Zur Erinnerung...Er prägte die Arbeit des Bundesrats

Abschied von Staatssekretär a.D. Kb Dr. Gebhard Ziller (Al) * 17. März 1932, † 10. März 2024

Kurz vor seinem 92. Geburtstag ist am 10. März 2024 Staatssekretär a.D. Kb Dr. Gebhard Ziller (Al, Stfg, E d Arm) verstorben. Als Direktor des Deutschen Bundesrats leitete der promovierte Verfassungsrechtler neun Jahre lang, von 1978 bis 1987, das Sekretariat der Länderkammer. 
Gebhard Ziller, 1932 in Konstanz am Bodensee als Sohn eines Berufsoffiziers geboren, wuchs in Stuttgart auf und besuchte dort das Schickhardt-Gymnasium. Nachdem er 1951 das Abitur bestanden hatte, absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Finanzanwärter, studierte von 1953 bis 1956 Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen, wurde beim K.St.V. Alamannia-Tübingen aktiv und war 1956/57 Vorortspräsident des KV. 1956 legte er die Erste juristische Staatsprüfung ab. Von 1957 bis 1961 absolvierte er seine Referendarausbildung im Bereich des Oberlandesgerichtes Stuttgart. Zeitweilig war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen. 1960 promovierte er bei dem Tübinger Staatsrechtler und Kommentator des Grundgesetzes Kb Prof. Günter Dürig (E M d Al) mit einer Arbeit über den Begriff der verfassungsmäßigen Ordnung im Grundgesetz zum Dr. jur., 1961 legte er das Zweite juristische Staatsexamen ab.
Seine Berufslaufbahn begann Kb Dr. Gebhard Ziller 1961 als Leiter des Referats „Parlamentsdienst und Öffentlichkeitsarbeit” im Sekretariat des Bundesrates in Bonn. Dort war er einer der engsten Mitarbeiter des damaligen Bundesratsdirektors Kb Albert Pfitzer (Al). Wie es hieß, wurde sein Bundesbruder Albert Pfitzer auf ihn aufmerksam, als er einen Kandidaten suchte, der sich nicht allein gut im Verfassungsrecht auskannte, sondern auch kontaktfreudig genug war, um die undesratsereignisse bekannt zu machen. 
1971 berief ihn sein Bundesbruder, der damalige rheinland-pfälzische Minister für Soziales, Gesundheit und Sport, Kb Dr. Heiner Geißler (Al, Stfg), zum Leiter der Zentralabteilung seines Ministeriums nach Mainz. Im Juni 1976 wurde Ziller Staatssekretär der niedersächsischen Landesregierung. Am 1. Juli 1978 folgte die Ernennung zum Direktor des Bundesrates. Während seiner Amtszeit im Sekretariat des Bundesrates begleitete er insgesamt 115 Plenarsitzungen und unterstützte elf Präsidenten bei ihrer Amtsführung. Für seine ausgezeichneten Leistungen wurde er 1982 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und 1986 mit dem großen Verdienstkreuz ausgezeichnet. 
Am 4. April 1987 übernahm Kb Gebhard Ziller das Amt des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Am 1. Juli 1996 ging er in den Ruhestand.
Zahlreiche Beiträge in rechts- und staatswissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden stammen aus der Hand unseres verstorbenen Kartellbruders, darunter das zuletzt gemeinsam mit seinem Nachfolger als Bundesratsdirektor Georg-Berndt Oschatz verfasste Buch „Der Bundesrat“. Neben seiner Ehefrau Ingeborg hinterlässt Gebhard Ziller zwei Söhne und zwei Enkelkinder. Der K.St.V. Alamannia-Tübingen nimmt zusammen mit dem ganzen KV Abschied von einem Bundesbruder, der unserem Gemeinwesen wichtige Impulse gegeben hat. Möge er in Frieden ruhen.

R.N.