So leben die Studenten - in Jena einst und jetzt

Bernhard Schroeter (Burschenschaft Frankonia Erlangen)

Und in Jene lebt sich´s bene, und in Jena lebt sich´s gut!“ wissen die Studenten in Jena seit über 475 Jahren, nachdem 1548 die Hohe Schule gegründet und diese im Jahr 1558 in den Rang einer Universität erhoben wurde.

Unter dem gleichnamigen Titel „Und in Jene lebt sich’s bene – Die Universität Jena und ihre Studenten” ist nunmehr ein Buch im WJK-Verlag erschienen, welches sich dem Versuch ausgesetzt hat, die Geschichte der Stadt Jena und ihrer Universität im korporationsstudentischen Kontext sowie einen Abriss der Geschichte sämtlicher bestehender und gewesener Studentenverbindungen in Jena auf der Grundlage einer zusammengetragenen Couleur- und Ansichtskartensammlung von Jena wiederzugeben.

Ein reines Sachbuch ist es nicht und auch kein Album mit der Abbildung von Jenaer Couleurkarten und Stadtansichten. Die Mischung macht es. Alles in allem gibt das Buch auf nahezu dreihundertachtzig Seiten einen mitunter humorig geschriebenen Überblick über die Geschichte der Stadt Jena, die gelegentlich auch „Salana“ genannte „Alma Mater Jenensis“ sowie über das aktuelle und das vergangene Farbenstudententum. Es sollte in keiner couleurstudentischen Bibliothek fehlen.

Sowohl die Ausführungen zur Stadt- als auch insbesondere zur Universitätsgeschichte werden im weiten Bogen gespannt; von den Anfängen über die Zeit im Kaiserreich, unter dem Nationalsozialismus sowie über den nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges erfolgten Wiederaufbau im real existierenden Sozialismus der gewesenen „DDR“ und sie enden in der Gegenwart.

Kennen Sie die „Räuberia von Lichtenhain“ oder die „Räuberfahrten“, haben Sie schon einmal vom „Hitlerbüstenattentat“, über den „Bloch-Kreis“ und den „Eisenberger Kreis“ oder über studentische Bräuche in der „DDR“-Zeit gelesen, welche durchaus mit individuellen Risiken verbunden waren? Wenn Ihnen diese Begriffe fremd sein sollten, finden Sie die entsprechenden Hintergründe in dieser Publikation wieder.
Ergänzt wird das Buch durch die Darstellung des für Jena einzigartigen Bierstaatswesens und der einzelnen Bierdörfer, durch eine Sammlung von jenatypischen Studentenliedern einschließlich einer „DDR“-Variante des Liedes „Und in Jene lebt sich’s bene“ sowie einer Darstellung von stadtbekannten menschlichen Originalen und besonderer Stätten korporationsstudentischen Lebens.
Dies und noch vieles mehr könnte man aufzählen, wollte man den Inhalt des Buches erfassen.

Dabei ist das Werk nicht nur für den Leser mit Bezug zu Jena interessant, da auch „über den Tellerrand“ hinaus die Darstellung der einzelnen studentischen Dachverbände sowie des Bierstaatwesens an anderen Hochschulstädten nicht vergessen wurden.

Zum Autor ist anzumerken, dass er sich als inzwischen Alter Herr der Halle-Leobener Burschenschaft Germania und aufgrund seines Geburts- und Studienorts Jena eine besondere Affinität zum Jenaer Farbenstudententum bewahrt hat.