Mit Kommers, Ball und Schifffahrt auf dem Rhein feierte Arminia vom 16. bis 18. Juni 2023 das 160. Stiftungsfest

Einhundertsechzig Jahre Arminia: Dieses Jubiläum würdig zu feiern war eine große Herausforderung. Der simultane Auf- und Abbau mehrerer Veranstaltungen sowie die Versorgung zahlreicher Gäste mussten koordiniert werden. Bereits Monate vor dem Festakt begann die organisatorische Vorarbeit. Die Einladungen der Ehrengäste mussten verschickt und ein Festredner organisiert werden. Es hat uns daher sehr gefreut, dass nicht nur Vertreter der Bundesstadt Bonn und des KV-Rates unserer Einladung folgten, sondern dass wir mit dem nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul einen ganz besonderen Festredner für unseren Kommers am Freitagabend gewinnen konnten.

Der Kommers wurde dann auch zu einem fulminanten Auftakt für das Festwochenende. Arminias Kommerssaal konnte die über 170 Teilnehmer kaum fassen. Dies lag sicher auch daran, dass sich neben zahlreichen Alten Herren und Gästen auch über ein Dutzend Chargenabordnungen anderer Bünde angekündigt hatten, um mit uns auf die vergangenen 160 Jahre Arminia anzustoßen. Außer unseren Kartellbrüdern von Urach, Wiking, Markomannia, Rheno-Borussia, Alemannia, Brisgovia, Ottonia, Walhalla, Germania, Askania-Burgundia und Rheno-Frankonia chargierten auch Vertreter anderer Verbände wie beispielweise unser Freundschaftsbund Unitas-Salia samt seiner Tochterverbindung Unitas-Clara Schumann. Insgesamt ergab sich so eine prachtvolle und würdige Kulisse für unseren Festkommers.

Arminia hat den KV mitgeprägt 

Dieser große Andrang von Gästen aus Politik, Gesellschaft und Kartellvereinen aus ganz Deutschland macht deutlich, dass ein solches Fest nicht nur für uns Arminen Bedeutung hat, sondern auch über die Grenzen des eigenen Vereins und Verbandes hinaus. 160 Jahre Arminia sind eben auch 158 Jahre Gestaltung und Prägung des Kartellverbandes katholischer deutscher Studentenvereine.

Die Bedeutung von Vereinen für das gesellschaftliche Zusammenleben hob auch der Festredner gleich zu Beginn seiner Ansprache hervor und referierte eine gute halbe Stunde zum Thema: „Innere Sicherheit: Die Bedeutung des staatlichen Sicherheitsversprechens in der heutigen Zeit“. Dabei merkte man dem Redner nicht an, dass er direkt von der Innenministerkonferenz in Berlin kam und eine mehrstündige Autofahrt hinter sich hatte.
Neben solch besonders offiziellen und großen Programmpunkten eines Festkommerses gab es auch verschiedene persönliche Momente, die gerade für die Aktivitas von besonderer Bedeutung waren. So wurde einer unserer altgedienten und an Erfahrung nur schwer zu übertreffenden Burschen nach über 20 Couleursemestern feierlich in die Altherrenschaft verabschiedet, während man auf der anderen Seite auch Neumitglieder an diesem festlichen Abend feierlich als Füchse rezipieren konnte. Anschließend gab es ausreichend Zeit, sich auszutauschen und den Abend gemeinsam bis in die Morgenstunden ausklingen zu lassen.

Der Samstag begann für die Aktivitas allerdings früh mit den Abbauarbeiten des Kommerses des Vorabends und dem Aufbau des Cumulativconventes, an dem wir noch weitere Mitglieder als B-Philister in unseren Verein aufnehmen konnten. Für die Aktivitas hieß es anschließend erneut: Abbau des alten und Aufbau des nächsten Programmpunktes. Daher war der anschließende Ball in der „Kleinen Beethovenhalle“ am Samstagabend eine gute Möglichkeit für die Aktiven, ein wenig auszuspannen.

Festlicher Ball mit Francaise 

Der rundum gelungene Ball mit reichem Buffet bestand aus mehreren Tänzen. Der Höhepunkt war sicher die mitternächtliche Francaise, ein Kontratanz, den die Aktivitas zuvor unter Anleitung eines Alten Herrn eingeübt hatte. Doch wurde zum Spiel der Band auch weniger klassisch getanzt.

Das Programm des Balls wurde immer wieder durch kleinere Reden und Einlagen aufgelockert. So nutzte der Consenior seine Damenrede, um sich ausdrücklich beim Damenflor und den Aktiven der Unitas-Clara Schumann für Tanzkurse und andere Veranstaltungen zu bedanken.

Und auch wenn die Füchse an diesem Abend die Aufgabe der Bierschlepper an das eingeübte Servicepersonal übergeben durften, konnten sie doch mit einem kleinen Fuchsensketch den Saal zum Lachen bringen. Auch wenn gerade die Altherrenschaft sich hier ein wenig in Selbstironie üben musste, wurde doch das Leben als Alter Herr parodiert, wenn diese den großen Schritt gehen weg von der Theke und hinein ins Familien- und Berufsleben.

Nachdem bis in die frühen Morgenstunden getanzt worden war, fand die Heilige Messe zu St. Remigius erst um 11 Uhr statt. Von besonderer Bedeutung: Die Messe wurde nicht nur von einem Bundesbruder, nämlich Kpl. Johannes Kutter (Rh-I,Arm), zelebriert, nein es war sogar von Bb Martin Wan exklusiv für das 160. Stiftungsfest eine eigene Messe komponiert worden. Sie wurde von einem Chor aus Bundesbrüdern und dem Verein zugeneigten Personen im Vorfeld einstudiert und jetzt erstmals vorgetragen.
Nach diesem spirituellen und musikalischen Höhepunkt ging es zum Rhein. Dort erwartete uns eine mehrstündige Schiffsfahrt bis nach Remagen und wieder zurück auf der „Moby Dick“. Besonders erhebend war wie jedes Jahr der Moment, an dem Farbenstrophe und Bundeslied erklangen, als wir an der Straußwirtschaft Bellinghausen, unserem Gründungsort in Königswinter, vorbeifuhren. So verlebten wir bei bestem Wetter den Nachmittag, bis es Kaffee und Kuchen gab auf dem Deck. Wieder in Bonn angekommen, zog es uns zurück auf die Hermannsburg, wo der am Vortag aufgebaute Ausklang auf der Terrasse den Abschluss unseres Festwochenendes bildete.

Dankbarkeit Für ein schönes Fest 

So verbrachten wir den restlichen Sonntagabend grillend auf der frisch renovierten Terrasse. In der geselligen Runde entwickelten sich schnell viele interessante Gespräche und so ging das anstrengende Wochenende ruhig und gelassen zu Ende.
Einen Großteil derjenigen, die diesen Bericht lesen, werden die Schilderungen wohl nur allzu gut an eigene Stiftungsfeste erinnern. Heute muss all dies mit einer Aktivitas bewältigt werden, die längst nicht mehr so mannstark ist wie früher.
Ohne die Unterstützung insbesondere der jungen Alten Herren wäre es gar nicht möglich gewesen, ein solches Stiftungsfest durchzuführen. Daher kann man sich gar nicht genug bei allen bedanken, die mitanfassten oder sich zumindest einen Moment geduldeten, wenn etwa gerade ein Fass gewechselt werden musste und die Bierversorgung kurzzeitig ins Stocken geriet. All das, all diese kritischen Situationen verlangten einem vieles an Nerven ab. Aber dann gab es eben auch immer wieder Momente, an denen man sich zufrieden auf die Schulter klopfen konnte, an denen man merkte, dass sich die geleistete Arbeit mehr als nur rentiert hatte.

Von diesen Momenten gab es am Stiftungsfestwochenende nicht wenige; häufig zeigten sie sich in Gesprächen oder kurzen Glückwunsch- oder Dankesbezeugungen.

Auch nach dem Wochenende haben sich viele Alte Herren gemeldet und noch einmal ihre Freude darüber bekundet, Bundesbrüder wiederzusehen, die man teilweise seit Jahren aus den Augen verloren hatte. Allein für diese Begegnungen lohnt es sich, ein solches Fest auszurichten.

Jonas Stapelmann (Arm)
Johannes Pötz (Arm, Agg)