Ende August lädt Bamberg zu seinem beliebtesten Volksfest ein

Christian Porzelt (Ma, Urb)

Die Kirchweihfeier der kleinen St.-Elisabeth-Kirche im Bamberger Sandgebiet zählt zu den beliebtesten Volksfesten in Bayern. Jedes Jahr lockte die Sandkerwa an fünf Tagen im August rund zweihunderttausend Besucher ins Herz der historischen Altstadt. 

Mitten drin ist seit knapp eineinhalb Jahrzehnten auch der K.St.V. Mainfranken mit seiner „Aloha-Bar“. Was anfangs eine organisatorische Herausforderung war, hat sich mittlerweile zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt.

Vor dem Beginn des Barbetriebs stand der Ankauf eines eigenen Verbindungshauses, das 2008 in der Unteren Sandstraße erworben wurde. Wie anderen Anwohnern des Sandgebiets bot sich uns Mainfranken dadurch die Möglichkeit, für die Dauer des Kirchweihfestes einen eigenen Ausschank zu eröffnen. Bereits im Jahr darauf fand die erste Sandkerwa unter Beteiligung der Mainfranken statt.

Die ersten Jahre waren sowohl personell als auch organisatorisch anspruchsvoll. Nicht nur, weil die meisten Helfer nur wenig Erfahrung in der Gastro-Branche mitbrachten, sondern auch wegen der teilweise hohen Auflagen, die es in Bezug auf Sicherheit und Hygiene zu beachten galt. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten läuft der Barbetrieb inzwischen um einiges professioneller. So gibt es unter anderem seit einiger Zeit das Amt des Sandkerwa-Seniors. Unter seiner Verantwortung steht in diesen Tagen das Bestellen von Getränken, die Erstellung von Dienstplänen und vieles mehr.

Während der Aufbau der Bar bereits einige Energie erfordert, beginnt die heiße Phase mit dem Fassanstich am Donnerstag. Schon bald drängen sich die Festbesucher dicht in den engen Gassen unterhalb des Bamberger Doms. Entsprechend stark ist der Bedarf an Getränken, wobei besonders der Gurkenschnaps reißenden Absatz findet. Serviert wird der als „fränkischer Tequila“ beworbene Likör mit einer Gurkenscheibe. Diese lokale Besonderheit hat sich neben dem Festbier der Brauerei Hölzlein über die Jahre zu einem richtigen Verkaufsschlager entwickelt. Während die Aktiven in der Bar langsam ins Schwitzen kommen, herrscht auch hinter den Kulissen Ausnahmezustand. Im Eingangsbereich des Verbindungshauses stehen die Spülbecken zum Reinigen der Gläser, der Kneipsaal ist zum Getränkelager umfunktioniert. Bis fast unter die Decke stapeln sich in diesen Tagen hier die Kartons mit Spirituosen.

Trotz der Belastung und der langen Dienstschichten kommt während der Sandkerwa der Spaß natürlich nicht zu kurz. Am Rande bleibt auch immer die Zeit, Interessierte über unsere Verbindung und den Dachverband aufzuklären. Durch das ehrenamtliche Zusammenhelfen von Bundesbrüdern wie externen Helfern ist der Stand der Bamberger Mainfranken in den letzten Jahren zu einer – nicht zuletzt auch finanziellen - Erfolgsgeschichte geworden. Der Gewinn aus dem Getränkeverkauf fließt dem Studienförderverein zu, der das Verbindungshaus unterhält und auf diese Weise auf sicheren Füßen steht. 

Wer die Bamberger Mainfranken in Aktion erleben will: die diesjährige Bamberger Sandkerwa findet vom 22. bis 26. August 2024 statt.

Die Sandkerwa

Die Sandkerwa war ursprünglich die Kirchweih-Feier der St.-Elisabeth-Kirche im Sand (also an der Sandstraße), die ehemals die Kapelle des ersten Bamberger Bürgerspitals war (heute Justizvollzugsanstalt). Sie fand erstmals 1951 statt. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Festabzeichen und anderen Souvenirs kommen dem Bürgerverein IV. Distrikt zugute, der sich für die Sanierung des Viertels einsetzt. Der Bürgerverein ist Initiator und Organisator der Veranstaltung.