Zusammen mit Chargen des K.St.V. Ludovicia zu Augsburg gedachte der Ortszirkel „Zirbelnuss” zu Augsburg seiner verstorbenen Mitglieder
August-Peter Gräff (OZ-X, Lu, Li, Erm, Smn, Urb)
Zum Gedenken an die Kartellbrüder des Ortszirkel Zirbelnuss zu Augsburg, die im vergangenen Jahr und in den Jahren zuvor verstorben waren, blieben wir innerhalb der KV-Familie und besuchten am 24. November 2024 den von unserem Zirkelmitglied Kb Pfarrer Gerhard Groll (Lu) zelebrierten Gemeindegottesdienst in St. Thaddäus, Augsburg. Dabei stellte die K.St.V. Ludovicia eine würdige Chargenabordnung, die Chargia erhielt einen gut sichtbaren Platz .
Kb Groll stellte die Ludovicia, den KV, den Ortszirkel und deren jeweilige Funktionen im Verband vor. Erfreut berichtete er auch von den Verbindungen zwischen St. Thaddäus, der Ludovicia und dem von der Augsburger Benediktinerabtei St. Stephan mitgetragenen Gymnasium St. Stephan. So war der erste Pfarrer von St. Thaddäus wie Gerhard Groll Stephaner; Ludovicia wurde 1899 an der Philosophischen Hochschule an St. Stephan gegründet. Eine tolle Vorstellung für die Besucher aus der Gemeinde.
In diesem Gottesdienst wurde auch das alte Führungsteam der Pfarrjugend verabschiedet und das neue vorgestellt. Daher nahmen viele Jugendliche an dem Gottesdienst teil, die sicherlich das erste Mal von katholischen Studentenverbindungen gehört und diese gesehen haben. Eine sehr gute Gelegenheit der öffentlichen Wahrnehmung! Mit rund 25 Teilnehmern stellten wir einen bedeutenden Teil der Gottesdienstbesucher.
Nach der Messe zeigten uns die KbKb Gerhard Groll und Helmut Schaller „ihre“ Kirche: zunächst das immer zugängliche, eher schlicht ausgefertigte Kirchenschiff. Die Ausstattung der Kirche, die aus anderen Kirchen stammt - so kommen den Apostelfiguren aus St. Josef - und die etwas versteckten Glasfenster in der Apsis beschrieb Pfarrer Groll eher kurz und pragmatisch. Dann ging es in die selten offene Unterkirche. Hier blühten beide Insider sichtlich auf: Wir erhielten Informationen über den Bau der Kirche mitten im Zweiten Weltkrieg. Für die einen war die Unterkirche damals ein nötiger Luftschutzbunker und der Kirchturm ein Standort für eine Flak. Für die anderen war es die einzige Möglichkeit, ihre Kirche gebaut zu bekommen. So schilderten beide äußerst lebendig ihre Erlebnisse in Jugendjahren bzw. ihre Informationen aus den Unterlagen der beiden vorherigen Pfarrer. Überaus spannend, informativ und beeindruckend. Nirgendwo im Internet stehen solche Berichte. Die Unterkirche war bis in die 1970er Jahre etwas größer und hatte sogar einen eigenen Altarraum mit Kuppel. Dieser wurde abgetrennt und dient seither als Aufenthalts- und Feierraum für die Pfarrjugend. Dazu gehören noch weitere Räume, so dass die Pfarrjugend insgesamt beeindruckende Räumlichkeiten zur Verfügung hat. Da die Unterkirche als Bunker errichtet wurde, sind die Räume nach außen fast schalldicht, was erlaubt, die Musik bei Bedarf lauter aufzudrehen. Die aktiven Ludoviker waren neidisch ob dieser Tatsache und der sehr guten Schankausstattung.
Am Ende des Gottesdienstes flutete Sonnenlicht pünktlich ins Kirchenschiff und begleitete uns auf dem Weg in das Restaurant Elixirion. Mit immer noch zwanzig Personen füllten wir einen guten Teil des Lokals. An den Tischen mischten sich Aktive mit Alten Herren und den Damen. Wunderbar, diese persönlichen Bindungen zu sehen! Als Beispiel sei Frau Gunda Wenninger genannt. Sie kam mit einer Tochter und dem Enkel. Frau Wenninger hält die Verbindung zu OZ und Ludovicia aufrecht und spendet immer wieder, was wir für die Getränkerechnung der Aktiven regelmäßig verwenden. Ein bunter Blumenstrauß und viel Applaus waren unser Zeichen des Dankes für sie.
Das Essen schmeckte, die Getränke mundeten, so dass am Nachmittag ein schöner Gedenktag ausklang.
