147. Stiftungsfest der K.St.V. Normannia im KV zu Würzburg. das nächste große fest 2026 zeichnet sich am Horizont ab.
Nach der Ebbe die Flut? Der Rückenwind ist jedenfalls da, die Normannenfamilie feierte zu Beginn des Monats Juli einmal mehr ein großartiges Fest – und freute sich nach der Zeit der Pandemie bei allen Veranstaltungen über viel Zuspruch.
Schon beim Begrüßungsabend mit dem traditionellen Sommerfest für Bundesbrüder, Familien und Gäste war der Himmel gnädig und so war es nicht der befürchtet heiße, sondern ein lauer Abend, der über fünfzig Personen auf das Normannenhaus lockte, die sich zum freundschaftlichen Beisammensein auf der lauschigen Terrasse einfanden. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt! Offensichtlich mundeten Grillschinken, Braten und Salate den Anwesenden, denn es wurde kräftig zugelangt! Und natürlich löschte ein frischgezapftes kühles Bier oder ein schöner fränkischer Schoppen den aufkommenden Durst. Wem der Sinn nach geistigeren Getränken war, der versorgte sich an der eigens auf der Terrasse aufgebauten Normannenbar. Das Gemurmel vertrauter Gespräche, durchbrochen vom lauten Auflachen in der Wiedersehensfreude alter Freunde und das Gläserklingen beim fröhlichen Zuprosten widerspiegelten die heitere Stimmung, die das ganze Festwochenende durchzog.
Die gute Stimmung und bestes bundesbrüderliches Einvernehmen setzten sich beim Cumulativconvent wie bei der Mitgliederversammlung des Studentenwohnheimvereins Normannia fort. Auch hier war die gute Teilnahme augenfällig: Mehr als dreißig Bundesbrüder hatten sich eingefunden, um sich den ernsten Seiten des Daseins zuzuwenden und die Tagesordnungen konstruktiv abzuarbeiten. Dazu gehörte nicht zuletzt das Totengedenken am Anfang des Cumulativconvents: Wie gewohnt gedachten die Bundesbrüder mit einem Vaterunser und einem Avemaria derjenigen, die seit dem letzten Stiftungsfest den Weg alles Irdischen heim zum ewigen Vater gegangen waren.
Auf der anderen Seite durfte sich Normannia über insgesamt drei Neuphilistrierungen von A-Philistern freuen. Dazu zählte u.a. auch der Festredner des Bundesfestes vom vergangenen Januar, Herr Oberstleutnant Markus Lauer. Selbst Alter Herr einer Bamberger Schülerverbindung hatte er in den letzten Monaten so ausnehmend gut Anschluss bei Normannia gefunden, dass er um Aufnahme in unserem Bund nachsuchte, der das Philisterium nur zu gerne nachkam.
Bei aller dankenswerter Kontinuität ergab sich bei der Neuwahl der Chargen des Philisteriums eine bedeutende Änderung: Nach über sechzehn Jahren ununterbrochener Arbeit im Vorstand, davon die vergangenen zehn Jahre als Philistersenior, verließ Bundesbruder Dr. Jörg Brimer die Brücke des Normannenschiffs. In gewohnter Manier war Vorsorge getroffen, denn an seine Stelle tritt ab dem kommenden Semester ein ebenfalls durch viele Jahre Vorstandsarbeit erprobter Bundesbruder, nämlich Markus Hahn.
Wenn der Festkommers zum Familientreffen wird
Daher war es keine Überraschung, dass spontan und aus der Mitte des Konvents der Antrag gestellt wurde, Bundesbruder Dr. Jörg Brimer für seine großen Verdienste um Normannia zum Ehrenphilister zu ernennen. Das bedurfte keiner weiteren Aussprache, der Konvent nahm den Antrag sofort an.
Auch damit tritt Bundesbruder Dr. Brimer in die Fußstapfen seines Vaters und ehemaligen Philisterseniors Normanniae, des unvergessenen Dr. Anton Brimer, der 2021 verstorben war.
In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass beide, Jörg Brimer und Markus Hahn, aus alten Normannenfamilien stammen: Großväter, Väter, Onkel und Brüder waren oder sind Bundesbrüder!
Ferner fällt auf, dass der neue Philistersenior e.s.v. K.St.V. Walhalla im KV zu Würzburg, Dr. André Trojanski, schon seit vielen Jahren als Philisterconsenior bei der Normannia in Amt und Würden ist – eine Verzahnung zwischen zwei Kartellvereinen, wie sie nicht allzu selbstverständlich sein dürfte.
Die Bundesbrüder arbeiteten die wohlbedacht erarbeitete Tagesordnung ab. Es ergaben sich engagierte Diskussionen, die Bundesbrüder fragten nach, die allesamt gut vorbereiteten Vorstandsmitglieder einschließlich der Kassenprüfer standen Re- de und Antwort. Dennoch wurden die Beschlüsse fast immer in überwältigender Einmütigkeit gefasst. Alle wussten, dass es um ihre Normannenfamilie ging, dass wir alle einander versprochen hatten, jederzeit einander gute Freunde und Helfer zu sein – davon sind die Konvente keine Ausnahme!
Nach technischen zeitraubenden Problemen konnte schließlich am Abend auf dem Haus der Festkommers steigen. Zwar war die Geduld der Corona auf die Probe gestellt worden, die souveräne Führung durch den Präsiden des Abends, den hohen Aktivensenior Normanniae, Bundesbruder Florian Meßbacher, ließ das aber rasch vergessen.
Normannia freute sich über Chargenabordnungen von nah und fern, von unseren Nachbarn, der Walhalla, von der Rheno-Frankonia aus der Würzburger Kettengasse, aber auch, zu unserer ganz besonderen Freude, von unserer lieben Tochter aus München, e.v. Katholischen Süddeutschen Studentenverbindung Alemannia, verstärkt um einen Chargierten des K.St.V. Saxonia, dessen Tradition von der Alemannia weitergeführt wird.
In der Corona fanden sich weitere korporierte Vertreter, so zwei Vertreterinnen der AMDV Danaria zu Würzburg. Ohne Zweifel am weitesten gereist war ein Aktiver des Vereins Studierender Esten, der ältesten, größten und bedeutendsten Korporation Estlands. Wiewohl auf der Durchreise wollte er es sich nicht nehmen lassen, am Festkommers von Normannia teilzunehmen!
Bei höchst angenehmer Sommertemperatur floss der Gerstensaft reichlich und ölte die Stimmbänder der Corona vorzüglich, die altbekannten Weisen wurden stimmgewaltig, mit Inbrunst und Begeisterung vorgetragen. Die Aktiven genossen den Augenblick, freuten sich auf die vor ihnen liegenden Semester. Die Philister freuten sich mit den und für die Aktiven, die Wehmut der Erinnerung an die eigene Jugend war schnell weggewischt.
Zumal Normannia blüht, wächst und gedeiht: Die Corona freute sich über zwei Rezeptionen und zwei Promotionen – im Sommersemester! Das Normannenhaus erbebte unter dem Gesang von Farbenstrophe und Bundeslied: „Nicht wankt, nicht bebt Normannias treue Schar, was sie geschworen, hält sie immerdar!“
Offen gesagt vermochte da auch der Festredner des Abends, Herr Rechtsanwalt Berthold Theuffel-Wehrhan, durch das Thema seiner Festrede letztlich kein Wasser in den Wein zu gießen, was die Stimmung der Corona betraf. Wie es Normannenart ist, hörte ihm die Corona zum Thema „Verliert Deutschland wirtschaftlich den Anschluss oder gelingt die Kehrwende?“ konzentriert zu. Der Festredner mahnte mit deutlichen Worten, und nicht wenige in der Corona dürften seine Ansichten geteilt haben. Aber keine Frage, davor wie danach war allen zum Feiern zumute!
Den Abschluss bildeten, abermals gut besucht, die Heilige Messe am Sonntag um 11 Uhr sowie anschließend das Mittagessen in den Weinstuben des Juliusspitals zum Exbummel. Es ist schon längst liebgewordene Tradition, dass wir zur Messe bei den Erlöserschwestern in der Ebracher Gasse einkehren. Zelebriert wurde die Messe von den Bundesbrüdern Domkapitular em. Msgr. Dr. Heinz Geist und Pfarrer Balthasar Amberg. In Würzburg wurde an diesem Wochenende das Fest des Diözesanpatrons Kiliani gefeiert, der Märtyrer Kilian, Kolonat und Totnan gedacht, die aus Irland kommend Franken christianisiert hatten. Willkommener Anlass für Bundesbruder Dr. Geist, in der Predigt zu überlegen, welche Spuren Gottes für uns wahrnehmbar sind; angesichts der Lage der katholischen Kirche in Deutschland eine Herausforderung.
Wahrlich, niemand muss irgendeinen Furor dieser Normannenfamilie fürchten!
Marcus Müller (A-Me, Nm-W, Smn)
Dr. Jörg Brimer (E d Nm-W)