In Mainz: Anhörung über Wünsche, Studentinnen als Mitglieder aufzunehmen
Auf Einladung des KV-Rats trafen sich Vertreter von 14 Kartellvereinen und fünf KV-Ratsmitglieder am Palmsonntag im Studentenwohnheim Rhein-Main in Mainz zu einer Anhörung über Wünsche, Studentinnen als Mitglieder aufzunehmen, teils vor Ort, teils digital.
„Wir wollen heute nicht über Satzungstricks sprechen und auch nicht darüber, ob aktuell jemand gegen die Satzung verstößt“, moderierte der AHB-Vorsitzende Kb Harald Stollmeier an, „wir wollen die ehrlichen Wünsche der hier anwesenden Kartellvereine hören und verstehen. Nur auf der Wahrheit kann man Lösungen aufbauen.“
In einem offenen und fairen Gespräch zeigte sich: Zu den vier bis fünf Kartellvereinen, die bereits einen Parallelverein außerhalb des KV pflegen, einer rein weiblich, die übrigen gemischt, kommen wenigstens sechs weitere, die eine Aufnahme von Frauen anstreben. Der Leidensdruck ist beträchtlich: Viele Vereine machen die Erfahrung, dass männliche Studierenden einem reinen Männerbund keine Chance geben. Zugleich fällt es vielen Kartellbrüdern schwer, den Männerbund über seine rechtliche Zulässigkeit hinaus zu begründen: „Wir verstehen nicht, warum das sein muss.“ Kb Simon Prein (Gro-Lu) fand weithin Zustimmung mit seinem Bekenntnis: „Der Glaube sollte wichtiger sein als das Geschlecht.“ Es lag in der Natur der Veranstaltung, dass die Anhänger der geltenden Satzung in Mainz in der Minderheit waren. Zu Wort kamen sie sehr wohl. Den stärksten Eindruck hinterließ Moenania-Starkenburg-Philistersenior Dirk Thiemann mit seiner Warnung: „Es kommt darauf an, ein klares Profil zu haben – wenn man das nicht hinbekommt, löst die Aufnahme von Frauen kein einziges Problem.“
Harald Stollmeier (Gm, Nf, Sbg, Blt, Smn, Erm)
Am Gespräch im Mainzer KV-Garten u.a. nahmen teil: Harald Stollmeier, Andreas Clessienne (beide KV-Rat), Simon Prein (Gro-Lu), Dr. Peter Frankenbach, Isabel Grames (CStV Kurpfalz) sowie der Vorsitzende des KV-Rats, Dr. Markus Wittenberg.