Zur Erinnerung...Einer der Wiederbegründer Cimbrias
* 21. März 1927 - † 26. Februar 2024
Cimbria trauert um Dr. Johannes Niemeyer. Er starb am 26. Februar 2024. Mit ihm ist ein Vertreter des christlichen Kreises St. Michael von uns gegangen, deren Mitglieder mit ihrem Entschluss, sich als Aktivitas unserem katholischen Verein anzuschließen, die Cimbria 1947 reaktivierten. Über die Beweggründe zu diesem Schritt nach den Erfahrungen in Krieg und Diktatur hat Johannes Niemeyer im persönlichen Gespräch gern gesprochen und dabei auch immer auf den christlichen Glauben als starke Wurzel unseres gesellschaftlichen Miteinanders hingewiesen.
Mit Dr. Johannes Niemeyer hat uns ein Mann mit tiefgreifendem Einfluss verlassen. Als Rechtsanwalt, Regierungsdirektor a. D. und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Deutschen Entwicklungsdienstes prägte er maßgeblich die Richtung und den Geist der Institutionen, denen er diente. Seine Beiträge zum ZDF-Fernsehrat und als Vorsitzender des Ausschusses für Politik und Zeitgeschehen zeugen von seinem Engagement und seiner Hingabe für das öffentliche Wohl.
Dr. Niemeyer wurde am 21. März 1927 in Ramsdorf, Kreis Borken, geboren und widmete sein Leben dem Dienst an der Gemeinschaft. Seine Auszeichnungen, darunter das Große Niedersächsische Verdienstkreuz, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, das Große Bundesverdienstkreuz spiegeln die Anerkennung seiner Verdienste und seines unermüdlichen Einsatzes wider.
Über drei Jahrzehnte war unser Bundesbruder stellvertretender Leiter des Bonner Kommissariats der deutschen Bischöfe. Für seine Arbeit an der Nahtstelle zwischen Kirche und Politik wurde er 1993 mit dem Großkreuz des Gregorius-Ordens ausgezeichnet. Im Rahmen einer Feierstunde würdigte der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Lajos Kada, damals das erfolgreiche Wirken unseres Bundesbruders für die Kirche. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, betonte, dass Johannes Niemeyer sich besonders der Fragen des Staatskirchenrechts und in den vielfältigen Verhandlungen zwischen Kirche und Staat als unentbehrlicher Ratgeber erwiesen habe. Johannes Niemeyer ist zudem Träger der von der Deutschen Bischofskonferenz verliehenen Bonifatiusmedaille.
In Erinnerung an unseren lieben AH Dr. Niemeyer bleiben nicht nur seine Ehrungen, sondern auch die Inspiration, die er vielen durch sein Wirken und seine Persönlichkeit gab. Sein Vermächtnis wird in den Werken, die er hinterlässt, und in den Herzen derer, die ihn kannten, weiterleben.
Als einer der Wiederbegründer Cimbrias nach dem Zweiten Weltkrieg agierte er als einer ihrer führenden Köpfe und übernahm unter anderem Senioratsverantwortung für die Sommersemester 1948 und 1949. Speziell die Aktiven der 1980er und 1990er Jahre durften ihn häufig als Gast auf dem Haus begrüßen und seine Persönlichkeit erleben, unter anderem als Festredner des 85. Stiftungsfest im Festsaal „Ewige Lampe“ in Münster.
Vom CC des vergangenen Gründungsfestes in Paderborn sandten wir unserem Bb Johannes eine Grußbotschaft. Sein Sohn Matthias bedankte sich schriftlich und richtete die herzlichen Grüße seines Vaters aus, der sich über die Grußbotschaft sehr gefreut habe.
Nach seiner Pensionierung zog Johannes sich in sein Refugium in Lienen-Kattenvenne im Tecklenburger Land zurück. Dort verstarb er im Alter von fast 97 Jahren und findet neben seiner Gattin Roswitha seine letzte Ruhe. Wir verabschieden uns von einem großen Cimbern, der Spuren in der Welt hinterlassen hat. Möge er in Frieden ruhen.
Für den Altherrenvorstand des K.St.V Cimbria
Ralf Becker & Franz F. Schreckenberg