KVer entdecken „Big Apple” - Impressionen aus einer der aufregendsten Städte der Welt
New York, „Big Apple”, die Stadt, die niemals schläft, Hauptstadt der Welt oder, wie es früher hieß, New Amsterdam. Fünfzehn Reisebegeisterte aller Altersklassen machten sich in die bekannteste Stadt der westlichen Welt zur diesjährigen Fahrt der KV-Akademie auf. Es versprach interessant zu werden.
Der Flug mit Singapore Airlines begann um 8 Uhr in Frankfurt, Ankunft war 11 Uhr Ortszeit New York City. Der erste Eindruck nach einem entspannten Flug war eher enttäuschend; der John F. Kennedy Airport wirkte zwar imposant, war aber mindestens ebenso unübersichtlich.
Nachdem wir die strengen zeitaufwändigen Sicherheitskontrollen sowie den Schock über den Verlust eines Gepäckstückes überwunden hatten, trafen wir uns mit unserem Guide Lisa. Sie hatte die Reise in Absprache mit Damian Kaiser detailliert geplant und begleitete uns über die Zeit unseres Aufenthaltes täglich. Lisa lebt seit knapp 35 Jahren in New York und konnte dank ihres beeindruckenden Hintergrundwissens jede Frage beantworten.
Nach kurzer Einführung in das New Yorker U-Bahnsystem machten wir uns auf ins Herz der Stadt. Eine holprige Fahrt durch den Untergrund New Yorks führte uns zur U-Bahn-Station 43rd Street/Broadway, die Start und Ende unserer Reise sein würde. Beim Verlassen der Station wurden wir für die Strapazen der Anreise belohnt. Die ganze Reisegruppe blickte nach oben und bestaunte Wolkenkratzer und die Menschenmassen, die sich durch die Häuserschluchten bewegten. Auch die klassischen gelben Taxis ließen nicht lange auf sich warten. Der Broadway war so, wie wir ihn uns vorgestellt hatten: bunt, laut und voller Menschen.
Schauspieler und Musicals
Die ersten Eindrücke waren kaum verarbeitet, da machten wir uns auf den Weg zu unserem, nur zehn Minuten vom Broadway entfernten Hotel. Nach kurzem Aufenthalt im Hotel und dem ersten Bier auf amerikanischem Boden, führte uns der Weg zum Times Square. Benannt nach der New York Times, von den Amerikanern als „Crossroads of the World“ bezeichnet, finden sich dort viele berühmte Theater, die bekanntesten Musicals und Theaterstücke werden dort inszeniert. Auch die MTV-Studios, Sony und Vogue liegen an dem von LED-Leuchtreklamen taghell erleuchteten Platz. Der erste Tag in New York klang aus mit einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge und gesundem, typisch amerikanischem Essen.
Im Laufe der Woche durfte das Standard-Programm nicht fehlen: Rockefeller Center, Empire State Building, Wall Street, Freiheitsstatue, Immigrationsgeschichte auf Ellis Island, …. Interessant sind auch New Yorks berühmte Museen. Das Metropolitan Museum, das Museum für moderne Kunst (moma), das Guggenheim-Museum und das Naturkundemuseum boten die Möglichkeit, Auge in Auge mit Monets, van Goghs und Dinosaurierskeletten zu treten. New York hat so viel zu bieten, dass wir Wochen hätten füllen können.
Die Mischung macht am Ende das Gefühl aus, welches wahrscheinlich jeder New York-Tourist mit nach Hause nimmt: Blinkende Lichter auf dem Times Square, nachdenklich stimmende Ausstellungen am 9/11-Memorial und großartige Ausblicke von einem der vielen Wolkenkratzer. Für die Studenten unter den Reisenden war der Besuch der Morningside Heights besonders spannend, denn dort befindet sich mit der Columbia University eine der ältesten und renommiertesten Universitäten der Vereinigten Staaten. Als eine von über dreißig Universitäten und Colleges der Stadt New York ist sie Mitglied der Ivy League. Gegründet 1754 ist sie älter als die USA, hat einen Jahresetat von über fünf Milliarden US-Dollar. Bisher finden sich unter ihren Absolventen 84 Nobelpreisträger, um nur ein paar der beeindruckendsten Fakten dieser Hochschule zu nennen.
Melting Pot der Kulturen
New York bietet als Melting Pot der Kulturen Menschen aus aller Welt ein Zuhause. Kostproben dieses kosmopolitischen Lebensgefühls hielten einige der in den letzten zweihundert Jahren Einwanderungsgeschichte entstandenen Stadtteile bereit; etwa Chinatown in Lower Manhattan - eine schöne Abwechslung zum sonst so touristischen New York, da die Läden und Restaurants auf den Bedarf der dort lebenden Chinesen ausgelegt sind und man sich ein wenig als Fremder in diesem Klein-China mit Straßenschildern, Werbungen und Anzeigen in ausschließlich chinesischer Sprache fühlt. An Chinatown grenzt, wenn auch heute nur noch entlang der Murberry Street, Little Italy. Dort verbrachten wir einen entspannten Nachmittag und Abend bei Live-Musik und italienischer Pasta/Pizza. Bei diesem Ambiente hatte man kaum das Gefühl, in einer Großstadt, geschweige denn in New York zu sein. Etwas weniger bekannt als Chinatown und Little Italy ist „Little Germany”: Etwas versteckt begegneten uns dort Überreste deutscher Einwanderergemeinschaften. Dort befindet sich auch „Sorley´s”, die älteste Kneipe New Yorks. Kleiner Tipp für den nächsten Kommers: Sägespäne auf dem Boden erleichtern vieles!
Auch andere ethnische Gruppierungen prägen das Stadtbild: Der Einfluss irischer Einwanderer ist etwa in einer der bekanntesten Kirchen New Yorks spürbar: der St. Patricks Cathedral. Wir feierten den von Kardinal Timothy Dolan zelebrierten Pfingstgottesdienst mit und konnten anschließend das beeindruckende Gotteshaus besichtigen.
Um den Charakter einer Stadt zu erfassen, sind auch der Austausch mit ihren Bewohnern wichtig und der Besuch von weniger touristisch geprägten Orten.
Im Westen von Manhattan liegt die sogenannte Highline, eine ehemalige Güterzugtrasse, die heute als begrünter Hochweg durch die Stadt führt und dabei Ruhe, Schatten und ein besseres Stadtklima schafft. Dies war eine willkommene Abwechslung an einem heißen Tag, genauso wie der Strand in Far Rockaway, der uns am letzten Tag Abkühlung verschaffte. Mit der U-Bahn gelangt man in anderthalb Stunden dorthin ans Meer. Früher hatten dort die New Yorker ihre Sommerhäuser und auch heute noch fahren sie zum Wochenende dorthin. Der Weg zurück mit der Fähre brachte dann noch eine neue Perspektive auf die Stadt und ein nettes Gespräch mit einem amerikanischen Ehepaar, welches auf unsere KV-T-Shirts aufmerksam geworden war. Am letzten Tag fuhren wir abends nach Brooklyn in den Stadtteil Bushwick, bekannt durch seine Straßenkunst von bemalten Fassaden. Dort konnten wir eine richtige New Yorker Pizza essen.
New York ist eine Stadt der Extreme. Nicht nur die Dimensionen, die diese Stadt annimmt, sind schwer vorstellbar, hat man sie nicht mit eigenen Augen gesehen. Knapp neun Millionen Menschen leben auf circa achthundert Quadratkilometern. Manhattans Skyline beeindruckt mit zahllosen Wolkenkratzern in vielen architektonischen Stilen. Eine enorme kulturelle und kulinarische Vielfalt macht das Leben lebenswert, falls man es sich leisten kann. Denn die Schere zwischen Arm und Reich ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten groß - zumal in New York. Während
in bekannten Gebäuden wie dem Trump-Tower oder dem Rockefeller Center die Reichen residieren, vegetieren unten in den Straßen direkt vor dem Haupteingang Obdachlose und Drogensüchtige dahin. Ratten laufen tagsüber neben Luxuslimousinen durch die Straßen und während nachts am Times Square die Touristen die Neonlichter und Werbetafeln bestaunen, stapeln sich zwei Straßen weiter die Müllsäcke meterhoch, da die Müllabfuhr der Megastadt nicht hinterherkommt.
Unbegrenzt hoch dürfen die Wolkenkratzer übrigens nicht sein. Denn vor sechzig Jahren beschlossen Lokalpolitiker eine Maximalhöhe, damit die Stadt mit sehr vielen Wolkenkratzern nicht zu eng und dunkel würde. Doch gibt es eine Möglichkeit, diese Bestimmung zu umgehen: Man kann die „Luftrechte“ umgebender, niedrigerer Gebäude kaufen und damit sein eigenes Gebäude höher bauen. So wäre der Trump Tower nicht höher als zwanzig Stockwerke geworden, hätte Donald Trump nicht die Luftrechte von Tiffany´s nebenan für mehrere Millionen Dollar erworben.
New Yorks coolstes Viertel
Ein Beispiel für die Gegensätze zwischen arm und reich, schön und hässlich, lebenswert und menschenunwürdig ist Bushwick im Stadtteil Brooklyn. Vor zwanzig Jahren noch New Yorks sozialer Brennpunkt, wurde Bushwick in den letzten Jahren durch das „Bushwick Collective“ in ein lebendiges Museum auf offener Straße, für jedermann zugänglich, verwandelt. Mit der kulturellen Aufwertung des Viertels verringerte sich die Kriminalität. Die Lebensqualität stieg - doch mit ihr stiegen auch die Mieten: Mittlerweile liegen sie im vierstelligen Bereich und Bushwick liegt damit beinahe gleichauf mit Manhattan. Folge: Die Menschen, die noch vor fünfzehn Jahren hier lebten und mit ihrer Kunst das Viertel veränderten, können sich die Mieten in dem mittlerweile angesagtesten Viertel Brooklyns schon lange nicht mehr leisten.
Im Zuge unserer Reise gewannen wir viele neue Eindrücke in eine der aufregend-sten Städte der Welt. Ein umfangreiches Programm tagsüber und entspannte Abende im Central Park, im etwas kleineren Bryant Park oder in einer der vielen Bars, gewährten uns einen tollen Zugang zu New York.
Für zwei Gruppenteilnehmer war die Reise mit New York noch nicht beendet. Sie besuchten im Anschluss noch ein paar Tage lang Washington DC. Hier bot sich ein Kontrast zu New York: Weiträumige Stadtplanung, überall Parks mit Monumenten, viel weniger Verkehr und in der Mitte die langgestreckte National Mall zwischen dem Lincoln Memorial und dem Kapitol. Washington wirkt wie ein großes Museum amerikanischer Nationalgeschichte, die auf dem Nationalfriedhof in Arlington, im Nationalmuseum oder bei Demonstrationen gegen Waffengewalt am Weißen Haus besonders lebendig und erfahrbar wird.
Allen KVern und ihren Freunden und Verwandten sei ein Besuch an der amerikanischen Ostküste empfohlen, um sich ein eigenes Bild dieser Städte zu machen, deren innere Energie man erlebt haben muss.

Fakten zu New York
Einwohner: 8.398.748 (Stand: 2018)
Metropolregion: 19.97.9 477 (Stand: 2018)
Fläche: 1214,4 km²
Gründung: 1624
Bundesstaat: New York
Niederländer gründeten die Stadt unter dem Namen New Amsterdam im südlichen Manhattan. Hier gab es eine Mauer, die die Stadt begrenzte. Nach dieser Mauer ist die Wall Street benannt.
Die Freiheitsstatue war als Geschenk Frankreichs zum 100. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit 1876 gedacht. Da die Finanzierung der Statue nur langsam voran kam, traf das Werk erst zehn Jahre verspätet ein - zerlegt in 350 Einzelteilen in 214 Kisten. Der Aufbau an ihrem jetzigen Standort Ellis Island dauerte vier Monate.
Für lange Zeit stand mit dem Empire State Building - von 1931 bis 1972 und mit dem World Trade Center - von 1972 bis 1974 - das höchste Gebäude der Welt in New York City. New Yorks Columbia University ist eine der ältesten Universitäten der USA. Jährlich wird hier der Pulitzer Preis vergeben. 101 Nobelpreisträger studierten, unterrichteten oder forschten hier. Unter den Alumnen sind drei ehemalige US Präsidenten und 29 Oscar-Gewinner. Weitere renommierte Hochschulen unter New Yorks akademischen Ausbildungsstätten sind die 1831 gegründete private New York University, die 1961 gegründete City University of New York, das Berkeley College und die Juilliard-Schule, eine der führenden Schauspiel-, Musik- und Tanzschulen.
Quelle: PD
Brisgove am „Big Apple”

Als in New York ansässiger Philistersenior der Brisgovia Freiburg habe ich mich ganz besonders darüber gefreut, Kartellbrüder mit Ihren Damen und Kindern in New York begrüßen zu dürfen. Wir trafen uns in der Roof-Bar des KV-Hotels zwischen einem anstrengendem Tag in Midtown und dem Abendessen in Brooklyn.
Der Kulturbesuch meiner Wahlheimat brachte eine stattliche Anzahl von Kartellbrüdern in den „Big Apple” und ich war begeistert zu erfahren, was für ein umfangreiches Programm in den wenigen Tagen absolviert wurde. Da wurde fast nichts ausgelassen, und so war es nicht verwunderlich zu erfahren, dass die Kartellbrüder begeistert waren ob der Vielfalt, Größe und Dichte der kulturellen Highlights in der Stadt ‘die niemals schläft’. Auch wenn das vielleicht in den vergangenen zwei Jahren nicht wirklich der Fall war, sind wir in New York auf einem guten Weg zurück in das normale Leben. Die Museen, Gastronomie und vielen Sehenswürdigkeiten sind alle wieder bereit für Besucher und wir freuen uns natürlich ganz besonders über Besucher des Kartellvereins. Ganz so viele Kartellbrüder gibt es nicht in New York und Umgebung, jedenfalls wenn man dem Mitglieder-Auszug des KV Glauben schenken darf, aber wir bemühen uns, den KV in den USA zu organisieren und erste Gespräche hierzu wurden anlässlich des Kulturbesuchs in New York bereits geführt.
Christof Bentele (Bsg, Nbg)



