KV-Akademie-Seminar „Mitgestalter gesucht“: Neue Konzepte für Seminare und Veranstaltungen im KV

„Wir suchen Dich!! Mitgestalter gesucht!” Unter diesem Motto hatte die KV-Akademie acht Aktive und acht Alte Herren aus ganz verschiedenen KV-Vereinen am Wochenende des 8./9. Novembers 2o24 nach Saarbrücken zu einem „Brainstorming” eingeladen. Schwerpunkt sollte sein: Konzeptionierung von KV-Seminaren und Verbandsveranstaltungen.

Mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Tagung war der Moderator Gerrit Jessen (CMP, CMM, CED) von der Event Design Collective GmbH sehr zufrieden und so überreichte er allen Teilnehmern am Seminarende ein Zertifikat (Stufe 1). An dieser Stelle sei ausdrücklich Gerrit Jessen und Damian Kaiser, Geschäftsführer des KV-Sekretariats und Tagungsleiter, für die gute Vorbereitung und Durchführung des Seminars gedankt. 
Es ist zu hoffen, dass die Ideen und Überlegungen in die Planungen der KV-Tage der nächsten Jahre einfließen. Zur Verstetigung dieses Prozesses wäre sicherlich eine Fortsetzung im gleichen Personenkreis sehr wichtig. 

Am Ende dieser Tagung bestand die Möglichkeit, den Reaktivierungs- und Stiftungsfestkommers des K.St.V. Arnulf zu besuchen; dieser Einladung folgten fast alle Seminarteilnehmer sehr gern. 

Schon am Freitagabend während und nach dem Abendessen zeigte sich, dass die KV-Akademie mit der Tagungsleitung eine diskussionsfreudige „Truppe“ zusammengestellt hatte, gingen die Gespräche nach der Schließung des Restaurants in der Hotelhalle doch eine ganze Weile munter weiter – über Gott und die Welt. 

Am Samstagmorgen – inzwischen waren auch die noch fehlenden Kartellbrüder angereist – begann das sehr gut und detailliert vorbereitete Seminar zunächst mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde. Diese zeigte, dass es tatsächlich gelungen war, neunzehn Vertreter verschiedener Korporationen an einem Tisch zu versammeln. 
Gerrit Jessen führte zunächst in die Methode „Event Design“ ein. Dabei zeigte sich, dass es heute wohl nicht mehr ohne Denglisch (z. B. „Follow-up-Frage“1) bzw. Anglizismen („Stakeholder“2) möglich ist, eine solche Tagung durchzuführen. Aber rasch fanden sich die Teilnehmer in die Materie ein und so konnte Gerrit Jessen zusammen mit Damian Kaiser zwei mögliche Fallstudien vorstellen, von welchen eine im weiteren Verlauf bearbeitet werden sollte: KV-Tage bzw. Vertreterversammlung. 

Nach ausführlicher Diskussion entschieden sich die Kartellbrüder für „Fallstudie – 55. KV-Tage im Januar 2026“. Zur weiteren Bearbeitung fanden sich drei bunt gemischte Teams zusammen und verteilten die anstehenden „Positionen“: Diskussionsleiter, Protokollant, Zeitwächter, u.s.w. 
Anhand eines detaillierten Fragenkataloges und optisch unterstützt durch die „Event Design“-Methode kamen die Kartellbrüder in den einzelnen Gruppen sehr schnell zu lebhaftem und intensivem Austausch. Dabei stand zunächst die Frage nach den Zielgruppen (Aktive, Alte Herren, …) im Vordergrund und mit welchen Erwartungen diese die KV-Tage besuchen. Die ersten Ergebnisse konnten auf der „Stakeholder Alignment Canvas“ festgehalten werden.

Auf eine kurze Mittagspause folgten die zweite und dritte Arbeitseinheit. Die Suche nach möglichst differenzierten und realistischen Antworten auf Detailfragen, die sich aus dem Katalog des Vormittages ergaben, war das Ziel. Dabei halfen nicht nur die erarbeiteten Ergebnisse des Vormittages, sondern auch die weiterführenden Fragen und Hilfestellungen des Moderators, der immer wieder die einzelnen Gruppen „besuchte“. 
Auch hier zeigten sich die Kartellbrüder diskussionsfreudig und konnten sich immer wieder – trotz aller Unterschiede – auf gemeinsame Inhalte verständigen. Schließlich stellte jedes Team seine Ergebnisse in bester „Event-Design“-Manier auf den vorbereiteten Wandplakaten dar: „Empathy Map“3 sowie „Event Canvas“4

Die letzte Arbeitseinheit sollte die Tagesergebnisse zusammenfassen und erste Überlegungen zu einem sich daraus ergebenden Eventdesign der KV-Tage führen. Diese vorläufigen (groben) Designideen zu KV-Tage-Prototypen stellten die jeweiligen Teams am Ende in einer Kurzpräsentation von drei Minuten Länge vor. 

In der Zusammenschau zum Abschluss des Seminars ergaben sich doch eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten bezüglich neuer und weiterführender Ideen und Überlegungen zu Inhalt und Durchführung künftiger KV-Tage. Diese „groben DesignIdeen“ müssen aber noch genauer ausgearbeitet und damit näher an eine Durchführbarkeit gebracht werden. Deshalb wäre eine Fortsetzung dieses Seminars sehr sinnvoll. 

Nach des Tages Müh' und Plag' nutzten viele Seminarteilnehmer am Abend die Gelegenheit, eine studentische Veranstaltung zu besuchen: den Reaktivierungs- und Stiftungsfestkommers des K.St.V. Arnulf. Höhepunkt dieses vom ehemaligen Vorortspräsidenten Johannes Pötz (Arm, Agg, Arn) zügig geschlagenen Kommerses war die Festrede zum Thema „Christliche Politik - Basis für unsere Demokratie” von Annegret Kramp-Karrenbauer, der ehemaligen Ministerpräsidentin des Saarlandes. 

Nicht nur über dieses Thema wurde während der Kolloquien, die der Präside reichlich erlaubte, diskutiert, sondern auch über manche verbindungs- und verbandsspezifische Frage. 

Auch ehrte das Präsidium Kartellbruder Peter Nest (Arn, Dm)5, den nimmermüden Philistersenior, dessen besonderes Anliegen diese Wiederbegründung „seiner“ Arnulf war. Leider verstarb Kartellbruder Nest wenige Wochen nach diesem Kommers (siehe auch den Nachruf auf Seite 32).

„Wir suchen Dich!! – Mitgestalter gesucht!“; dieses KV-Seminar in Saarbrücken war eine runde Sache. Sowohl bezüglich des Erkenntnisgewinns wie der erlebten Kartellbrüderlichkeit zwischen Jungen und Alten, „Nordlichtern“ und „Südländern“, Geistes- und Naturwissenschaftlern. Und – das Wichtigste – die Seminare und Tagungen der KV-Akademie werden davon profitieren. Deshalb wäre eine Fortsetzung zu Event Design „Stufe 2“ mit dieser „Truppe“ sicher sinnvoll, das nächste Mal vielleicht in Marl? 

Klaus Gierse (Rh-E, Nm-W, Urb)

Anmerkungen

[1] „Follow-up-Frage“: in Erinnerung bleiben, strategisches Nachfassen, Nachhaken 
[2] „Stakeholder“: Auftraggeber, Anspruchsträger, Interessenträger oder Interessenten, Projektbetroffene – hier z. B. KV-Akademie (Tagungsleiter), KV-Sekretariat, teilnehmende Kartellbrüder mit ihren Damen … 
[3] „Empathy Map“: Einfaches, aber sehr wirkungsvolles Werkzeug zur Visualisierung, um Einschätzungen zur Wahrnehmungs- und Gefühlswelt der eigenen Zielgruppe – hier z. B. Teilnehmende der KV-Tage – zusammenzutragen. 
Die Methode wird im Team angewendet, so dass verschiedene Blickwinkel zu einem schärferen Bild des Kunden beitragen. 
[4] „Event Canvas“: Eine optisch gestützte Methodik zur Entwicklung, Modellierung und Dokumentation von Events. 
Sie soll die Komplexität der Eventkonzeption abbilden und einen Prozess visualisieren, an dessen Ende die Kundenzufriedenheit steht – und damit die Zufriedenheit aller Beteiligten – hier z. B. Teilnehmende und Organisatoren der KV-Tage. 
[5] Vielen Kartellbrüder im Verband ist Peter Nest als Herausgeber des sehr umfangreichen und gut gestalteten Buches „50 Jahre – Der katholische Studentenverein Arnulf im KV zu Saarbrücken“ bekannt.