Kb Dr. Jakob Schmidkonz (Ale)
Religio.Scientia.Amicitia. Die Prinzipien unserer Alemannia und des Kartellverbands sollten den Rahmen des Abends bilden, an dem unser Bundesbruder Dr. iur. Jakob Schmidkonz den Carl-Sonnenschein-Gedächtnispreis 2024 verliehen bekam.
Kurz vor Beginn der Vorlesungszeit des Wintersemesters 24/25 war der Saal des Alemannenhauses bis auf den letzten Platz gefüllt zum akademischen Empfang „Palliativmedizin im Lichte unserer Prinzipien Religion, Wissenschaft und Freundschaft”.
Nach Begrüßung und Stehempfang führte zunächst der KV-Ratsvorsitzende Dr. med. Markus Wittenberg in die für einen Handwerkersohn nicht alltägliche Vita Dr. phil. Dr. theol. Carl Sonnenscheins ein und zeigte dessen Bedeutung für das katholische Milieu um die letzte Jahrhundertwende, aber auch für die heutige Zeit auf. Es folgten die Referenten des Abends, die sich entsprechend ihrer Profession dem Thema Palliativmedizin aus Sicht jeweils eines Prinzips näherten.
Zunächst sprach Verbandsseelsorger Reinhard Röhrner (Ale), der Stadtpfarrer von Kelheim, aus der Sicht der Religio. Er spannte den Bogen vom scheinbaren Gegensatz des Menschen, der in der Obhut Gottes als sein Ebenbild zur selbstbewussten Freiheit geschaffen ist, bis zu den Folgen, sollte diese Autonomie vom Menschen überhöht werden und er darüber seinen Ursprung vergessen. Auch ordnete er das Urteil des BVerfG zur Aufhebung des Verbots der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung” moraltheologisch ein. (Anm.d.Red.: Der vollständige Vortrag Kb Röhrners folgt in einer der nächsten AM.)
Farbenbruder Dr. med. Stephan Pilsinger (Vc), der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, näherte sich dem Thema aus wissenschaft-licher und politischer Sicht. Er zeigte auf, welche Kämpfe um den Wert eines jeden Lebens in Berlin gefochten werden müssen. Er betrachtete den Menschen dabei von seinen zwei Enden her, vom Anfang, dem ungeborenen Leben und vom Alter, dem eben noch nicht verstorbenen Leben. In beiden Stadien ist der Mensch besonders schutzlos und der Gesellschaft und dem ihm von dieser zugestandenem Wert
ausgeliefert. Er ließ auch seine Erfahrungen als praktizierender Hausarzt in seinen Vortrag einfließen und beschrieb den Wunsch vieler Ärzte nach klarer rechtlicher Regelung und das Gefühl, hierbei von der Politik im Regen stehen gelassen zu werden.
Als dritte sprach Rita Gabler aus der Sicht der Amicitia und Caritas zum Thema Sterbebegleitung. Frau Gabler ist seit Jahrzehnten in der Palliativmedizin beschäftigt und leitet das Sophienhospiz in Erding beiMünchen. Eindrücklich schilderte sie ihre ersten Begegnungen mit sterbenden Menschen als junge Schwesternschülerin auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise in den 1980er Jahren. Sie berichtete von der Aufgabe, im Hospizwesen Leiden zu lindern und dem bevorstehenden Tod nicht Zeit, sondern Lebensqualität abzuringen.
Im Anschluss stand nun der Höhepunkt des Abends an, die Preisverleihung des Carl-Sonnenschein-Gedächtnispreises 2024. Der Vorsitzende des KV-Rats Dr. Wittenberg begründete die Vergabeentscheidung des KV-Rats für Kb Dr. Schmidkonz´ Dissertation „Die Grenzen der ärztlichen Indikation bei lebenserhaltender Therapie”:
„Die Breite der akademischen Diskussion in zwei zunächst völlig wesensfremden Disziplinen – der der Medizin und der des Rechts – beeindruckte. In einer beispielhaften Umsetzung unseres Prinzips „Wissenschaft” hat der Geehrte zur Therapiebegrenzung im palliativmedizinischen Kon- text, Fragen der Begründung ärztlicher Maßnahmen, der Indikationsstellung analysiert und Lösungswege in realitätsnahen Fragestellungen entwickelt. Klar und sachgerecht stellt er medizinische Aspekte als Grundlage für die Diskussion der rechtlichen Implikationen dar.”
Die Verleihungsurkunde und der mit 4.000 Euro dotierte Scheck wurden Dr. Schmidkonz im Beisein seiner Familie überreicht. Freudestrahlend nahm er sie entgegen, als Anerkennung und Auszeichnung für die langjährige Arbeit an seiner Promotion.
Um Dr. Schmidkonz persönlich und seine Arbeit fachlich zu ehren, hielt nun sein ältester Leibfux Dr. iur. Michael Josef Braun (Ale) die Laudatio. Er brachte dem Publikum nicht nur fachliche Aspekte der Dissertation für Laien verständlich dar, sondern zeichnete auch den (korporativen) Lebensweg seines Leibburschen nach. Hierbei entstand ein Bild, das zeigt, dass sich hoher akademischer Anspruch und großer Einsatz für seine Verbindung keineswegs ausschließen.
Zum Abschluss überbrachte der Philistersenior die Glückwünsche der Verbindung an ihren Jakob und hieß ihn herzlich im Kreise der übrigen nun zehn(!) Sonnenscheinpreisträger der Alemannia willkommen. Mit herzlichem Dank an den KV-Rat für die Unterstützung beim Ausrichten der Veranstaltung.
Florian Florack (Ale), Philistersenior
Dr. Jakob Schmidkonz
- Jahrgang 1985
- Studium Politikwissenschaften und Jura
- Staatsexamen I 2011 & II 2013
- Promotion 2023
- Dienst in der bayerischen Justiz als Richter und Staatsanwalt
- Derzeit Staatsanwalt als Gruppenleiter im Bereich Betäubungsmittelkriminalität der Staatsanwaltschaft München I
- Jakob war X, Vx, FM und X des Münchener Kartellverbandes (MKV)

