Ortszirkel Lüdinghausen
Ortszirkel im Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV)
Lüdinghausen (plattdeutsch: Lünkhusen oder Lünksel) ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen südwestlich von Münster im Kreis Coesfeld. Lüdinghausen besteht aus seiner Kernstadt und dem Stadtteil Seppenrade.

Die erste Erwähnung Lüdinghausens als „Ludinchusen“ erfolgte im Jahr 800 anlässlich der Übereignung eines Hofes an den Hl. Liudger durch Snelhard. Im Jahre 974 erhielt die Siedlung um die zur Abtei Werden gehörende Kirche das Markt- und Münzrecht.
Im Jahre 1309 wurden Lüdinghausen eigenmächtig die Stadtrechte durch die Herren von Lüdinghausen bzw. Lüdinghausen-Wolff verliehen. 1443 gelangte Lüdinghausen an das Hochstift Münster. Im Jahre 1499 verkaufte dieses Stadt und Amt an das Domkapitel Münster.
1507 wurde mit der Grundsteinlegung der Bau der Felizitaskirche begonnen, die auch heute noch als größte Ortskirche die dicksten massiven Sandsteinsäulen Europas besitzt.
1803 wurde Lüdinghausen Kreisstadt im neu gebildeten Kreis Lüdinghausen. Sie wurde damals der Stadt Werne vorgezogen. Am 10. Oktober 1832 wurde die gesamte innere Stadt um den Markt durch einen Brand vollständig zerstört. Auch das Rathaus wurde ein Opfer der Flammen. Nur ein Straßenzug am Mühlen- und Langenbrückentor sowie eine Häusergruppe in der Nähe des Münstertors blieben verschont. Nach mehreren kleineren Bränden in der Jahren 1882 und 1883 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die in den Bauerschaften existierenden Spritzenhäuser wurden aufgelöst, als die Feuerwehr auf Motorfahrzeuge zurückgreifen konnte.
Im Verlauf der Jahre entwickelte sich Lüdinghausen zu einem Mittelzentrum der umliegenden Orte mit einem Einzugsbereich von über 100 000 Einwohnern. Nach mehreren kleinen Teilausgliederungen wurde die Landgemeinde Lüdinghausen am 1. Juli 1969 aufgelöst und in die Stadt eingegliedert. Am 1. Januar 1975 wurde schließlich Seppenrade eingemeindet. Da der Kreis Lüdinghausen zum gleichen Termin aufgelöst wurde, verlor die Stadt den Sitz der Kreisverwaltung. Lüdinghausen wurde in den Kreis Coesfeld eingegliedert.
Neben Nottuln und Senden wird derzeit auch in Lüdinghausen darüber nachgedacht, bei der Landesregierung den Status einer Mittleren kreisangehörigen Stadt zu beantragen. In Lüdinghausen wurde ein entsprechendes Gutachten bereits in Auftrag gegeben. Ob die Stadt diesen Weg letztendlich einschlagen wird, wird voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Stadtrates im Dezember entschieden. Besonders die mit der Hochstufung verbundene Bildung eines eigenen Jugendamtes wird von einigen Politikern der Stadt als problematisch eingeschätzt, Hauptpunkt dieser Kritik sind die zu erwartenden steigenden Kosten. Auch der Kreis Coesfeld steht der Sache ablehnend gegenüber, da es eine Schwächung der Kreiskompetenzen bedeuten würde, wenn Lüdinghausen und möglicherweise auch Nottuln und Senden eine Hochstufung genehmigt bekommen würden.