Vom 18. bis 21. Mai feierten die Erwinen ihr 150. Stiftungsfest

Hundertfünfzig Jahre Erwinia: Von Donnerstag, 18., bis Sonntag, 21. Mai, konnten wir unser 150. Stiftungsfest gebührend feiern. Eröffnet wurden die Festtage am Donnerstagabend auf dem Ottonenhaus in der Gabelsbergerstraße 24. Im Ottonensaal hatten die Aktivitas und der im Semester zuvor wiedergegründete Damenflor ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt.

Bb Johannes Späth Jr. und seine Schwester Magdalena brachten die Violinsonate von Edvard Grieg zu Gehör, die Mitglieder des Damenflors spielten einen unseren „Senior kocht“-Veranstaltungen nachempfundenen Sketch, der übrigens auf einem Beitrag von Loriot basiert, und der Erwinenchor glänzte mit drei Stücken - erstmals mit Frauenstimmen.

Bb Johannes Späth Jr. und ich nahmen im Vorfeld des Stiftungsfestes Zeitzeugengespräche mit unseren Ehrenseniores Wolfgang Kessler, Dr. Bertl Wanner, Hanns-Martin Werner, Peter Ehrensperger und Charly Bihler in Bild und Ton auf. Ein Zusammenschnitt der Highlights, den Bb Leon Giering angefertigt hatte, wurde am Begrüßungsabend präsentiert. Die Transskripte der Gespräche werden wir gesondert veröffentlichen, zeigen sie doch interessante Aspekte des Verbindungslebens aus den vergangenen siebzig Jahren. 

Umrahmt wurde dieser erste Stiftungsfestabend von einer Ausstellung in Form eines „Erwinen-Museums“. Da gab es unter anderem Exponate wie alte Gästebücher, Fotoalben, Couleurgut, aber auch Lebensläufe der ersten Erwinengeneration zu entdecken. Im Laufe des Abends konnten Alte Herren in den Fotoalben sehen, was in den vergangenen Semestern bei Erwinia alles passiert war und sich in ihre eigene Aktivenzeit zurückversetzen. Vielen Bundesbrüdern hat dieses „Erwinen-Museum” zugesagt. Dank gilt an dieser Stelle unserem Archivar Bb Peter Ehrensperger, der mit mir zusammen die Ausstellungsstücke auswählte. Vorgestellt und gut verkauft wurden auch die neuen Couleurkarten und die zugehörigen Briefmarken mit Erwinenmotiv.

„Vom Ernst des Lebens halb verschont, ist der schon, der in München wohnt!” schrieb der Dichter Eugen Roth einmal: Zwei Stadtführungen am Vor- bzw. Nachmittag des zweiten Stiftungsfesttags boten die Gelegenheit, die schöne Münchner Stadt in Augenschein zu nehmen. Die eine Führung zeigte die Münchner Altstadt, die andere thematisierte das mittelalterliche München. Sogar der Philistersenior der K.St.V. Ottonia, Theo Säugling, nahm gemeinsam mit seiner Frau an einer der Führungen teil.

Abends eröffnete ein Sektempfang auf der Dachterrasse des Hotels Hilton den Festball. So manche Bundesbrüder nutzten die außergewöhnliche Location mit ihrem eindrucksvollen Blick auf Münchens Dächer zum Zipfeltausch. Zwischen den Essensgängen hielt Consenior Richard Emeder die Damenrede - und Daniela Hölzl, Conseniora des Damenflors, erwiderte mit einer „Herrenrede“. Für Erwinias Ehrenmitglied Pater Holger Adler SJ, der an diesem Tag seinen Geburtstag feierte, ließ der Erwinenchor ein Ständchen erklingen. Eine Münchner Française, angeleitet von Bb Hans Hölzl, rundete den Abend ab. 

Convente, wie bei jedem Stiftungsfest üblich, standen am Samstagvormittag, auf dem Programm. Nachmittags starteten die Vorbereitungen zum Festkommers im Augustiner Stammhaus. Insgesamt neun Chargenabordnungen durften wir begrüßen, darunter mit Albertia, Alemannia, Isaria, Ludovicia und Ottonia alle MKV-Ver-bindungen, hinzu kam der MKV-Vorort (Ludovicia Augsburg) sowie Vertreter der K.B.St.V Rhaetia und des Damenflors Erwiniae. Der KV war durch Kb Bernhard Biendl (Ale) vom Altherrenbund-Vorstand vertreten, der die Grüße und Glückwünsche des Verbands überbrachte. 
Wegen der traditionell am Wochenende nach Christi Himmelfahrt stattfindenden Verbandstagung (in diesem Jahr Hauptausschuss und Aktiventag) waren der Vorort und der KV-Rat-Vorsitzende leider verhindert. 

Festredner des Abends war der Bayerische Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek. Er befasste sich mit der Frage, wie der akademische Heilberuf für junge Akademiker wieder zukunftsfähig gemacht werden kann. Ebenso durfte ich Kraft meines Amtes Nico Seiler in den Fuchsenstand, sowie Andrés Nino und Mario Kratz in den Burschenstand Erwiniae erheben. Unser Philistersenior Christian Seiler konnte des Weiteren insgesamt 13 Erwinen die Philistrierungsurkunde überreichen - wobei einige Philistrierungszeremonien aus der Coronazeit nachgeholt wurden. Außergewöhnlich war das Geschenk des Damenflors: Zur Erinnerung an das 150. Stiftungsfest überreichte Seniora Sophia Cornacchia in ihrem Grußwort ein Fahnenband. Conseniora Daniela Hölzl befestigte das Band gleich während des Kommerses an unserer Chargierfahne.

Den letzten Tag des 150. Stiftungsfestes begingen wir mit dem Exbummel zu unserer Gründungskirche St. Anna in Harlaching. Im Rahmen der dortigen Messe, von Bb Johannes Späth Sr. bravourös an der Orgel begleitet, weihte Pater Holger Adler SJ das am Vortag überreichte Fahnenband. Nach einem Gruppenbild klang nach vier aufregenden Tagen das Stiftungsfest in der „Harlachinger Einkehr“ aus.

Es war eine große Ehre, als Jubelsenior das Stiftungsfest zu planen und zu organisieren. Großer Dank gilt auf der Altherrenseite Philistersenior Christian Seiler, Philisterkassier Hans Hölzl, sowie unserem Ehrensenior Peter Ehrensperger. Für die Aktivitas danke ich namentlich Bb Johannes Späth Jr. für seinen unermüdlichen Einsatz. Ebenso gilt ein herzliches „Vergelts Gott“ allen Mitgliedern des Planungskomitees, die bereits Jahre zuvor mit den Vorbereitungen begonnen hatten.

Dank gilt darüber hinaus allen Helferinnen und Helfern, allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die hier namentlich nicht genannt werden können. Denn dieses Stiftungsfest wurde nur möglich, weil wir als Verbindung und Team zusammengearbeitet haben. Auf die nächsten 150 Jahre Erwinia!

Lukas Nanos (Erw), Jubelsenior