Die KV-Akademie lud zur Besichtigung des Horion-Hauses und des Landtags NRW in Düsseldorf ein

Am 6. Mai 2023 versammelten sich am Vormittag vor dem Düsseldorfer Landtagsgebäude achtzehn Teilnehmer, von denen viele dem KV-Ortszirkel Franz Brandts in Mönchengladbach angehörten, zu einer Veranstaltung der KV-Akademie in Düsseldorf. 
Die Gruppe wurde von Kb Dr. Detlef Herbner (Gm-Ho, Urb), Referatsleiter „Besucherinformation des Landtags Nordrhein-Westfalen“, empfangen, der sie zu dem nahegelegenen und nach unserem Kartellbruder Johannes Horion (Arm, Ask, Sx) benannten Haus im heutigen Düsseldorfer Regierungsviertel begleitete. Dort erläuterte er die bauliche und politische Geschichte dieser Villa. Als Architekt des 1910 bis 1911 im neoklassizistischen Stil errichteten und seit 1984 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes trat der Düsseldorfer Architekt Hermann vom Endt in Erscheinung. Gedacht war sie als Dienstsitz des Landeshauptmannes der Rheinprovinz und bildete mit dem zeitgleich errichteten Landeshaus ein Ensemble. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die weitgehend unzerstört gebliebene Villa den Briten als Offiziersclub. 1961 wurde sie unter Ministerpräsident Kb Franz Meyers (Flg, Nbg) Amtssitz des Ministerpräsidenten. Das blieb sie bis 1991. Unser Kartellbruder, der an der Spitze der Landesregierung von 1958 bis 1966 stand und auf den wichtige Impulse zur Entstehung eines Landesbewusstseins in diesem von den Briten geschaffenen Bundesland zurückgehen, legte Wert darauf, wie es seine Art war, dass sein Dienstgebäude zwar als geschmackvoll und repräsentativ empfunden wurde, freilich unter Vermeidung allen Prunks und übertriebenen Glanzes. Wenn man sich den erhalten gebliebenen schlichten Kabinettssaal ansieht, erkennt man sofort, was er meinte. 
Seit 2016 wird das Haus unter anderem für eine Dauerausstellung über die Geschichte der nordrhein-westfälischen Parlamentsgeschichte genutzt. Hier erhielten die Teilnehmer der Veranstaltung eine mit Radio- und Fernsehbeiträgen unterlegte abwechslungsreiche Einführung in die Arbeit der Abgeordneten von den Anfängen 1946 bis in unsere Tage. 
Außerdem wurden einige der bedeutenden politischen Köpfe des Landes vorgestellt. Deutlich wurde, wie sich das politische Geschehen und die Funktionen des Landtags seit den schwierigen Aufbaujahren nach den zwölf Jahren der Hitlerdiktatur und den gewaltigen Zerstörungen aufgrund des verlorenen Zweiten Weltkriegs bis heute entscheidend verändert haben. 
Anschließend führte Kb Herbner nach einem kleinen Imbiss die KV-Runde zusammen mit zwei anderen Besuchergruppen durch das 1988 eröffnete neue Parlamentsgebäude. Es entstand nach den Plänen des Düsseldorfer Architekturbüro Eller-Moser-Walter und Partner. Auffällig sind seine vier ringförmigen Bauten, die wie Räder ineinandergreifen und damit die parlamentarische Demokratie symbolisieren. Während des Rundgangs wurden manche überraschende Hinweise gegeben. Erwähnt sei die Vorstellung des Landeswappens mit dem Rhein, dem westfälischen Ross und der lippischen Rose, die an den 1947 mit Nordrhein-Westfalen zusammengelegten Freistaat Lippe erinnert, oder die 
Erläuterung des „Hammelsprungs“, nach dem sich die Türen des Plenarsaals richten, oder die Pläne und Gründe für die jetzt geplante Erweiterung des Landtagsgebäudes. Beim abschließenden Nachgespräch bedankten sich die Teilnehmer herzlich bei Kb Herbner für die wohlgelungene Veranstaltung. Noch vieles wäre zu besichtigen gewesen wie etwa die umfangreichen Kunstgegenstände im Parlamentsgebäude. Vielleicht lässt sich dies bei einer weiteren Akademieveranstaltung einmal nachholen. Eine weitere Anregung: Was hier in Düsseldorf in die Tat umgesetzt wurde, ließe sich mit einer Besichtigung anderer Landesparlamente fortsetzen.     

W.L.