Tagung der KV-Akademie vom 15. bis 16. März 2025 in Marl
Klaus Gierse (Rh-E, Nm-W, Urb)
„Fortsetzung dringend gewünscht!” hatten viele Teilnehmer gehofft, als das Seminar über Konzepte für KV-Seminare und Verbandsveranstaltungen in Saarbrücken im November 2o24 zu Ende gegangen war (siehe AM 137-o1, Jan./Febr. 2025, S. 34 ff,). Dieser Wunsch ging Mitte März in Erfüllung: Die erfolgreich in Saarbrücken begonnene Arbeit konnte fortgesetzt und abgeschlossen werden. Tagungsort war das KV-Sekretariat in Marl. Wie sich herausstellte eine gute Entscheidung, denn damit stand den Teilnehmern nicht nur genug Raum für Arbeitsgruppen, sondern auch die manchmal notwendige, oft recht hilfreiche Technik des Sekretariats zur Verfügung.
Angereist waren die Seminarteilnehmer bereits am Freitagabend, dem 14. März, sodass sie schon beim gemeinsamen Abendessen ausreichend Zeit und Gelegenheit zu Austausch und Diskussion hatten.
So konnte die Arbeit am nächsten Morgen ohne lange Vorrede beginnen. Das vorgelegte Programm versprach eine zügige und sehr dichte Beschäftigung mit dem Thema.
Gerrit Jessen (CMP, CMM, CED) moderierte – wie in Saarbrücken – die Arbeitsgruppe und die Tagungsleitung lag in den bewährten Händen des Geschäftsführers des KV-Sekretariats, Damian Kaiser. Miteingebunden war auch Christian Maspfuhl, Mitarbeiter im KV-Sekretariat.
Schon die straffe und konzentrierte Wiederholung der „Saarbrücker“ Inhalte und Ergebnisse offenbarte einen hohen inhaltlichen Diskussionsbedarf, der auch aktuelle Tagungsplanungen im Kartellverband einschloss. Bei der gemeinsamen Erarbeitung der Lösung waren die verschriftlichten Plakate sehr hilfreich. Ein erstes Ergebnis dieser neuen Überlegungen bestand in einer stärkeren Differenzierung der Zielgruppen (Stakeholder): Erhöhung von drei auf fünf Zielgruppen. Die zwei „Neuen“ wurden, wie in Saarbrücken die ersten drei, ebenso detailliert analysiert. Zur Ergebnisdokumentation kamen wieder die Wandplakate „Event Canvas“ und „Empathy Map“ zum Einsatz.
In den nachfolgenden Schritten entstanden schließlich fünf sogenannte „Narrative“, die die Sorgen, Wünsche, Erwartungen usw. der Zielgruppen festhielten. Die Arbeitsgruppe hatte dabei insbesondere
- Aktive,
- junge Alte Herren,
- Familien,
- Alte Herren und
- Tagungsleiter
in den Blick genommen.
Geplant ist, diese Narrative noch weiter zu validieren, das heißt sie von Mitgliedern der genannten Zielgruppen per Fragebogen überprüfen zu lassen. Die Narrative werden damit künftig zu einer gesicherten Grundlage für Überlegungen im Tagungs- und Seminarbereich des Kartellverbandes. Sie werden also sowohl bei der Überarbeitung bestehender KV-Veranstaltungen als auch bei der Entwicklung neuer Formate sehr hilfreich sein.
In der nächsten Arbeitseinheit verdichteten die Teilnehmer in kleinen Gruppen diese fünf Narrative zu jeweils drei prägnanten Kernaussagen, die wiederum auf einem neuen Wandplakat „Event Delta“ festgehalten wurden.
Die Mittagspause unterbrach die Arbeit nur kurz und so fanden sich alle im Plenum wieder zusammen, um den folgenden Schritt zu besprechen: „Wie gestalten wir die nächste KV-Veranstaltung?“
Die sich daraus entwickelnde lebhafte Diskussion machte die Bandbreite der Meinungen und auch die unterschiedlichen Perspektiven deutlich. Aber schließlich gelang auch hier wieder ein Konsens: Die Arbeitsgruppe war der Ansicht, dass nach den bisher erarbeiteten Erkenntnissen die „KV-Tage“ – möglicherweise mit kleinen Anpassungen – unverändert weitergeführt werden sollten.
Die Arbeitsgruppe sah aber darüber hinaus viel Bedarf für eine zentrale, jährlich stattfindende KV-Veranstaltung, die möglichst für alle genannten Personengruppen attraktiv sein sollte.
Gerrit Jessen und Damian Kaiser erarbeiteten in einer Kaffeepause einen Rahmen-/Anforderungskatalog für eine solche Veranstaltung:
- Titel: KV-bezogen, modern und ansprechend gestaltet
- Dauer: Vier Tage (Donnerstag bis Sonntag) an Christi Himmelfahrt, alle drei Jahre gemeinsam mit der VV
- Struktur: modular aufgebaut mit gruppenspezifischen Angeboten, die Weiterbildung und Vernetzung fördern
- Schwerpunkte:
- Gemeinsame positive Erlebnisseschaffen, Spaß haben und eine inspirierende Atmosphäre bieten
- Erweiterung der individuellen „KV-Kontakte“
- KV in einem positiven Rahmen erlebbar machen
Damit war der Startschuss zum sogenannten „Prototyping“ gegeben. Die Aufgabe lautete: Entwerft anhand der vorbereiteten Wandplakate in Kleingruppen (zwei bis drei Personen) innerhalb kurzer Zeit (etwa zehn Minuten) ein neues Tagungsdesign.
Die Möglichkeit, der Phantasie freien Lauf lassen zu können, machte den Teilnehmern hör- und sichtbar großen Spaß: Lebhaft wurde diskutiert, vorgeschlagen, verworfen und schließlich gemeinsam ein Ergebnis zu Papier gebracht, um dieses anschließend im Plenum zu präsentieren.
Mehrere „Runden“ dieser Arbeitseinheit mit jeweils wechselnder Zusammensetzung der einzelnen Teams erbrachten schließlich zweiundzwanzig unterschiedliche Prototypen, wie beispielsweise
- „KV-Tage 2.0“
- „Make KV great again“
- „Tage des KV“
- „Akademikerfestival“
- „KV-Familienfreizeit“
Gerrit Jessen war mit den Ergebnissen zufrieden und entließ die Teilnehmer gegen 20:00 Uhr zum Abendessen.
Am nächsten Morgen trafen sich alle wieder zur Fortsetzung bzw. zum Abschluss dieses arbeitsintensiven Seminars. Als „warming up“ erhielten die Narrative vom Vortag ihren letzten Schliff und in Kleingruppen erfolgte noch eine Runde Prototyping. So lagen schließlich mit den Ergebnissen aus Saarbrücken 28 unterschiedliche Entwürfe vor.
Um die Ergebnisse für die KV-Gremien aufzubereiten, war nun eine Verdichtung gefordert: Drei unterschiedliche Entwürfe – so lautete das Ziel. Die Schritte dorthin: Sichten, aussortieren, zusammenfassen, besonders herausragende Ideen gesondert notieren.
Am Ende dieses Prozesses standen schließlich neun Prototypen, die von Damian Kaiser und Gerrit Jessen wiederum in drei Gruppen thematisch zusammengefasst wurden. In der letzten Arbeitseinheit erhielt jeweils ein Team den Auftrag, aus der jeweiligen Dreier-Zusammenfassung einen vollständigen Tagungsentwurf zu entwickeln und im Plenum zu präsentieren.
Diese drei endgültigen Tagungsentwürfe begutachtete und kommentierte Damian Kaiser, der dazu die Rolle des Stakeholders (Tagungsleiter; KV-Akademie) ein-genommen hatte. Er war mit den vorliegenden Ergebnissen insgesamt recht zufrieden und sich sicher, diese Tagungsentwürfe den KV-Gremien erfolgreich vorstellen zu können.
In der abschließenden Runde dankte Gerrit Jessen als Moderator den Teilnehmern für ihre engagierte, konstruktive Mitarbeit und ihr Durchhaltevermögen. Und so konnte er allen Teilnehmern dieses Seminars ein weiteres Zertifikat (diesmal Stufe 2) überreichen.
Auch dieses (Fortsetzungs-)Seminar zur Konzeptionierung von KV-Veranstaltungen mit der EventCanvas-Methode war eine gelungene Veranstaltung. Wesentlichen Anteil daran hatten Gerrit Jessen als Moderator und Damian Kaiser als Tagungsleiter – sie schufen eine intensive, konzentrierte, aber auch lockere Atmosphäre, die kreative Arbeit ermöglichte. Und das KV-Sekretariat ist ein idealer Tagungsort für solche Seminare.
Die detaillierte Beschäftigung mit dem Thema brachte über den persönlichen Erkenntnisgewinn des einzelnen Teilnehmers hinaus eine Reihe wichtiger Ergebnisse und Einsichten, die für den Erfolg künftiger Seminare bzw. Tagungen entscheidend sein werden. Hoffentlich findet dies Eingang in die KV-Verbandsarbeit bzw. die Arbeit der KV-Akademie, um die bisherigen erfolgreichen Seminare und Tagungen im KV weiter zu entwickeln.
Am Rande sei noch vermerkt, dass auch das kartellbrüderliche Gespräch in diesen beiden Tagen nicht zu kurz kam.



