Zur Erinnerung: Einer der besten Schweizer Augenärzte

Dr. med Eduard Cabernard (Car-F) * 30. Juni 1939 in Lungern (Schweiz) - † 30. Juli 2023 in Chur

Eine Trauergemeinde, darunter viele Bundesbrüder, fand sich Anfang August in der Bruderklausen-Kapelle zu Maienfeld ein, um von Kb Dr. Eduard Cabernard Abschied zu nehmen, der im Alter von 84 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit Ende Juli 2023 verstorben war.

Eduard Cabernard, liebevoll Edi genannt, wurde am 30. Juni 1939 in Lungern (Kanton Obwalden) als jüngstes von vier Kindern geboren. Sein Vater Dr. med. Ludowig, Bürger von Brigels in Graubünden, praktizierte dort. Ende 1948 zog die Familie um nach Davos. Es sollte die schönste Zeit seines Lebens werden, wie er immer wieder betonte. Nach der Primarschule - in jenen Tagen noch konfessionell getrennt - ging er auf die Schweizerische Alpine Mittelschule, wo er 1959 im Typus B (Latein, Französisch, Englisch) die Matura machte. Es folgte der obligatorische Militärdienst. 1960 begann er sein medizinisches Grundstudium an der Universität in Fribourg. Hier trat er in den K.St.V. Carolingia ein. Anschließend folgte der Wechsel zur Universität nach Bern, um sich in Ophthalmologie zu spezialisieren. Nach seinen Examina ließ er sich in Burgdorf (Kanton Bern) nieder, wo er von 1976 bis 2004 praktizierte und gleichzeitig Chefarzt im dortigen Spital war. Als einer der führenden Schweizer Augenärzte vertrat er sein Land an mehr als sechzig Kongressen. Auf Grund seiner Verdienste wurde er Ehrenmitglied der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft. In der Würdigung heißt es: „Er hat mit seinem Engagement viel für das Ansehen und die Ausstrahlung der Schweizerischen Ophthalmologie in Europa beigetragen.“

Alle Verdienste Edis als Philistersenior (1980 bis 2004) und Ehrenphilister zu würdigen, ist unmöglich. In einer multikulturellen Verbindung mit Bundesbrüdern aus verschiedenen Ländern hatte Edi Verständnis und Gespür für andere Lebensformen. Sein Bestreben war es, seinen ausländischen Conphilistern die Schönheiten der Schweiz zu zeigen. Und das gelang ihm jedes Mal, sei es bei den Stiftungsfesten am Neuenburger-, Murten-,  Gruyère- oder Bielersee mit der Petersinsel, weltbekannt durch Rousseau. Diese klangen Pfingstmontag aus. Es erging Einladung an alle Bundesbrüder mit Ehefrauen, die auf ihrem Heimweg waren. Man traf sich in seinem Bungalow zu einem leckeren Essen und gutem Wein, im Wissen, das nächste Jahr wieder herzlich willkommen zu sein.

Der Kontakt zu seinen Conphilistern, besonders zu jenen im Ausland, war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Unzählige Telefonate zeugen davon. Sein Augenmerk galt besonders den jungen Carolingen, wohlwollend und freundschaftlich begleitete er sie. Noch kurz vor seinem Tod - er war Anfang März nach Chur ins Altersheim gezogen - hat er Bundesbrüder zum Essen eingeladen. Edi besaß, was die Römer „ fides“ nannten. Er war glaubwürdig, treu und zuverlässig, dazu bescheiden.

Bei all unserer Trauer sind wir dankbar, mit Edi einen Teil unseres Lebensweges gegangen zu sein. Unser Dank und Mitgefühl gilt seinen Söhnen Felix und Clemens, auf die er sehr stolz war, und seiner Partnerin Rita.
Er möge ruhen in Frieden. 

Gert Heckner (E d Car-F)