Ein Rückblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten
Als im Jahre 2013 die gerade erst frisch wiederbelebte K.St.V. Normannia-Greifswald zu Mainz zu ihrem 140. Stiftungsfest einlud, konnte niemand der damals anwesenden Bundesbrüder und Gäste absehen, was die Zukunft für die neue, junge Aktivitas bereithalten würde. Zehn Jahre später können wir festhalten, Normannia lebt, blüht und gedeiht, weshalb das 150-jährige Bestehen unserer Verbindung groß gefeiert werden konnte und musste.
Bereits im letzten Jahr wurden nach kleineren Vorarbeiten auf den Conventen des 149. Stiftungsfestes die Weichen zur Vorbereitung von Normannia-Greifswalds 150. Jubiläum gestellt. Der Convent legte das Fest auf das Fronleichnamswochenende, so dass die Normannenfamilie ihr großes Jubiläum über vier Tage feiern und genießen konnte. Außerdem bestimmte der Convent Bundesbruder Nikolas Hermeling zum Jubelsenior. Dieser formte einen Festausschuss aus fünf Aktiven und Alten Herren um sich herum, der sich mit der detaillierten Planung des großen Festes befasste.
Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete der Besuch des Fronleichnamhochamtes mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf im Mainzer Dom mit anschließender Prozession durch die Altstadt. Selbstverständlich stellte unsere Normannia neben den anderen katholischen Mainzer Bünden sowie unserer Tochterverbindung AV Normannia zu Mainz eine Chargenabordnung. Im Anschluss kehrten einige Bundesbrüder in einer Mainzer Gaststätte ein, ehe am Nachmittag mit dem Angrillen adH das Festprogramm offiziell eröffnet wurde. Dazu durften wir bereits über 40 Bundesbrüder und Gäste im Garten unseres Studentenwohnheims Rhein-Main begrüßen und bis tief in die Nacht feiern.
Festgottesdienst und Ball
Am Freitagabend warteten zwei Highlights auf unsere Festgemeinschaft. Zunächst feierten wir die Heilige Messe mit Bischof Dr. Peter Kohlgraf. Es konzelebrierten zwei Bundesbrüder, ein Priester und ein Diakon. Im Rahmen des Gottesdienstes empfingen ein Bundesbruder und eine Couleurdame vom Bischof das Sakrament der Firmung. Anschließend bat der Festausschuss zum Festabend in den Gemeindesaal der Pfarrgemeinde St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim. Hier erfreuten sich die gut 70 Bundesbrüder und Gäste an einem leckeren Buffet und am Festball. Eröffnet wurde der Ball von den Mitgliedern des Festausschusses und ihren Tanzpartnerinnen mit einem Walzer. Auch in dieser Nacht sahen einige Bundesbrüder ihr Bett erst beim ersten Sonnenstrahl.
Am frühen Samstagmittag aber rief die Pflicht zu den Conventen: Sie standen im Zeichen der Zukunftsplanung. Einerseits gab es Updates bezüglich der Planungen zur Erneuerung des Studentenwohnheims Rhein-Main. Andererseits wurde der Philistervorstand neu besetzt. Die Neuwahlen fanden bereits auf dem Altherrenconvent anlässlich unseres 73. Mainzer Wiegenfestes im Januar statt. Doch nun war der offizielle Zeitpunkt gekommen, dass die Ämter von den altgedienten Bundesbrüdern an ihre Nachfolger übergeben werden sollten. Hervorzuheben sind hier die AHAH Werner Kettel und Dr. Bernhard Loos. Werner Kettel bekleidete über dreißig Jahre das Amt des Altherrenscriptors, während Bernhard Loos über dreißig Jahre als Altherrensenior unsere Normannia prägte und durch schwierige Zeiten führte. Beide wurden im Rahmen des Festabends mit Präsenten und Standing-Ovations geehrt. Zudem erhob der Altherrenconvent Dr. Bernhard Loos zum Ehrenvorsitzenden des Philistervereins, wofür er im Rahmen des Festkommerses mit einer Urkunde ausgezeichnet wurde.
Der Festkommers stand am Samstagabend unter der Leitung des Jubelseniors Nikolas Hermeling als Höhepunkt des Wochenendes auf dem Programm. Hierfür kehrten wir nach St. Bernhard zurück und durften dort über 100 Bundesbrüder und Gäste begrüßen. Besonders freuten wir uns über kartellbrüderliche Chargenabordnungen der Ludovicia-Augsburg und Al-bertia-München sowie eine Chargenabordnung unserer Tochterverbindung AV Normannia zu Mainz. Aber auch weitere Mainzer Bünde, darunter die Kurpfalz aus dem gemeinsamen Haus, erwiesen Normannia mit einer Chargenabordnung die Ehre.
Nach der Begrüßung aller Anwesenden gedachte die Festcorona aller verstorbenen Bundesbrüder und Freunde der Normannia. In seiner Festrede referierte Prof. Magnus Striet, Fundamentaltheologe an der Universität Freiburg, über die Frage, wie man Christ innerhalb einer liberalen Gesellschaft sein könne. Anschließend ergriff Bernhard Loos noch das Wort, um seine Zeit als Philistersenior Revue passieren zu lassen und sich als solcher endgültig in den Ämterruhestand zu verabschieden. Im Rahmen des Kommerses freute sich die Festcorona zudem über die Rezeptionen zweier Neofüchse sowie die Promotion eines Neoburschen. Zwei Bundesbrüder wurden von der Aktivitas zudem in die Altherrenschaft verabschiedet, darunter auch Bb Thomas Kettel, der vor fünf Jahren als Jubelsenior das 145. Stiftungsfest geleitet hatte.
Patenschaft für eine Orgelpfeife
Im Rahmen der Grußworte freuten wir uns über zahlreiche Gratulationen und Geschenke der anwesenden Bünde. So wurde unsere liebe Normannia von unserer Tochterverbindung AV Normannia mit einer Patenschaft für eine Orgelpfeife der neuen Orgel im Mainzer Dom verewigt. Als Vertreter des KV-Altherrenbundes überbrachte Andreas Clessienne die Glückwünsche des Kartellverbands und überreichte dem Präsiden einen KV-Steinkrug. Dass die Stimmung innerhalb der Festcorona überschwänglich gut war, lag nicht zuletzt an der musikalischen Gestaltung. Denn die althergebrachten Studentenlieder wurden dieses Mal nicht von einem Biermusikus am Klavier begleitet, sondern von einer ganzen Bierkapelle. Diese bestand aus Musikern einer Blaskapelle einer freiwilligen Mainzer Feuerwehr, zu denen auch ein Alter Herr unserer Normannia zählte.
Nach dem Festkommers ließen alle noch feierlustigen Bundesbrüder und Gäste den Abend adH ausklingen. Einige Bundesbrüder nutzten die lange Nacht zum Zipfeltausch. Zum dritten Mal in Folge wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Der Sonntag stand traditionell im Zeichen des gemütlichen Ausklangs; Mittags beim Grillen adH und - im Laufe des Tages - der Verabschiedung der von weit her angereisten Farben-, Kartell- und Bundesbrüder. Besonders schmerzte der Abschied eines Bundesbruders und ehemaligen Geschäftsführers des Studentenwohnheims Rhein-Main, der sich nach vier Jahren in Mainz dazu entschlossen hat, zurück nach Ulm zu ziehen, um dort eine neue berufliche Perspektive wahrzunehmen. Für diese wünschen wir ihm alles Gute!
Auch so ist es manchmal mit den Jubiläen. Zu all der Freude gesellt sich hie und da auch Wehmut. Die Freude überwiegt jedoch und Normannia blickt gerne auf die Feierlichkeiten anlässlich ihres 150. Stiftungsfestes zurück. Mit noch größerer Zuversicht richten wir den Blick jedoch in Richtung Zukunft, vor deren Herausforderungen wir getreu unseres Wahlspruchs „nec aspera terrent” nicht zurückschrecken.
Nikolas Hermeling (Nm)
