit erworben, sondern Sie haben vor allem auch ein herausragendes Zeugnis des Glaubens in Gesellschaft und Kirche gesetzt.“ 

Stephan Burger betonte, dass der Gregoriusorden als Anerkennung für Dr. Erwin Vetters Lebenswerk zu verstehen sei. So habe er „in hohem Maß das verwirklicht, was das Zweite Vatikanische Konzil das Apostolat der Laien genannt hat: Den treuen Dienst in den gewöhnlichen Bereichen des menschlichen Lebens und der menschlichen Arbeit, in Beruf, Gesellschaft und Familie.“ 

Erwin Vetter wurde am 23. Januar 1937 in Mannheim geboren. Nach seinem Abitur 1956 studierte er Rechtswissenschaften, trat der K.St.V. Normannia-Würzburg bei und wurde 1962 zum Dr. iur. promoviert. Von 1964 bis 1972 wirkte er als Beamter im Landratsamt Tübingen, im Regierungspräsidium Karlsruhe und im Staatsministerium Stuttgart.

1972 wurde er als Mitglied der CDU zum Bürgermeister sowie 1974 und erneut 1982 jeweils zum Oberbürgermeister der Stadt Ettlingen gewählt. In den Jahren als Oberbürgermeister von Ettlingen widmete sich Dr. Vetter der umfassenden Innenstadtsanierung, der Schaffung der Ettlinger Schlossfestspiele und der Verbesserung der Verkehrssituation. 

1987 wurde Dr. Erwin Vetter erster Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, 1992 wurde er Minister im Staatsministerium; von 1996 bis 1998 war er Sozialminister des Landes. 1992 bis 2006 gehörte er als Abgeordneter dem Landtag von Baden-Württemberg an. 1998 bis 2008 schließlich war er Präsident der Führungsakademie des Landes Baden-Württemberg in Karlsruhe, einer Einrichtung der Eliteförderung, die u.a. Landesbeamte auf Spitzenpositionen vorbereitet, in der aber immer wieder auch Mitarbeiter der Erzdiözese Freiburg auf Führungsaufgaben vorbereitet werden. 

Kb Vetter hat sich zudem Zeit seines Lebens umfassend für seinen Glauben und im konkreten kirchlichen Dienst engagiert. Ihm ist es zu verdanken, dass das Kolpinghaus in Karlsruhe, das schon aufgegeben werden sollte, erhalten blieb und heute auch nach vielen Jahren noch seine kirchliche Funktion erfüllt. Seit einem Vierteljahrhundert ist Dr. Vetter eine der tragenden Persönlichkeiten des „Theologisch-politischen Dialogs in der Autobahnkirche” Baden-Baden, eine Veranstaltungsreihe zur Begegnung zwischen der Kirche und Spitzenkräften aus Politik und Gesellschaft. Seit der Gründung 2007 bis Ende 2019 war Dr. Erwin Vetter zudem Mitglied des Foyerkreises des „Karlsruher Foyers Kirche und Recht”, einer gemeinsamen Einrichtung des Erzbistums Freiburg und der Evangelischen Landeskirche in Baden zum Dialog mit den obersten Gerichtshöfen des Bundes in Karlsruhe. Als Vorsitzender des „Freundeskreises Emil Wachter” hat Kb Vetter sich seit vielen Jahren hohe Verdienste um das Werk des wohl bedeutendsten kirchlichen Künstlers in Deutschland der Nachkriegszeit erworben, der in Karlsruhe gelebt und gewirkt hat. Während Vetters Amtszeit als Oberbürgermeister konnte Wachter unter anderem in St. Martin, der zentralen Kirche der Stadt Ettlingen, ein monumentales Deckengemälde verwirklichen. 

Der Gregorius-Orden, der bereits seit 1831 vergeben wird, ist eine der höchsten Auszeichnungen, die Laien in der katholischen Kirche durch den Papst verliehen bekommen können. Der Orden hat seinen Namen vom Papst Gregor dem Großen, der im 6. Jahrhundert lebte und wirkte.