Alte und junge Ludoviker feiern den Besuch von St. Nikolaus und seinem treuen Helfer Krampus

Wenn der Nikolaus Anfang Dezember durchs Land zieht, dann besucht er besonders gern das Haus des K.St.V. Ludovicia in Augsburg, denn dort wird ihm zu Ehren eine Kneipe geschlagen. Die Nikolauskneipe ist eine Jahrzehnte alte gute Tradition bei Ludovicia. Stets um den Nikolaustag herum treffen sich zu dieser hochoffiziellen Veranstaltung alle Aktiven und viele Alte Herren im Kneipsaal auf dem Haus am Mittleren Lech 13. Mit großer Freude sind zu diesem Anlass auch die Freundinnen und Ehefrauen eingeladen. 
Dieses Jahr trafen sich alle genau am Nikolaustag. Im adventlich dekorierten Kneipsaal startete die Veranstaltung für Ludovicia-Verhältnisse noch pünktlich um halb neun mit dem Einzug des Aktivenseniors mit zwei Conchargen. Routiniert begann Vincent Schulze-Oechtering die Kneipe, dabei war es erst die zweite, die er veranwortete. Die gute Ausbildung in der Fuchsen- und seiner weiteren Aktivenzeit war zu erkennen, hält die Nikolauskneipe doch neben den bekannten Abläufen noch eine Hürde für den Senior bereit: Er muss die ganze Kneipe in Reimform vortragen. Reime „made by KI” brauchte „Verseschmied” Vincent jedoch nicht, seine Reime, die er mit Bravour vortrug, hatte er persönlich verfasst. Chapeau! 

„Niklaus, komm in unser (Ludoviker-)Haus!”

Der Höhepunkt jeder Niko-Kneipe ist der Besuch vom Nikolaus. Dieses Jahr brachte der heilige Mann sogar seinen Helfer mit: den Krampus mit der Rute und dem Rupfensack. Glücklicherweise gibt es bei  Ludovicia im Grunde nur Engel, sodass Krampus die Rute daheim ließ und den Sack mit Schokoladen-Nikoläusen gefüllt hatte. Diese bekamen jene, die der Nikolaus vorstellte und ihre Taten und ihr Verhalten seit seinem letzten Besuch am Mittleren Lech vortrug. Auch diese Texte waren selbstverständlich gereimt. Wie es heißt, sollen gar nicht der „echte” Nikolaus und sein Krampus bei Ludovica vorbeigeschaut haben, sondern - man höre und staune - die beiden AHAH Peter Lösch und Fabian Kempf, die sich als Nikolaus und Krampus verkleidet hatten. Was immer hinter diesem Gerücht stecken mag: Überzeugender  hätten auch der „echte’ Nikolaus und sein Krampus kaum sein können ... Herrlich! 
Die Bierfüchse absolvierten viele Laufmeter und brachten nicht nur Bier, sondern auch Glühwein, ein paar Nichtalkoholika (auch als Bier), Spekulatius, Lebkuchen und Erdnüsse herbei. Eine Nikolauskneipe ist eben etwas anders als die sonstigen Kneipen. Bierorgler Iwan Durrer (CV) beherrschte gekonnt das Instrument und zauberte schöne Töne zum Gesang der rund neunzig Männer- und Frauenstimmen. 
Nach Kneipschluss gab es trotz des vielen „süßen Zeugs” und als wunderbaren Kontrapunkt Leberkäs und Würstchen mit Senf und Ketchup sowie Semmeln und Brezen. Als dann auch noch der Bierorgler ein inoffizelles Inoffiz eröffnete, kannten die jetzt gut versorgten Kehlen kein Halten. 
Ein herrlicher Abend mit guter Stimmung, herzlichen Wiedersehen (ein Alter Herr kam extra aus Kiel angereist) und einem Zusammensein von Jung und Alt, eingerahmt von holder Weiblichkeit. Selbst der Schreiber dieser Zeilen blieb viel länger als er vorgehabt hatte. Die letzten, hieß es, seien erst daheim gewesen, als es wieder dämmerte – und das kann im Dezember etwas länger dauern.