Nachlese zum Online-Treffen: „Gedanken zum KV”

Marc Lenzke (Nm, AR)

„Lasst uns zueinander kommen, miteinander reden und Ideen in die Konvente tragen", schrieb ich in einem Aufruf in der AM-Ausgabe Januar/Februar 2o25 und lud zu einem Online-Meeting ein

Am Samstag, dem 8. März 2025 fanden sich fast zehn Kartellbrüder zusammen, darunter mehrere Philistersenioren, trotz strahlenden Sonnenscheins – „Siehst du nicht, dass mein Haus in Verfall gerät? Geh also hin und stelle es mir wieder her“ – dieser Aufruf war doch einigen wichtig genug, um mehr als zwei Stunden vor der Kamera zu verbringen und die wichtigen Themen des KV zu diskutieren. Was sich auf Verbandsebene vor allem bei den Finanzen zeigt, schlägt auch auf Vereinsebene zu: demographischer Wandel, Renovierungsstau, mangelnde Motivation und Bindung der Mitglieder – „wir sind alle coronageschädigt“, fasst es ein Kartellbruder zusammen. Selbst finanziell und personell gesunde Vereine kämpfen mit zunehmenden Problemen.    
Thematisch lief das Treffen etwas anders als geplant. Ich hatte vor, über Gemeinschaft zu reden und explizit nicht über die großen Konflikte: Beiträge, Farben, Geschlechter. Doch jeder anwesende Kartellbruder hatte zunächst eine Idee oder sogar einen konkreten Antrag zu den KV- Beiträgen im Gepäck. Das Positive: Die Ideen sind ähnlich genug, dass eine Einigung auf der VV erreichbar scheint. Allen gemeinsam ist die Idee einer Deckelung des Beitrags und einer Neuordnung der Aufgaben des KV – bis hinein ins Mark: der Mitglieder- und Adressenverwaltung. „Wir mögen ,altes Liedgut'” – also ging es wieder um mehr Verantwortung für die Vereine: Wenn jeder es eigenständig hinbekäme, Mitglieder zu melden, Adressen zu aktualisieren und Beiträge zu verwalten, wäre viel Geld gespart. Einige Vereine sind dort vorbildlich, viele andere weit 
davon entfernt. Und das macht die Umsetzung so schwer: Da wäre einigen mit einer modernen Online-Meldeplattform geholfen, andere sind von der digitalen Verwaltung noch einige Schritte entfernt. Darüber wird auf der VV sicher intensiv gesprochen werden, denn hier prallen immer wieder Welten aufeinander.    
Aber es sollte doch nicht nur um Finanzen gehen! Doch die Themen sind nun mal verknüpft – Beiträge und Investitionen. Und auch da bestand Einigkeit: Investitionen in Aktive (und junge Alte Herren!) müssen wir uns leisten. Diese Arbeit ist aber Sache der einzelnen Vereine, da kann der KV nur unterstützen. Aber wie? Hier wurde klar: Es braucht mehr Kommunikation, mehr Präsenz in den (sozialen) Medien, mehr Werbung in eigener Sache. Eine Fuxen-/Aktivenveranstaltung im Jahr? – gerne, hierfür muss Budget verfügbar sein. Reisekostenübernahme für Aktive? – muss nicht. Mehr regionale Tagungen? – auch hier wirbt die Akademie, aber es kommt nicht genug an. Immerhin: Die Regionalkonferenzen des KV-Rats werden geschätzt – könne man diese beibehalten, gerne themenunabhängig? Und es bestand auch Einigkeit darin, dass es eine gute Idee war, dieses Treffen abzuhalten – so kurz vor der VV. Können wir das vor der nächsten VV wiederholen?     
Unterm Strich kamen wir also doch dazu, einen Blumenstrauß guter Ideen zusammenzustellen, wie wir unserem gemeinsamen Haus eine Renovierung verpassen, wie wir Gemeinschaft fördern können. Ob daraus noch konkrete Anträge entstehen, schien offen. Wir werden auf der VV also weiter darüber reden müssen: Was können wir uns leisten, was müssen wir uns leisten – vor allem für Aktive und junge Alte Herren? Denn Beiträge und Investitionen sind nun mal verknüpft.