Dr. Andreas Grau (Arm)

Das Haus des K.St.V. Arminia zu Bonn im KV wurde im Jahre 1900 von der Arminia selbst entworfen und gebaut. 125 Jahre später befindet es sich immer noch im Besitz des Vereins und wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert und renoviert. Aus diesem sehr erfreulichen Anlass hat die Arminia im November 2025 nicht nur einen feierlichen Kommers geschlagen, sondern auch eine neue Publikation herausgegeben. Kern des Buches bilden Beiträge, die bereits zum hundertsten Jubiläum des Arminenhauses im Jahre 2000 verfasst wurden. Sie behandeln unter anderem den Bau und die Einweihung des Hauses, schildern, warum zum Bau des Hauses eine Aktiengesellschaft gegründet wurde, wie das Haus das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, weshalb die Universität das Haus in der unmittelbaren Nachkriegszeit benutzte und welche Renovierungsmaßnahmen in den 1950er Jahren erfolgten.

Neu hinzugekommen sind eine Darstellung des Arminenhauses aus kunsthistorischer Sicht, die bereits in der Festschrift zum 150. Stiftungsfest der Arminia von 2013 zu finden ist, sowie eine detaillierte Beschreibung der jahrelangen Renovierungsarbeiten seit 2020. Dabei wurden unter anderem die Eingangstreppe saniert, die Haustür renoviert und einbruchssicher gemacht, der Zaun ausgebessert und neu lackiert sowie der Parkplatz mit einem neuen Belag versehen. 125 Jahre nach seiner Einweihung erstrahlt das Arminenhaus jetzt wieder in neuem Glanz.
Obwohl das Buch somit die gesamte Geschichte des Arminenhauses abdeckt, sind noch längst nicht alle Aspekte erforscht. So ist zum Beispiel bis heute völlig unklar, wie es zur Wahl des Architekten Georg Güldenpfennig aus Paderborn gekommen ist, wie die Finanzierung des Gebäudes bis zum Zweiten Weltkrieg erfolgte (die Vorstellung, durch den Bierverkauf könnten die Baukosten erwirtschaftet werdenwerden, blieb eine fixe Idee) und wie die Räume des Hauses ihr Aussehen und ihre Funktion veränderten. Zur Klärung dieser Fragen müsste allerdings über das Arminenarchiv und die aktuelle Literatur hinaus recherchiert werden, da das Archiv in der NS-Zeit große Verluste erlitten hat. Vielleicht ist ja das 175. Stiftungsfest 2038 ein geeigneter Anlass für den einen oder anderen Bundesbruder, diese Mühen auf sich zu nehmen.