Danke für die Gastfreundschaft

Mit Start am 16. Juni 2023 beging der K.St.V. Ermland ihr 160. Stiftungsfest. Sie ist somit etwas älter als unser Kartellverband; gestiftet wurde sie als „Warmia” im fernen Braunsberg in Ostpreußen im Dezember 1863. Mitglieder waren damals fast durchgängig Studenten der Philosophie, die bei Eintritt in das Priesterseminar alle weltlichen Vereine verlassen mußten und erst als Pfarrer wieder als Alter Herr tätig werden konnten. So gab es immer wieder aktive und ruhende Phasen der Warmia.

Im Zuge der überaus starken Betrittswelle in den 1920er-Jahren lebte, angeregt durch Kb Dr. Luible, die Warmia in München als Ermland wieder auf. Zu Anfang der 1930er-Jahre wurde die Ermland wieder nach Braunsberg verlegt, jedoch kurz darauf sistiert. Im Jahr 2010 
lebte noch ein A-Philister; um das wortwörtliche Aussterben der Ermland zu verhindern, trat der damalige Vorstand des Altherrenbunds des KV als B-Philister ein. In der Folgezeit konnten noch einige Kartellbrüder als Mitglieder gewonnen werden. 
Durch die guten persönlichen Kontakte des Philisterseniors, Kb Sylvester Held, zur Alamannia gab es die wunderbare Möglichkeit, unser 160. Wiegenfest zusammen mit dem 152. Stiftungsfest der Alamannia zu feiern. Nach vielen Jahrzehnten chargierte der Consenior beim Kommers in den Farben der Ermland ein, was für ein erhebendes Gefühl, was für ein tolles Bild!

Gespannt und aufmerksam

Der Kommers verlief prächtig: eine kurze, aber hervorragende Festrede des Vorsitzenden des Altherrenbunds, Kb Harald Stollmeier, ferner ein Kommerspräside, der perfekt durch den Kommers führte, selten haben wir dies in so guter Ausführung erlebt. Schließlich eine Prinzipienrede, bei der die Prinzipien des KV am eigenen Leben dargestellt wurden, im Saal auf der Alamannenburg war es mucksmäuschen still, alle hörten gespannt und konzentriert zu. Bravo!

Am nächsten Tag konnten die Ermländer, die das wunderbare Sonnenwetter genießen wollten, sich Tübingens Zentrum, die quirlige Lebendigkeit der Einwohner und die schöne Umgebung im oberen Neckartal ansehen. Oder man genoss eine Partie im Stocherkahn auf dem Neckar und anschließend ein oder ein paar kühle Getränke unter den schattigen Bäumen. 
Am Samstagabend erlebten wir auf der Alamannenburg einen herrlichen Familienabend mit guten musikalischen Aufführungen, guten freundschaftlichen Gesprächen, gutem Essen und guten Getränken (diese halten bekanntlich Leib und Seele zusammen). Es war herrlich, die blaue Stunde mit Blick auf Tübingen und den Neckar von den Höhen erleben zu können. 
Es waren zwei unvergessliche Tage in Tübingen, die nachhaltig im Gedächtnis haften werden. Herzlichen Dank an die Aktiven und Alten Herren der Alamannia, uns Ermländern eine so tolle Gastfreundschaft gewährt zu haben! Wir fühlten uns überaus wohl. 

Sylvester Held (Al, Smn, Erm, Stfg, Urb, E d Rh-N),    
August Peter Gräff (Lu, Li, Smn, Erm, Urb)