Die Aktivenfahrt führte Bundesbrüder des K.St.V. Wiking in die Stadt an der Salzach
Moritz Lässig (Wk)
Drei Tage prall gefüllt mit neuen Eindrücken und couleurstudentischen Begegnungen, Kartellbrüderlichkeit und viel Freude: das war die Aktivenfahrt, die den K.St.V. Wiking Mitte Mai nach Salzburg führte.
Auf Wikings Nikolausfest im Dezember 2024 entspann sich die Vorgeschichte zu dieser Fahrt: Dort war Johanna Kalies (EtS! x), Seniora der Katholischen Salzburger Hoch- und Mittelschul- Mädchenverbindung (K.S.M.M.V.) Erentrudis zu Salzburg, zu Gast. Ich erzählte ihr von unserer letzten Aktivenfahrt nach Krakau. Die lag nun freilich mehr als eineinhalb Jahre zurück, jetzt suche Wiking ein Ziel für die nächste Aktivenfahrt. Zur Freude aller Anwesenden lud uns Johanna Kalies nach Salzburg.
Salzburg: Mozart, Barock...
Gesagt, getan: Am Donnerstagabend, dem 15. Mai, fuhren 22 Wikinger, darunter drei neue AHAH, mit dem ICE der Stadt Salzburg entgegen. Die üblichen Befürchtungen, die sich mit Fahrten mit der Deutschen Bahn verbinden, erfüllten sich diesmal nicht: Die Reise verlief wie am Schnürchen. Da es seit Anfang 2025 kein gezapftes Bier mehr in Bordbistros gibt, hatten wir ein halbes Dutzend gekühlter Fässer mit dabei. Bald ging es im Abteil lustig zu und als der Zug die Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern erreicht hatte, degustierten wir eine Stafette.
In Nürnberg war es Zeit, ein frisches Fass anzuzapfen. Der Senior des K.St.V. Burggraf zu Nürnberg, Christoph Euskirchen (Rh-E, Bf) stieg zu und begleitete uns bis München. Gegen Mitternacht war Salzburg erreicht. Auf dem Haus der Katholischen Salzburger Hochschulverbindung (K.S.H.V.) Lodronia hatte man uns Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Dicht an dicht schliefen wir mit Schlafsack und Isomatte im Conventsraum.
Mit Wolfgang Amadeus Mozart, Barock und Rokoko ist Salzburg eine Einladung an jeden Schöngeist - und natürlich genossen wir Salzburgs herrliche Altstadt. Aber wer an einer Technischen Universität wie Aachen studiert, ist auch an HighTech und Produktion interessiert. Und so stand am Freitagmorgen eine Werksbesichtigung bei Zement Leube in Hallein auf dem Plan. Vor 187 Jahren von dem Apotheker Gustav Leube in Ulm gegründet, gilt Leube als ältestes Zementunternehmen der Welt, das bis heute von seiner Gründerfamilie geführt wird. Der Kalkstein, der im benachbarten Steinbruch Gutratberg abgebaut wird, wird im Halleiner Werk zu Zement verarbeitet, der, vermischt mit Wasser, Sand und Kies, Beton ergibt.
Besonders beeindruckten der 90 Meter hohe Zyklonenvorwärmerturm und die riesige Zementmühle. Kässpätzle erwarteten uns zum Mittag in der hauseigenen Kantine.
...und ein Zementwerk
Dann ging es mit der Seilbahn hinauf auf Salzburgs Hausberg, den Untersberg: Am Gipfelkreuz angelangt, genossen wir die nebelfreie Sicht auf Salzburg, während rundherum dunkle Wolken abregneten. Atemberaubend: Der Blick auf den Übergang von den bewaldeten Bergregionen des Flachgaus zu den Voralpen. Nach einer heißen Schokolade in der Berghütte ging es hinunter ins Tal. Nachmittags streiften wir durch Salzburgs Altstadt. Und nach dem Abendessen im „Raschhofer’s Rossbräu“ klang der Rest des Abends an Lodronias Theke aus.
Am nächsten Morgen stiegen wir hinauf zur Festung Hohensalzburg auf den Mönchsberg und besichtigten die Museen mit einer beeindruckenden Sammlung mittelalterlicher Waffen und Kunstwerke. Die Anfänge der Hohensalzburg reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Heute ist die Festungsanlage mit siebentausend Quadratmetern bebauter Fläche (einschließlich der Basteien mit mehr als 14.000 Quadratmetern) eine der größten und besterhaltenen Burgen Europas.
Nach dem Mittagessen im Augustiner-Bräuhaus begannen die Vorbereitungen für die Europakneipe, eine Ringkneipe mit der K.S.H.V. Lodronia und der K.S.M.M.V. Erentrudis, im Hagenauer Saal auf dem Haus der Lodronia. Dieser Saal ist ein
imposantes, acht Meter hohes Gewölbe, ragt in den angrenzenden Berg hinein und wurde früher zum Reifen von Käserädern genutzt. Gemeinsam schlugen die drei Präsiden von Wiking, Lodronia und Erentrudis das Offiz. Im Inoffiz wären wir aufgrund unterschiedlicher Keg-Anschlüsse fast trocken gelaufen. Zum Glück durften wir die Sicherheitswesten von der Werksführung behalten, sodass der Inoffiz sehr sicher war. Zum Schluss sangen wir „Aachen, freier Musen Söhne“, dass es durch den ganzen Berg hallte.
„Habemus vulpem!”
Herzlich war die Atmosphäre auf der Kneipe, die couleurstudentische Gemeinschaft eng, viele verbindende Momente über die Grenzen von Kartell und Land zeigten sich - ein gelungener Abend in bester Tradition: Salzburg - eine hervorragende Gastgeberin. Bis in die frühen Morgenstunden zog sich die Fidulitas an der Theke hin. Ein „Habemus vulpem!” blieb nicht aus.
Am letzten Tag besuchten wir das „Haus der Natur”, ein Museum für Naturkunde und Technik in Salzburgs Altstadt. Es ist eines der besten Museen, die ich je besucht habe - anschaulich, interaktiv und mit breit gefächertem Themenangebot: So können Besucher dieses Museums den Urwald des Amazonas kennenlernen, virtuell den Mond bereisen, Sauriern begegnen, die einst die Erde erzittern ließen und noch vieles andere entdecken.
Übrigens ließen wir uns als echte Wikinger eine Bootsfahrt auf der Salzach nicht entgehen. Und mit einem Spaziergang durch den Garten des Schlosses Mirabell nahmen wir am Sonntagabend Abschied von Salzburg.
Vielen Dank, dass so viele auf die Aktivenfahrt mitgekommen sind! Trotz des Planungsaufwandes bin ich froh, dass ich diese Aktivenfahrt für unseren Wiking vorbereiten und miterleben durfte. Wir haben uns generationsübergreifend kennengelernt, sind als Aktivitas enger zusammengerückt, um einen Fuxen gewachsen und haben eine wunderbare Zeit miteinander verbracht.
Ein großer Dank geht an Johanna Kalies und Bb Nicolas Oex – ohne ihre Unterstützung wäre das alles nicht möglich gewesen. Herzlich bedanken wir uns auch bei den BbBb Andreas Wittenberg, Konrad Bukowski, Johannes Schmitz und unserem AHV für die finanzielle Unterstützung. Wir sind uns wohl darin einig, nicht wieder zwei Jahre auf die nächste Bildungsfahrt warten zu wollen.


