Zur Erinnerung...
Trauer um Kb MdB a.D. Prof. Dr. Max Kunz (Is)
* 25. Juni 1929 in Groppenheim - † 30. Juli 2024
Den 95. Geburtstag konnte er im Juni noch bei guter Gesundheit und Vitalität feiern. Auf mein Glückwunschschreiben antwortete er: „Ich habe kaum Beschwerden, mit Ausnahme einer Arthrose im Kniegelenk, die ich jedoch im Griff habe. Ich mache regelmäßig Sport mit dem Rollator und mit Hilfe eines Hometrainers, auf dem ich mich täglich sieben Kilometer bewege. Ich besitze noch eher ein überdurchschnittlich gutes Gedächtnis, das ich in den letzten Wochen überprüft habe und dabei feststellte, dass ich die Namen, Vornamen, Geburtsjahr und Herkunft meiner 72 Schulkameraden und Kameradinnen in meiner Gymnasialklasse noch memorieren konnte.”
Am 30. Juli 2024 verstarb er plötzlich und unerwartet an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung.
Am 8. August haben wir unseren Bundesbruder Max zu Grabe getragen. Eine Chargenabordnung der Isaria erwies ihm die letzte Ehre.
Max wurde am 25. Juni 1929 in Groppenheim bei Waldsassen geboren und wuchs mit sieben Geschwistern auf. Nach dem Abitur absolvierte er die Landwirtschaftslehre und nach der Gesellenprüfung begann er das Studium der Agrarwissenschaften in Weihenstephan. 1950 trat er der Isaria bei und wurde sehr schnell zum Schriftführer berufen. Nach Beendigung des Studiums arbeitete er am Institut für Betriebswirtschaft, promovierte und wurde 1963 in Vohenstrauß mit 34 Jahren jüngster Direktor eines Landwirtschaftsamtes in Bayern. Kurze Zeit später übernahm er das Großamt für Landwirtschaft mit Landwirtschaftsschule in Weiden und trat unserem Ortszirkel bei. Sofern es seine Zeit zuließ, besuchte er stets die Veranstaltungen des KV-Ortszirkels Weiden.
Max war ein durch und durch politisch geprägter Mensch. So trat er bereits 1958 der CDU bei, wechselte 1964 zur CSU und wurde 1978 für den Wahlkreis Weiden/Neustadt an der Waldnaab in den Bundestag gewählt, dessen Mitglied er bis 1990 blieb. Als Bundespolitiker setzte er sich für den Ausbau der Autobahn A 93 und für Windischeschenbach als Standort für die Kontinentale Tiefbohrung ein.
Ein großes Anliegen war ihm die Sanierung der Klosteranlage Speinshart und deren Ausbau zu einer internationalen Forchungsstätte im IT-Bereich. Sein wichtigstes politisches Projekt aber war die Einführung der Mütterrente.
Sein Sorgenkind war Europa, und er warnte immer wieder, dass wir Europäer zusammenhalten müssen, um nicht im Wettkampf zwischen Amerika und China zu verlieren.
Die Erfolge in seinem Politikerleben wurden durch viele Auszeichnungen gewürdigt, so zum Beispiel mit dem „Bayerischen Verdienstorden” und dem „Bundes- verdienstkreuz erster Klasse”. Die Technische Universität Wuhan in China verlieh ihm die Ehrendoktorwürde und berief ihn zum Honorarprofessor.
Max war immer auf seine Gesundheit bedacht. Insgesamt legte er 46 mal das Deutsche Sportabzeichen ab. Von 1963 bis 2018 war er in der Seniorensportgruppe des Turnerbundes Weiden aktiv. Erst als seine Frau Eva 2022 verstarb, trat er etwas kürzer.
Mit seinen drei Kindern trauert die Isaria um eine außergewöhnliche, herausragende Persönlichkeit, die im persönlichen und politischen Leben immer auf Stil, Anspruch, Würde und Integrität setzte. Er verstand seine Zugehörigkeit zur Isaria als einen Lebensbund, dem er sich verpflichtet fühlte, und betonte immer wieder, dass die Verbindung ein sehr wichtiger Teil seines Lebens gewesen sei, wofür er sehr dankbar wäre.
Ein langes, erfülltes Leben ist zu Ende gegangen.
Lieber Max, wir behalten dich in bester Erinnerung.
Ruhe in Gottes Frieden!
Adolf Baumann (Is), Vorsitzender des OZ Weiden