Der K.St.V. Arnulf zu Saarbrücken feierte sein 75. Stiftungsfest und den Reaktivierungskommers

Nachdem dem Abend nahezu ein Jahr an Planung vorausgegangen war, konnte der K.St.V. Arnulf zu Saarbrücken am 9. November des letzten Jahres endlich sein 75. Stiftungsfest sowie die damit verbundene Reaktivierung der Aktivitas feiern. Den Höhepunkt bildete der Festkommers im Saarbrücker Hotel Mercure. Trotz der geringen Größe des Arnulf reichten die zuvor gestellten Plätze nicht aus, sodass noch eilig Tische und Stühle vom Hotelpersonal beigeschafft werden mussten. Die hohe Zahl der Gäste hatte mehrere Gründe. Zunächst hatte am gleichen Tag und zuvor ebenfalls im Hotel Mercure ein Weiterbildungskurs der KV-Akademie stattgefunden, dessen Teilnehmer es sich nicht nehmen ließen, beim Kommers dabei zu sein. Außerdem hatten sich zahlreiche Chargenabordnungen aus dem gesamten Verband angekündigt. Neben dem aus dem K.St.V. Askania-Burgundia zu Berlin und dem K.St.V. Gothia zu Hannover bestehenden Vorortspräsidium unter der Leitung des VOP Robert Groch (Ask-Bg) mit seinen Conchargen Mark Steffen, VOVP, Gth) und Gregor Völsgen (VOPxxx, Ask-Bg) waren auch Repräsentanten des Gründungsvereins K.St.V. Arminia zu Bonn, des K.St.V. Moenania-Starkenburg zu Darmstadt, des K.St.V. Kurpfalz zu Mainz und des K.St.V. Urbano zu Rom in der bunt bemützten Chargia vertreten.

Festrede vor dem Foto Kb Konrad Adenauers

Für den größten Andrang sorgten aber die Alten Herren des Arnulfs selbst. Nach nun mehr als vierteljahrhundertlicher Vertagung war die Freude über einen Kommers in der alten Weise, wie man sie als junger Student noch erlebt hatte, offensichtlich groß. Die Arnulfen nahmen dazu teils weite Anreisen in Kauf; im Extremfall sogar vom indischen Subkontinent. Auch Alter und Gesundheitszustand konnten viele nicht vom Kommen abhalten. Hinzu kam, dass die meisten auch ihre Familienangehörigen mitbrachten, sodass Ehefrauen, Kinder und Enkelkinder das Durchschnittsalter in der Corona deutlich senkten.
Als Festrednerin konnte die ehemalige Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, gewonnen werden. Die ehemalige Bundesvorsitzende der CDU sprach vor einem angestrahlten Foto Kb Konrad Adenauers, das diesen während einer Rede mit Arnulfchargierten im Hintergrund anlässlich der Feierlichkeiten zur Wiedereingliederung des Saarlandes am 1. Januar 1957 zeigte, über christliche Politik als Basis der bundesrepublikanischen Demokratie. Während ihrer Ausführungen hob sie immer wieder den Einfluss bedeutender Kartellbrüder für die Herausbildung einer erfolgreichen deutschen Nachkriegsgesellschaft hervor.
Während des gesamten Kommerses war die Stimmung fröhlich und ausgelassen. Immer wieder wurde die Corona vom Biermusikus, der es sichtlich genoss, wieder einmal zum Kommers aufspielen zu dürfen, angestachelt, noch lauter und heiterer zu singen. Als dieser außerplanmäßig nach dem Hochoffiz gehen musste, sprang der hohe Vorortsvizepräsident am Klavier ein und begleitete den Gesang den Rest des Abends. Die kurzen Kolloquien wurden von den Alten Herren dazu genutzt, noch einmal im Gespräch die teils lange zurückliegende Aktivenzeit Revue passieren zu lassen. Unter den zahlreichen Grußworten waren auch die Glückwünsche des Akademievorsitzenden Kb Karl Kautzsch sowie die Zusicherung weiterer Unterstützung des Kartellverbandes durch Kb Andreas Clessienne (Kur), Mitglied des Altherrenbund-Vorstands und des KV-Rats. Der Höhepunkt war, als sich gegen Ende des Kommerses dann alle zum Absingen der Farbenstrophe Arnulfiae und der Nationalhymne erhoben. Sogleich folgte der Auszug der Chargen. „Auf Wiedersehen, bleibt nicht so lange fort”, intonierte der Bierorgler und mit einem kräftigen „Pro deo et amico!” klang der Abend an der Hotelbar aus. Am nächsten Tag konnte man all dies in der Saarbrücker Zeitung nochmals nachlesen.

Abschied von einem bedeutenden Bundesbruder

Der schöne Abend wurde allerdings wenige Wochen später durch den Tod des Philisterseniors Peter Nest, der wesentlich zur Organisation und zum Gelingen beigetragen hatte, nachträglich getrübt. Am 16. Dezember mussten die Familie Nest und das ganze katholische Studententum im Saarland eine ihrer größten Stützen in den letzten Jahrzehnten zu Grabe tragen. Neben dem Vereinsvorsitzenden war er auch Vorsitzender der Sozialstiftung des Arnulf und Vorsitzender des Saarbrücker Ortszirkels „Rußhütte“.

Johannes Pötz (Arm, Agg, Arn)