Archiv des K.St.V. Arminia nun bearbeitet

Der im Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung (ACDP) unter der Signatur 06-010 verwahrte Bestand des K.St.V Arminia zu Bonn ist erstmals vollständig erschlossen worden. Die Unterlagen aus den Jahren 1865 - 2023 enthalten sowohl Schriftwechsel und Protokolle der Altherrenschaft, Schriftwechsel und Protokolle der Aktivitas, als auch Akten zur Arminenhaus AG bzw. zum Arminenhaus e.V., zahlreiche Mitgliederbücher und Fotoalben, alle Ausgaben der Arminenblätter sowie Bierkrüge, Weinpokale und Couleurkarten.

Durch die Beschlagnahme des beim langjährigen Verbandsgeschäftsführer des KV Johannes Henry, befindlichen Archivs im Juli 1938 durch die Geheime Staatspolizei sind zahlreiche Unterlagen aus der Frühzeit der Arminia leider verloren gegangen.

Allerdings haben viele Akten, versteckt zwischen den Privat- und Geschäftspapieren Henrys, die NS-Zeit überstanden und sind erhalten geblieben. Nach seinem Tode 1958 wurden diese Unterlagen wieder auf das Arminenhaus zurückgebracht und grob geordnet. Durch einen Aufruf in den Arminenblättern zur Abgabe historischer Dokumente erfuhr das Archiv ab 1966 einen großen Zuwachs. Außerdem werden die Akten der Aktivitas in regelmäßigen Abständen an das Archiv abgegeben.

Zum Bestand gehören zahlreiche Mitgliedsbücher bzw. Mitgliederlisten, die entweder nach Semestern oder alphabethisch geordnet sind. Das älteste Mitgliedsbuch mit handschriftlichen Eintragungen zu allen  Mitgliedern seit 1863 stammt von 1892, die jüngste gedruckte Mitgliederliste ist von 2022.

Zur Aktivitas stammen die Akten überwiegend aus der Zeit nach 1946. So sind Protokolle der Convente seit der Wiedergründung 1946 bis 2009 vollständig erhalten. Aus der Vorkriegszeit liegen noch gedruckte Semesterberichte aus den Jahren 1899 bis 1932 vor. Außerdem ist im Bestand der Schriftwechsel der Aktivitas ab 1946 mit AHAH, Referenten und anderen Korporationen zu finden.

Die Unterlagen des Philistervereins stellen den größten Teil des Bestandes dar. Hier sind ebenfalls alle Vorstandsprotokolle ab der Wiedergründung des Vereins 1945 bis 2010 überliefert. Der Schriftwechsel reicht sogar bis vor den 1. Weltkrieg zurück. Die Einladungen und Programme der Stiftungsfeste liegen ab 1892 vor.  Insbesondere die runden Stiftungsfeste von 1913, 1963, 1988 und 2013 sind gut dokumentiert.

Der Bau und Unterhalt des Arminenhauses und dessen Sanierung nach dem 2. Weltkrieg spiegelt sich natürlich auch in den Akten wider. Im entsprechenden Gliederungspunkt gibt es dazu zahlreiche Unterlagen; u.a. Baupläne, Grundrisse, Protokolle der Aktionärsversammlungen, Bilanzen, Schriftwechsel mit Behörden und Banken sowie die Umwandlung der Arminenhaus AG in den Verein Arminenhaus 1952.

Eine wichtige Quelle zur  Geschichte der Arminia sind die Arminenblätter, die seit 1921 zweimal jährlich erscheinen. Sie enthalten Semesterberichte, Nachrufe, Mitteilungen von Familienereignissen und Dokumentationen von Stiftungsfesten und Werktagungen. Alle Ausgaben sind im gleichnamigen Kapitel vorhanden.

Unter dem Punkt „Varia" finden sich u.a. verschiedene Kassenbücher, Liederhefte der Arminia, die Festschrift von Joseph Oppenhoff über den Kartellverband von 1913 sowie die erfolgreiche Klage der Arminia vor dem Kartellgericht gegen die Beschlüsse der Vertreterversammlung 2013. Im Kapitel „Objekte" wurden die vielen Couleurgegenstände aufgelistet, die sich im Archiv befinden, u.a. Gästebücher (von 1947 bis heute). Fotos und Fotoalben (ab 1864), Bierkrüge und Weingläser (von 1871 bis 2023) sowie Schallplatten. Die Fotosammlung besteht aus den üblichen Gruppenaufnahmen der Aktivitas, Porträtaufnahmen berühmter Arminen (Johannes Horion, Johannes Henry, Paul Franken, Benedikt Schmittmann) sowie Fotos von Festen und Veranstaltungen (Stiftungsfeste, Karnevalsfeiern, Vorträge) und dem Arminenhaus.

Außerdem enthält der Bestand nicht nur Unterlagen zur Arminia, sondern auch Schriftwechsel mit der Universität Bonn, dem Kartellverband, den Tochterverbindungen Frisia und Westmark sowie den Ortszirkeln „Alter Zoll" und „Kurfürst". Außerdem lassen sich in dem Bestand immer wieder Hinweise auf bekannte Arminen wie Johannes Henry, Joseph Oppenhoff, Konrad Adenauer, Walther Hensel, Benedikt Schmittmann und Konrad Repgen finden.

Das Arminenarchiv, das schon in der Vergangenheit für Festschriften, Aufsätze und Magisterarbeiten genutzt wurde und im Rahmen der Benutzungsordnung des ACDP jederzeit eingesehen werden kann, wartet nun darauf, seine Geheimnisse preiszugeben.

Dr. Andreas Grau (Arm)

Anfragen bitte an: Dr. Andreas Grau, Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung
Tel: 02241/2462270
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