Der KV-Übergabekommers in Würzburg (27. bis 29. Oktober 2023)

Jede Regentschaft findet historisch ihr Ende - auch, wie jedes Jahr, die des KV-Vororts. Wobei in diesem Fall das Abdanken nicht nur von melancholischen Gefühlen begleitet werden sollte, sondern von einer Festivität des Zusammenkommens getragen wurde. Denn seit einigen Jahren wird das Ende der vorherigen Vorortspräsidentschaft und der Beginn der kommenden am letzten Wochenende im Oktober festlich begangen. Wenige Veranstaltungen im Jahr laden dabei so dazu ein, als Kartellverband zusammenzukommen und neben der Übergabe des Vororts auch mit Kartellbrüdern den KV ganz offiziell zu feiern.

Neben den Häusern der Walhalla und der Rheno-Frankonia, in denen an diesem Wochenende offiziell gefeiert wurde, ist Würzburg als Stadt ein wunderbarer Veranstaltungsort. Wer neben den Veranstaltungen Zeit übrig hatte, der konnte sich mit einem Besuch der Residenz, des Doms oder der Festung Marienberg kulturell bereichern. Und mit einem Schoppen Frankenwein auf der Alten Mainbrücke oder einem Schäufele im Bürgerspital hatte Würzburg auch manchen kulinarischen Genuss zu bieten.

Zum Wiedersehen und Kennenlernen ins Haus der Rheno-Frankonen

Am Freitagabend dieses festlichen Wochenendes kamen zuerst einmal verschiedene Korporationen aus ganz Deutschland und darüber hinaus zusammen, um die Serie an Veranstaltungen einzuleiten. Dieser Abend galt dem Ankommen und dem eventuell nötigen Kennenlernen noch fremder Kartellbrüder. Unter Leitung des damaligen Vorortspräsiden Vinzenz Frey und des KV-Rats-Vorsitzenden Dr. Markus Wittenberg wurde der Auftakt auf dem Haus der Rheno-Frankonia in der Kettengasse getan und für die hervorragende Stimmung gesorgt, die auch die nächsten Tage bestimmte. 

Vor allem für die neueren Mitglieder unseres Dachverbands war der Samstagmorgen und -vormittag wichtig. Wenn es da-rum geht, Füchsen der verschiedenen Korporationen die Bedeutung des KVs, seine Organisation und Geschichte näher zu bringen, ist dazu wohl kaum einer so gut geeignet wie Kb Karl Kautzsch, der langjährige Vorsitzende des KV-Rates, Leiter der KV-Akademie und Träger des KV-Ehrenrings.

Die restlichen Sonnenstunden dieses Tages gaben weiteren Vereinen die Möglichkeit, nach und nach in Würzburg einzutreffen, die Stadt zu erkunden und erste Gespräche mit altbekannten Kartellbrüdern zu führen oder neue kennenzulernen.

Am frühen Abend feierten die Kartellbrüder die Heilige Messe mit und kamen so dem Prinzip religio nach. Ganz im Sinne der Veranstaltung, möglichst viele Kartellbrüder in Würzburg zusammenzubringen und nicht nur den Vorort zu übergeben, sondern auch unseren Verband zu feiern, zelebrierte Kb Msgr. Dr. Matthias Türk (Wh, Pal), Mitglied des KV-Seelsorgeteams, die Eucharistiefeier. Ihm sei an dieser Stelle nochmals von Herzen gedankt!

Noch Fragen zur Energie-Umsetzung?

Im Anschluss schickte es sich zügig, den Weg zum Haus der Walhalla zu finden. Schwierig war es abzuwägen, was dort beeindruckender wirkte: das Farbenmeer der angereisten Chargendelegationen oder die kunstvolle Deckenbemalung des Festsaals im Walhallenhaus. Neben den kreativen Grußworten, den musikalischen Einlagen und den Vorträgen des ehemaligen und aktuellen Vorortspräsiden ist besonders die Festrede von Kb Philipp Awater hervorzuheben. Mitglied des K.St.V. Wiking zu Aachen und des K.St.V. Burggraf zu Nürnberg, ist er im KV gut bekannt, wurde doch seine Dissertation mit dem Carl-Sonnenschein-Gedächtnispreis 2016 ausgezeichnet. Wer nach seinem Vortrag immer noch Fragen zur Energieumsetzung auf nationaler und internationaler Ebene hatte, muss wohl zu tief in sein Glas geschaut haben.
Auch wenn der Abend durch viele lustige und geistreiche Momente glänzte, bildete seinen Höhepunkt doch der Moment, weshalb so viele Gäste, Kartell- und Farbenbrüder nach Würzburg gekommen waren: die Übergabe der Vorortsstandarte und damit die Übergabe des Vororts.

Würzburg durfte sich als KV-Vorort verabschieden. Vielen Dank an Vinzenz Frey (Rh-F, Urb, Smn), seine Vorortsmitglieder Tobias Tumbrink (Wh, Urb), Maximilian Birke (Rh-E, Bf), Jörn Sternkopf (Rh-F, Urb) und Benjamin Neubauer (Wh, Urb) für all das, was sie innerhalb eines Jahres geleistet haben.
Doch ist mit dem Ende des Vororts in Würzburg auch ein Anfang verknüpft. Viel Erfolg - so viel Eigennutz muss sein - wünschen wir dem aktuellen Vorort aus Bonn  unter der Leitung des Hohen VOP Johannes Pötz (Arm, Arn, AKV Aggstein im ÖKV zu Wien). Ihm stehen Jonas Stapelmann (Arm, Arn), als Vorortsvizepräsident, Richard Schmunk (Rh-Bor) als Vorortsschriftführer, Tobias Wieczorek (Arm) als Vorortskassierer und Vincent Paul Benning (Rh-Bor) als Vorortspressesprecher zur Seite stehen.

Im Anschluss an den Festkommers entspann sich noch manches Gespräch auf dem Haus der Walhalla, ehe die Rückkehr ins Haus der Rheno-Frankonen erfolgte. So manches Gespräch, für das man bis dahin noch keine Zeit gefunden hatte oder das noch nicht vollendet war, zog sich bis in die frühen Morgenstunden hin.

Zum Schöppeln auf die Alte Mainbrücke

Dank an Rheno-Frankonias gute Gastgeber, in der Hoffnung, dass es auch für sie eine Freude war, uns zu beherbergen. Am Sonntag konnten alle zur Ruhe kommen, sich vom schönen Würzburg lösen und den Heimweg antreten - so verlockend der Schoppen Frankenwein auf der alten Mainbrücke und das Schäufele im Bürgerspital auch waren. Wir hoffen, dass jeder die Heimfahrt geschafft hat, sodass wir uns bald auf der nächsten Veranstaltung wiedersehen.   

Richard Schmunk (Rh-Bor) und Jonas Stapelmann (Arm)