Zur Erinnerung: Abschied von Kb Franz Grüner (*06.09.1941 - † 02.10.2023)
Bei den Mainfranken fand er Heimat
Mit Franz Grüner verlieren wir Mainfranken und der Bamberger KV eine große Stütze unserer Gemeinschaft. Franz‘ freundliche, offene und herzliche Art bereicherte uns alle. Er blieb stets bescheiden, an ihn herangetragene Ehrungen nahm er nur zögernd an. Als er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so häufig zu den Veranstaltungen kommen konnte, blieb er weiterhin interessiert an dem Verbindungsleben und erkundigte sich bei Bundesbrüdern nach dem aktuellen Geschehen bei den Mainfranken. Aus tiefer Verbundenheit zu seiner Verbindung und den Bamberger KV kümmerte er sich rechtzeitig um eine Nachfolgeregelung und übergab 2019 den Vorsitz des Ortszirkels und 2021 die Her-ausgeberschaft der Mainfrankenblätter. So leitete er erfolgreich einen Generationenwechsel ein und konnte die Aufgaben in guten Händen wissen.
Franz ist am 06.09.1941 in Poppendorf in der Fränkischen Schweiz geboren. Zum Studium auf Lehramt mit den Fächern Englisch und Katholische Religionslehre zog es ihn nach Würzburg und Edinburgh. So kam er über die K.St.V. Normannia 1964 zum KV. Als er berufsbedingt nach Bamberg umzog, um Lehrer am Eichendorff-Gymnasium zu werden, zeigte sich seine kartellbrüderliche Haltung, denn nicht lange darauf wurde er 1975 Mitglied im Ortszirkel Domreiter und wenige Jahre später auch B-Philister bei der K.St.V. Mainfranken.
1981 sprang Franz Grüner als Redakteur der Mainfrankenblätter kurzfristig ein und nahm diese Aufgabe doch beeindruckende vierzig Jahre lang wahr. Er schaffte es, die Mainfrankenblätter in der heute gewohnten Regelmäßigkeit erscheinen zu lassen. Gleichzeitig bemühte er sich, aus dem Vereinsblättchen mehr herauszuholen und es durch Artikel und Beiträge interessanter zu machen. Die Leitung des Ortszirkels Domreiter wurde ihm wiederholt angetragen und mit seiner Pensionierung und dem Wegfall der beruflichen Belastung nahm er sie an. Auch in diesem Amt zeigte sich Franz‘ Bemühen um den Bamberger KV. Er führte die Tradition regelmäßiger Ausflugsfahrten weiter und organisierte sechzehn Jahre lang das Zirkelleben in der Domstadt. Dabei schaffte er eine herzliche, familiäre Atmosphäre, in der sich Alt und Jung wohl und heimisch fühlten, wie auf einem Familientreffen.
In einem seiner Artikel von 2011 findet man folgende Zeilen, die sehr gut seine Motivation und Verbundenheit wiedergeben: „Ich habe bei den Mainfranken eine echte Heimat gefunden. Wenn man irgendwo angenommen ist, dann gibt man mit der Übernahme von Aufgaben nur das zurück, was man bereits durch die Geborgenheit und Freundschaft erhalten hat.“ Dennoch wollten die Mainfranken ihn für seine Verdienste auszeichnen und verliehen ihm 2011 die goldene Ehrennadel und ernannten ihn 2015 zum Ehrenphilister. Ebenso erhielt er den Ehrenvorsitz des Ortszirkels Domreiter.
Zuletzt verschlechterte sich leider sein gesundheitlicher Zustand, sodass er nicht mehr so regelmäßig zu Veranstaltungen kommen konnte, wie wir es jahrzehntelang von ihm gewohnt waren. Der Kontakt zu den Mainfranken brach allerdings nie ab. Am 02. Oktober 2023 verstarb Franz im Alter von 82 Jahren.
Jakob Ernesti (Ma, Urb) & Thomas Konietzka (Ma)