Zur Erinnerung: Abschied von einem ganz besonderen Pfarrer

Pfarrer Theodor Schwens (Ttg, Rh-I) *27.03.1941, zum Priester geweiht 21. Dezember 1965, †10.10.2023 R.I.P.

Im Alter von 82 Jahren und im 57. Jahr seines Priestertums ist am 10. Oktober Kb Pfarrer Theodor Schwens (Ttg, Rh-I) verstorben. Theodor Schwens kam am 27. März 1941 in Bochum zur Welt, wuchs im Ruhrgebiet auf und hat dort, unter den hart arbeitenden Menschen dieser Region, gelebt und gewirkt.
Am 21. Dezember 1965 in Duisburg zum Priester geweiht, hat sich Kb Theodor Schwens im Laufe seines vielfältigen Wirkens gerade um die Heimkehrer-Dankeskirche im Bochumer Stadtteil Weitmar verdient gemacht. 
Kb Theodor Schwens entstammte einer religiös geprägten Familie, gerade das Wirken seines Großvaters, des Vaters seiner Mutter, Wilhelm Engel, hinterließ großen Eindruck auf ihn als jungen Mann. „Er war christlicher Gewerkschaftssekretär, Mitglied der Zentrumspartei und setzte sich mit ganzer Kraft für die Menschen ein. Am Ende wurde er von den Nationalsozialisten ermordet. Seine Geschichte hat mich geprägt“, sagte Kb Theodor Schwens vor einiger Zeit gegenüber Journalisten der Funke-Mediengruppe. Die deutsche römisch-katholische Kirche hat Wilhelm Engel entsprechend als Märtyrer aus der Zeit des Nationalismus in das Deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.
Der gesellschaftspolitische Anspruch des Großvaters, aber auch der Einfluss seiner Familie und Anregungen von Franziskanern, die Schwens kannte, waren ausschlaggebend, dass Theodor Schwens Theologie und Philosophie in Paderborn, Bonn und Innsbruck mit dem Ziel des Priestertums studierte. In Innsbruck wurde er bei den Rhenanen aktiv.
Nach seiner Priesterweihe war Theo Schwens zunächst zur Aushilfe in den Gemeinden St. Matthäus in Altena, St. Joseph in Kierspe und St. Mariä Rosenkranz in Mülheim eingesetzt. 1966 nahm er seine erste längere Stelle als Kaplan in der Pfarrei St. Andreas im Essener Stadtteil Rüttenscheid an, die damals als größte Pfarrei im Bistum Essen galt. Weitere Kaplansstellen folgten von 1972 bis 1976 in Hl. Kreuz in Bochum sowie von 1976 bis 1982 in St. Stephanus im Essener Stadtteil Holsterhausen. Im Juni 1982 ernannte ihn der Bischof von Essen zum Pfarrer der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Gelsenkirchen.
Zehn Jahre später wechselte er nach Bochum-Weitmar und leitete als Rektoratspfarrer die Pfarrei Hl. Familie. Hier begann auch sein Engagement für die Heimkehrer-Dankeskirche und den Heimkehrerverband. Als Pfarrer im besonderen Dienst übernahm er ab August 2002 priesterliche Aufgaben zunächst in der Gemeinde Hl. Geist in Harpen und ab Herbst 2004 im Dekanat Gelsenkirchen-Buer. 
Zusätzlich war er weiterhin als Seelsorger für den Heimkehrerverband tätig und engagierte sich für die Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum-Weitmar mit der in der Krypta gelegenen Gedenkstätte. Auch im Verein „Kriegsheimkehrer mahnen“, der im Jahr 2016 gegründet wurde, war er bis zuletzt Mitglied.
„Sein unnachgiebiges Bemühen um den Erhalt der Heimkehrer-Dankeskirche als Mahn- und Gedenkstätte für Friede  und Versöhnung wird stets in lebendiger Erinnerung bleiben. Er war ein Priester und Seelsorger, der für viele Menschen ein treuer Wegbegleiter auf ihrem Glaubensweg war. Für mich persönlich war er stets ein wichtiger Ratgeber und Freund“, sagte Christian Herker, Vorsitzender des Vereins „Kriegsheimkehrer mahnen“.
In den endgültigen Ruhestand trat Kb Theodor Schwens mit der Vollendung des 75. Lebensjahres im Jahr 2016. „Als geschätzter, engagierter Priester und Pfarrer hat er insbesondere in Bochum und Gelsenkirchen Spuren hinterlassen“, würdigte der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, unseren verstorbenen Kartellbruder. Es sei ihm stets ein Anliegen gewesen, als Seelsorger nah bei den Menschen zu sein. 
Dem Requiem in Bochum stand seinem Wunsch entsprechend Kb Pater Robert Jauch OFM, ebenfalls Rhenane, vor.

R.N.