Meilenstein in der Geschichte der Kölner Winfriden

Mit der Eröffnung einer neuen Fotowand, einer Festkneipe im Winfridenhaus, einem Festgottesdienst in St. Thomas Morus, den Konventen sowie dem Festabend im Hotel Leonardo Royal in Köln-Lindenthal feierten die Kölner Winfriden vom 03. bis 04. November 2023 Winfridia-Kölns 110. Stiftungsfest. Mit diesem Jubiläum verbanden sich weitere „runde Daten”: 65 Jahre liegen zurück, seit das Grundstück des Winfridenhauses gekauft wurde - und vor sechzig Jahren gab es den ersten Spatenstich zum Bau des künftigen Winfridenhauses. Da war es eine große Freude, dass der damalige Aktivensenior und spätere Hochschullehrer Prof. Dr. Georg Wieland extra aus Tübingen zu diesem Anlass angereist  war. Auch war unser Jahrgangsältester, der 92 Jahre alte Bb Peter Thie, gekommen. Leider musste unser Semesterältester von 1949, Bb Dieter Mauer, einen Tag zuvor seine Zusage zurücknehmen. 
Drei stolze Jubiläen, die einen willkommenen Grund für 84 Bundesbrüder nebst Damen markierten, sich auf den Weg zu diesen drei Geburtstagsfeiern zu machen nach drei Jahren Corona und einem ersten zaghaften Versuch eines Stiftungsfestes im vorigen Jahr durch die Aktivitas.

So bezeichnete der Aktivensenior Darwin Drude in seiner Rede das 110. Jubiläum als Meilenstein in der Geschichte des K.St.V. Winfridia-Köln. Mit dem Rückblick auf Winfridias Gründung im Jahre 1913 „tauchen wir ein in eine Zeit des Wandels und der Herausforderungen”, sagte er. In den Wirren des beginnenden 20. Jahrhunderts, einer Zeit politischer Umwälzungen und sozialer Veränderungen, hätten sich einige herausragende junge Männer entschieden, den Grundstein für den K.St.V. Winfridia-Köln zu legen. „Ihr Engagement und ihre Entschlossenheit führten zur Entstehung des K.St.V. Winfridia, der seitdem eine reiche Geschichte und ein starkes Erbe bewahrt hat. Die Gründer, die vor über einem Jahrhundert ihre Unterschriften unter unsere Satzung setzten, haben ein Vermächtnis geschaffen, das heute von uns allen getragen wird.”
Als Köln in Trümmer sank Dunkelheit und Zerstörung über die Stadt Köln und den K.St.V Winfridia-Köln brachten die beiden Weltkriege. „Viele unserer Bundesbrüder kämpften in den Reihen der Streitkräfte und einige davon kehrten leider auch nicht lebend zurück. Im Zuge der Gleichschaltung, Beginn 1933, die vom KV und natürlich auch der Winfridia komplett abgelehnt wurde, erklärten die Nationalsozialisten ein Beitrittsverbot für alle Mitglieder der NSDAP und deren Unterverbände. Da der KV sich aber im November 1935 selbst auflöste, betraf es ihn nur bedingt. 1938 wurden katholische Studentenvereine dann als staatsfeindlich eingestuft und endgültig verboten und kurzerhand später der K.St.V. Winfridia zu Köln durch ihre Mitglieder aufgelöst.”

Wiedererstanden wie Phönix aus der Asche

Doch was passiert mit einem Phönix, wenn er stirbt? „Er erhebt sich aus seiner Asche”, sagte der Aktivensenior. „So auch unsere Winfridia. Im Sommer 1949, anlässlich des 36. Stiftungsfestes, also vor 74 Jahren, konnte die Winfridia reaktiviert werden und bis in die 1980er Jahre einen hohen Ansturm von Mitgliedern verzeichnen.”

Die Periode der Wiedererweckung zeuge von der Standhaftigkeit und dem festen Glauben der Kölner Winfriden an ihre Prinzipien: „Scientia, die Suche nach Wissen, erinnert uns daran, dass Bildung und intellektueller Fortschritt wichtige Ziele sind, die wir gemeinsam verfolgen. Amicitia, die Freundschaft, ist das Herzstück unserer Verbindung. Sie verbindet uns in einer lebenslangen Gemeinschaft, die weit über unsere Universitätszeit hinausreicht. Und Religio, der Glaube, erinnert uns an unsere moralische Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und der Gesellschaft.  Diese Prinzipien haben unser Handeln geleitet und werden es auch in Zukunft tun.”
Die 110 Jahre des K.St.V. Winfridia seien ein Zeugnis für die Beständigkeit, das Engagement und die Leidenschaft unserer Mitglieder. Dieses Stiftungsfest eröffne nicht nur einen Blick zurück auf eine reiche Geschichte, sondern auch einen Blick „voller Vorfreude auf die Zukunft, die vor uns liegt. Unser Verein hat eine glorreiche Zukunft vor sich, und gemeinsam werden wir sie gestalten.”, sagte Darwin Drude, erhob sein Glas auf das Wohl des K.St.V. Winfridia-Köln und lud die Corona ein, es ihm gleichzutun:

 „Möge unser Verein immer blühen und gedeihen, und möge die Freundschaft und die Verbindung zwischen uns stärker werden. Jahr für Jahr. Vielen Dank und Prost auf den K.St.V. Winfridia!”

Bernd-Wolfram Vierkotten (Wf-K) und Darwin Drude (Wf-K)