Bericht: Tagesausflug 2016 nach Landsberg am Lech und St. Ottilien, Samstag, 1. Oktober 2016

Auch dieses Jahr führte der Ortszirkel wieder einen Tagesausflug durch, der vom Vorsitzenden Kb Bernd Gondro hervorragend organisiert wurde. Diesmal ging es westwärts an die oberbayerische / schwäbische Grenze nach Landsberg am Lech. Schon um 1135 wurde hier eine Siedlung urkundlich erwähnt. 1158 verlegte Herzog Heinrich der Löwe die dortige Salzstraße auf die Südroute und ließ eine Brücke über den Lech bauen; die führte zu einer größeren Anlage, die „Castrum Landespurch“ genannt wurde. Vor allem wegen der Salzzölle entstand bald eine lebendige Stadt. Vom Lechwehr ausgehend, gebaut im 14. Jahrhundert zur Ableitung des Mühlbaches, erklärte uns die ausgezeichnete Stadtführerin, Frau Daum, die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten des Ortes. Vorbei am Salzstadel, errichtet 1754 an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus, erreichten wir den Hexenturm, einen Eckturm der ältesten Stadtmauer und gleichzeitig ältesten Gefängnisses. Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt mit barocker Ausstattung stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die Pfeilerbasilika besitzt bedeutende Kunstwerke, wie die spätgotischen Glasgemälde im Chor und Holzplastiken der Landsberger Bildhauer Lorenz und Johann Luidl, darunter ein Palmesel von 1671. Steil bergauf führte der Weg zur ehemaligen Jesuitenkirche Heilig Kreuz. Die prachtvolle Rokoko-Kirche wurde 1752/1754 errichtet und mit Fresken von Christoph Thomas Scheffler ausgestattet. Besonders fasziniert hat uns das im Chorgewölbe dargestellte Siegeskreuz, das sich den jeweiligen Bewegungen der Betrachter anpasst. Danach schritten wir über die Alte Bergstraße (18% Gefälle) hinunter durch den Schmalzturm auf den Hauptplatz. Bei diesem, auch „Schöner Turm“ genannten, Bauwerk handelt es sich um das östliche Stadttor der ältesten Stadtmauer, umgestaltet im 15. Jhd.. Gleich neben dem Historischen Rathaus mit Stuckfassade von Dominikus Zimmermann (1719) lockte das Gasthaus „Zum Mohren“ zu Mittag. Dank des flinken Personals hatte jeder rasch ein Getränk und die gute bürgerliche Küche stellte alle zufrieden. Gut gestärkt begaben wir uns nachmittags nach St. Ottilien. Das Kloster der Missionsbenediktiner wurde vor über 100 Jahren vom Schweizer Andreas Amrhein gegründet und ist heute mit über 1.000 Mönchen in 19 Ländern weltweit vertreten. Mittelpunkt und zugleich weit sichtbares Wahrzeichen ist die Herz-Jesu-Kirche mit Ihrem 75 m hohen Vierungsturm. Das Gotteshaus wurde 1897 – 99 im schlichten neugotischen Stil errichtet und 1903 geweiht. Das Kloster selbst wurde 1902 zur Abtei und 1914 zur Erzabtei erhoben. Nach einer Mußestunde in der großzügigen Anlage von St. Ottilien konnten wir das ebenfalls seit 100 Jahren bestehende, von 2011 – 2015 umfassend sanierte, Missionsmuseum besich-tigen. Unter fachkundiger und humorvoller Begleitung des Museumsdirektors Pater Theophil erfuhren wir Interessantes aus den Gebieten in denen die Missionsbenediktiner seit vielen Jahrzehnten tätig waren und sind. Beginnend mit Objekten aus der Afrika-Halle und dem Tierdiorama im Erdgeschoss über Höhepunkte aus der Zoologie- und Afrika-Gang im Untergeschoss bis hin zu Glanzstücken aus Korea wurden wir informiert. St. Ottilien ist das älteste Missionshaus in Deutschland. 1887 brachen von hier die ersten Mönche und Schwestern nach Ostafrika auf. Sie sandten Gegenstände zurück, um das Leben in Afrika zu veranschaulichen und die nachrückenden Missionare mit der Lebensweise der Völker vertraut zu machen. Bald wurde die Sammlung auch für Besucher geöffnet. Das Museum war anfangs ganz auf Afrika bezogen. Als in den 1920er Jahren eine umfangreiche koreanische Sammlung dazukam, wurde eine Asienabteilung eingerichtet. Voll der Eindrücke ließen wir in der Klostergaststätte „Emminger Hof“ den Tag ausklingen. Ein herrlicher Herbsttag mit Sonnenschein! Erst als wir um 19:30 Uhr in den Bus zur Heimfahrt einstiegen, hatte es zu regnen angefangen. Die 11 Teilnehmer konnten zufrieden auf den Tagesausflug zurückblicken.

Bericht von Kb Harl Heinz Stritter (Alb, Tas)