Anmerkungen zur Werbung neuer Mitglieder
August Peter Gräff (Lu, Li, Smn, Erm , Smn, Urb)
Auf der letzten VV in Schmochtitz wurde heftig über die Finanzen gestritten, was wir uns noch leisten können, was u.a. die AM noch kosten dürfen und und dass, mit Verlaub, „der ganze KV im Grunde nichts kosten darf”. Das mag alles wichtig und richtig sein, jedoch ist es bei Licht betrachtet belanglos. Wir haben ein ganz anderes Problem und das hat JEDE Verbindung: wir haben zu wenig junge Mitglieder, sprich Füchse und Burschen. Der KV, also wir, haben schon viel zu viele Vereine, die nur noch aus Alten Herren bestehen, wenn überhaupt noch Mitglieder vorhanden sind.
Wir brauchen also zusätzliche Mitglieder und diese bitte reichlich. Es ist in den AM schon oft über dieses Thema geschrieben worden. Wie können Aktive gewonnen werden? Wer ein Haus hat, hat oft gute Chancen, jedoch müssen diese auch genutzt werden mit der Auswahl der richtigen (Neu-)Bewohner, der konstanten Ansprache der Bewohner bei einem eigenen gesitteten Auftreten. Ständige Parties, ausartende Rauch- und Sauf-Runden passen nicht zu uns. Die Aktiven müssen ihre Bekannten und Freunde im Privaten wie auch an der Hochschule ansprechen. Warum nicht dort so auftreten, dass wir als KVer erkannt werden? „Tragt die Nadel!” mahnt nicht nur Kb Karl Kautzsch. Das würde bedeuten, als Vorbild aufzutreten, an der Hochschule aktiv sein und vor allem keine „Ausfallerscheinungen“ zu haben.
Es fehlt noch die dritte Säule der Keilarbeit: die Alten Herren. Also wir, die immer wieder jammern über DIE Jugend, DAS Verhalten und DIE hohen Kosten. Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn Kosten von 1.000.000,-€ Euro im Jahr anfallen, dann bedeutet das bei 10.000 Mitgliedern einen Jahresbeitrag von 100,-€ Euro. Wenn es andererseits 20.000 Mitglieder sind, dann ist der Beitrag pro Jahr nur noch 50,-€ Euro hoch. Alles klar? Das ist kein Hexenwerk, nicht einmal hohe Mathematik, sondern nur einfachstes Rechnen.
In Bayern gibt es durch die Umstellung von G8 auf G9 in diesem Jahr 2025 nur wenige Abiturienten, entsprechend werden auch wenige ein Studium beginnen. Wenn wir die Abiturientinnen und diejenigen ohne katholischen (wenigstens christlichen) Hintergrund abziehen, wird die Anzahl der Keilandi dünn. Wie die Situation in anderen Bundesländern bezüglich Umstellung von G8 auf G9 aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis; besser kann es aber nicht sein, sonst würden die KV-Vereine in Mittel- und Norddeutschland vor Aktiven nur so überquellen.
Wir Alte Herren müssen mindestens rege bei der Keilarbeit sein und den Aktiven ein Vorbild. Was aber passiert? Wir schaffen es nur selten, die eigenen studierenden Söhne in eine KV-Verbindung zu bringen (Ausnahmen im KV-Rat mögen die Regel bestätigen). Was ist mit den Enkeln? Mit den Neffen? Mit den Söhnen von Arbeitskollegen oder Geschäftspartnern? Wer von den Alten Herren hat immer 2 bis 3 Semesterprogramme dabei (und sei es nur in einer lesbaren Kopie), die er als Einladungskarte mit einer kleinen Widmung verwenden kann?
Die Einladungen sollten anfangs NIE zu einem Kommers oder einer Kneipe geschehen. Für uns sind das die hohen und tollen Feste und Veranstaltungen. Für Außenstehende sind es unverständliche Rituale. Ich kann mich noch an meinen Erstkontakt erinnern: ein Brief samt Programm für das Stiftungsfest 1987 der Ludovicia durch den Philistersenior Reinhold Wenninger, der in Augsburg bekannt war wie ein bunter Hund und mindestens zweimal pro Woche in der Zeitung stand als Chef des Kommunalreferats, der Stadtwerke oder eines anderen wichtigen Amtes. Bei meinem Anruf riet er mir dringend ab, zum Kommers am Samstagabend zu kommen: das sei alles im Ablauf etwas steif und für mich nicht verständlich. Aber sehr gerne soll ich am Folgetag zum Exbummel kommen, das sei viel lockerer. So war es auch und ich habe es bis heute nicht bereut.
Wir haben KVer, die ihre Söhne lieber zu Schlägern bei Burschenschaften werden lassen als Aktive beim KV. Das ist leider kein Fake und kein Witz.
Das Keilen über Wohn-Zimmer auf Häusern oder Etagen ist wichtig, die Anzahl der daraus zu akquirierenden Aktiven jedoch gering. Das Keilen über die Aktiven ist unter dem Gesichtspunkt der Gleichaltrigkeit und des Verständnisses für junge Menschen attraktiv. Jedoch müssen die Aktiven auf die Studienkollegen, Freunde am Heimatort oder in der Nachbarschaft, beim Freizeitsport und in der Familie (Geschwister oder Cousins) zugehen und diese „bei der Hand nehmen“. Und schließlich das Keilen über uns Alte Herren. Wir haben durch unser langjähriges Leben die meisten Kontakte in Beruf und Familie und Freizeit. Diese müssen wir nutzen!
PS: Warum arbeiten Aktive und Alte Herren nicht die Abiturzeitungen der Gymnasien und Fachoberschulen auf geeignete Keilandi durch? Alle Mädels raus, unpassende Jungs auch raus und für den Rest Kontaktmöglichkeiten über Familie, Freunde, Facebook suchen. Statistisch ist weltweit jeder über maximal sieben Kontakte zu erreichen. Also los!