Trauer um Kb Karl Eberhard Wehr
*24. April 1931 in Trier - †28. Dezember 2025 in Fulda
Als ältestes von vier Kindern seiner Eltern Dr. Robert Wehr und seine Frau Maria geb. Entrup wuchs Karl Eberhard in Bernkastel auf. Volksschule und Gymnasium absol-vierte er dort und verbrachte eine unbe-schwerte Kindheit bis zum Abitur. Der Vater hatte sich als Zahnarzt niedergelassen, und so begann auch Karl Eberhard das Studium der Zahnmedizin, wechselte aber im Sommersemester 1953 und studierte Jura in Mainz, München und Berlin. Sein Vater war in München Mitglied einer schlagenden Verbindung gewesen, wohingegen Karl Eberhard ebenso wie sein jüngerer Bruder Robert (*1935; er trat als Zahnarzt und ständiger Diakon des Bistums Trier bei den Franziskanern ein, erhielt den Ordensnamen Elias und starb als Priester 2021), Korporationen des Kartellverbands katholischer deutscher Studentenvereine (KV) beitraten.
Nach den juristischen Staatsexamina fand Karl Eberhard Anstellung beim Versorgungsamt in Darmstadt. 1968 heiratete er Gabriele Neuhaus. Dieser Ehe entsprangen ein Sohn (Jürgen) und eine Tochter (Anne). 1971 wurde er an das Versorgungsamt in Fulda versetzt, dem er treu blieb, bis er als Regierungsdirektor in Pension ging, und ließ sich mit seiner jungen Familie in Petersberg bei Fulda nieder, wo sie alsbald ein Haus ihr Eigen nennen konnten.
Karl Eberhard Wehr liebte die Natur. Es zog ihn immer wieder in seine Heimat, an die Mosel und in den Hunsrück. Die hier ererbte Jagdhütte war willkommener Rückzugsort für die Familie und auch für Treffen mit den Freunden aus dem KV. Karl Eberhard war Mitglied im Rhönclub zu Fulda, im Kirchenchor seiner Pfarrgemeinde und im Geschichtsverein. Bis ins hohe Alter bewahrte er sich ein waches Interesse für und breites Wissen über die Geschichte, wenn auch andere Erinnerungen längst verblasst waren. Im KV-Altherren- oder Ortszirkel „Pfahlbau“ Fulda engagierte er sich und übernahm für sechs Jahre die für das Veranstaltungsprogramm verantwortliche Leitung dieses Freundschaftsbundes.
Im KV war Karl Eberhard zunächst A-Philister der Rheno-Saxonia in München sowie B-Philister bei Ketteler-Mainz und bei Tannenberg-Königsberg-Berlin. Da Rheno-Saxonia sich zunehmend auflöste, wechselte er als A-Philister zu Ketteler-Mainz und schließlich 2017 endgültig zur Tannenberg, die in Würzburg eine enge Verbindung mit Rheno-Frankonia eingegangen war und in der Würzburger Kettengasse über ein eigenes Verbindungshaus verfügt. Hier feiern Rheno-Frankonia und Tannenberg seit der Fusion beider Korporationen gemeinsam ihre Stiftungsfeste, an denen Karl Eberhard gerne teilnahm. Auf seine Initiative hin begingen Rheno-Frankonia und Tannenberg im Sommersemester 1988 die Antrittskneipe zusammen mit dem Ortszirkel „Pfahlbau“ in Fulda. Die Würzburger Aktiven folgten im Sommersemester 2009 zusammen mit einigen Alten Herren einer großherzigen Einladung Karl Eberhard Wehrs nach Bernkastel-Kues und auf seine Jagdhütte und erkundeten mit ihm seinen geliebten Hunsrück. Vier Jahre später folgte eine Einladung an die Mosel, die in Karl Eberhards späteren Erzählungen und auch bei den Teilnehmern bis heute in lebendiger Erinnerung geblieben sind.
Seine letzten Lebensjahre erforderten intensive Pflege, die er im Fuldaer AWO-Altenheim fand. Es lag wenige Fußminuten vom Haus der Familie in Petersberg entfernt. Seine Frau Gabriele besuchte ihn nahezu täglich dort. Mit zunehmender Demenz verschwammen seine Erinnerungen, aber die Studentenzeit schien davon ausgenommen zu sein. So konnte er, wenn ich ihm bekannte Studentenlieder vorsang, beherzt mitsingen und hatte noch mehrere Strophentexte präsent. Trotz seiner zunehmenden Verwirrung blieb Karl Eberhard Wehr ausnehmend höflich, ja herzlich, und äußerte mir gegenüber mehrfach den Wunsch: „Wir müssen unbedingt mal wieder ein Bier zusammen trinken gehen.“ Zu dieser Einladung konnte es nicht mehr kommen.
Am 24. Januar 2026 wurde die Urne mit der Asche von Karl Eberhard Wehr in der Familiengrabstätte in Bernkastel-Kues beigesetzt, nachdem, seinem offenen katholischen Bekenntnis folgend, das Requiem für ihn gefeiert worden war.
P. Robert Jauch OFM (Arm, Rh-F, Ta, Rh-I, E d Gro-Lu, E d Gm)